Mit der Sanierung des Hofs, mit Wil West, der Landhaus-Überbauung sowie Umbauten am Bahnhof, rüstet sich Wil für die nächsten Jahrzehnte.

Was ist allgemein für die Zukunft Wils wichtig? hallowil hat sich dazu bei Politikerinnen und Politikern erkundigt.

«In manchen Klimamodellen beginnt im Jahr 2041 die «mittlere Zukunft». Im Unterschied zu den Klimaforschern, die ihren Prognosen Wirkungsmodelle unterstellen, bin ich nicht in der Lage, ein solches Modell heranzuziehen, um die Zukunft der Stadt Wil zu prognostizieren. So bleibt mir nur die Projektion erkennbarer Trends.

Erstens: Wil wird sich auf jeden Fall verändern. Der Trend zur Verdichtung wird zunehmen. In 20 Jahren wird es zwar noch Quartiere mit Einfamilienhäusern geben, der grösste Teil des Stadtgebietes ist jedoch hoch verdichtet, im Zentrum um den Bahnhof finden sich auch einzelne Hochhäuser. Eine ökologische Bauweise hat sich durchgesetzt – Bäume finden sich auf Balkonen, die Begrünung ist biodivers und die Häuser produzieren mehr Energie als sie verbrauchen.

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In der Zukunftsvision von Stadtpräsident Hans Mäder sehen die Wilerinnen und Wiler das Positive und stellen die Gemeinschaft in den Mittelpunkt. (Archivfoto: Adrian Zeller) 

Zweitens: Das durch Arbeit generierte Mobilitätsbedürfnis sinkt – auch dank der Digitalisierung. Im Gegenzug werden private Fahrten zunehmen. Die Möglichkeiten des Sharing werden akzeptiert, auch dies ist der digitalen Transformation geschuldet. Die Bedeutung des öffentlichen Verkehrs wird steigen. Ein Modalsplit über 50 Prozent scheint mir möglich.

Die hauptsächliche Antriebsart der Gefährte ist der Elektromotor – ich hoffe, dass sich Wasserstoff als Betriebsmittel durchsetzt.

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Hans Mäder: «In 20 Jahren wird es zwar noch Quartiere mit Einfamilienhäusern geben, der grösste Teil des Stadtgebietes ist jedoch hoch verdichtet, im Zentrum um den Bahnhof finden sich auch einzelne Hochhäuser.» (Foto: Adrian Zeller) 

Drittens: Die Verdrängung von Industrie und Gewerbe aus den Zentren wird abnehmen. Die Koexistenz von produzierender Wirtschaft und Wohnen wird verbessert. Es gibt in der Schweiz bereits heute Modelle koexistenter Nutzungspläne. Die sture Ausrichtung auf eine Nutzungsart in den Zonenplänen ist 2041 überholt. In digitalen Stadtmodellen («digital twins») können diese Entwicklungen geplant und getestet werden.

Dies führt mich zu viertens: Die Digitalisierung wird uns massgeblich beeinflussen. Bankgeschäfte werden online getätigt, genauso wie Grundbuchgeschäfte und die Umzugsmeldungen bei der Gemeinde. Wir werden weniger arbeiten müssen. In Kombination schafft dies Raum für eine aktive, lebenswerte Gesellschaft.

Dies ist dann die Konstante in der Entwicklung: Auch 2041wird Wil noch immer einen ganz speziellen Charme besitzen. Die Menschen werden stolz auf ihren Wohnort sein, die attraktive Stadt und ihre Quartiere. Die Wilerinnen und Wiler sehen das Positive und stellen die Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Und der Hof zu Wil ist der Treffpunkt für die ganze Region und strahlt als Teil des Unesco-Weltkulturerbes über die Landesgrenzen hinaus.»

Hans Mäder, Stadtpräsident Die Mitte 

«Politikforum»: Was soll das?

Mit dem Politikforum will hallowil.ch besonders bei Themen, die sich auf unsere Region auswirken, die Meinungsbildung fördern. In loser Folge werden sich vor allem politisch aktive Personen zu aktuellen Themen äussern. Das letzte Mal war die SP an der Reihe.

Auch Leserinnen und Leser sind eingeladen, ihre Meinungen und Gegenmeinungen einzubringen, melden Sie sich bei uns, am besten per Mail an redaktion@hallowil.ch

Wir legen dabei grossen Wert auf eine sachliche Debatte, in der verschiedene Meinungen respektiert werden. Und wir glauben an das Motto: In der Kürze liegt die Würze. Kurze prägnante Texte werden eher gelesen.