Unter dem Titel «Prioritäre Umsetzung der flankierenden Massnahmen zur Lösung des Wiler Verkehrsproblems» schreibt Stadtparlamentarier Luc Kauf: «Die Verkehrsprobleme in der Stadt Wil sind grösstenteils hausgemacht – diese Aussage stammt nicht aus grüner Feder, sondern ist aufgrund von Erhebungen klar und eindeutig nachgewiesen.

Mehr als 50% des Aufkommens betreffen den Ziel- und Quellverkehr, 20% den Binnenverkehr, 20% die Zufahrt zur Autobahn aus Richtung Toggenburg und der übrige Durchgangsverkehr nimmt bescheidene 10% ein. Allein diese Zahlen lassen an der Wirksamkeit allfälliger zusätzlicher Strassen zur Entlastung des Wiler Zentrums grosse Zweifel offen.

Eine wichtige Kennzahl zur Messung der Entwicklung der verschiedenen Verkehrsträger – Motorisierter Individualverkehr (MIV) derzeit ca. 50%, Öffentlicher Verkehr (ÖV) derzeit ca. 15% und Langsamverkehr (LV) derzeit ca. 35% - ist der Modalsplit. Die Veränderung des Modalsplits zugunsten des ÖV und des LV und gleichzeitigem Rückgang des MIV würde das Verkehrsproblem in der Stadt Wil stärker mindern als viele politische Kräfte es im Moment wahrhaben wollen. Zudem ist diese Veränderung eine zwingende Bedingung, um am finanziellen Topf des Bundes aus den Agglomerationsprogrammen teilzuhaben. Die Möglichkeiten zur Verbesserung des Modalsplits zu Gunsten des Öffentlichen und Langsamverkehrs werden unter den flankierenden Massnahmen zusammengefasst.

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Luc Kauf: «Die Wirksamkeit dieser und anderer Massnahmen wird beweisen, dass es griffige Alternativen sowohl zu neuen Strassen wie auch zur unseligen Parkplatzinitiative der SVP gibt.» (Foto: Adrian Zeller) 

Mögliche Massnahmen (u.a.):

• Flexibilisierung des Stadtbussystems

• Verbesserung des Anschlusssituationen und der Aufenthaltsqualität am Bahnhof Wil

• Verbesserung und Erhöhung der Sicherheit des innerstädtischen Fahrradnetzes

• Gleichstellung der Ansprüche des Langsamverkehrs gegenüber dem motorisierten Individualverkehrs

• zukunftsweisendes Verkehrsmanagement mit Tropfensystem

• flächendeckender Heimlieferservice

• Verbesserung und Attraktivitätserhöhung des Fussgängernetzes

Mit dem Projekt «Monamo» (Modell nachhaltige Mobilität) erprobt die Stadt Wil mit der finanziellen und beratenden Unterstützung von EnergieSchweiz (zentrale Plattform des Bundes für Energieeffizienz und erneuerbare Energien) innovative Lösungen zu Sharing, E-Mobilität, City Logistik sowie für den Fuss- und Veloverkehr. Massnahmen, welche einerseits die Lebensqualität, andererseits aber auch die Standortattraktivität und damit auch die Konkurrenzfähigkeit des Wiler Gewerbes erhöhen. Selbstverständlich befürworte ich diesen innovativen Ansatz der Stadt Wil sehr.

Die Wirksamkeit dieser und anderer Massnahmen wird beweisen, dass es griffige Alternativen sowohl zu neuen Strassen wie auch zur unseligen Parkplatzinitiative der SVP gibt. Geben wir deshalb diesen flankierenden Massnahmen eine Chance, damit bewahren wir unsere Stadt nicht nur vor hohen Ausgaben ohne jegliche Wirkung, sondern auch vor unnötigem Kulturlandverlust. »

Luc Kauf Mitglied der Fraktion GRÜNE prowil Stadtparlament Wil

«Politikforum»: Was soll das?

Mit dem Politikforum will hallowil.ch besonders bei Themen, die sich auf unsere Region auswirken, die Meinungsbildung fördern. In loser Folge nehmen politisch aktive Personen zu aktuellen Themen Stellung. Das letzte Mal waren Sabrina Albin und Martin Neff an der Reihe.

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