Mit der Sanierung des Hofs, mit Wil West, der Landhaus-Überbauung sowie Umbauten am Bahnhof rüstet sich Wil für die nächsten Jahrzehnte.

Was ist allgemein für die Zukunft Wils wichtig? hallowil hat sich dazu bei Politikerinnen und Politikern erkundigt.

Im Rahmen der Politikforum-Miniserie zur Zukunftsentwicklung von Wil nimmt auch ein Fachmann Stellung: Der Wiler Stadtparlamentarier Matthias Loepfe hat bei der Regionalplanung Zürich  und Umgebung als Projektleiter gearbeitet. Seit 2017 ist er in derselben Funktion in der Stadtentwicklung St. Gallen tätig. Hier seine Zukunftsvision für Wil im Jahr 2041:

Post inside
Der Stadtparlamentarier Matthias Loepfe arbeitet als Projektleiter in der Stadtentwicklung von St. Gallen. (Foto: zVg) 

«Wil 2041 ist Stadt geworden: vielfältiger, effizienter, dichter, belebter und hat Biss.

Eine konsequente, nachhaltige und qualitätsvolle Wachstumsstrategie hat dazu geführt, dass sich die 30'000 Einwohnerinnen und Einwohner gut ausgebaute Infrastrukturen leisten können. Dazu gehört auch die Wiler Kulturmeile, auf der Wilerinnen und Wiler und Touristinnen und Touristen auf und ab pilgern:

Im Turm tummelt sich die quirlige lokale Bierbrauer-Szene zusammen mit Co-Workern und Stammtischphilosophen

Die Tonhalle frönt seit Jahrzehnten erfolgreich der klassischen Kunst, wagt aber neue Experimente im Theater

Im Gare de Lion brüllt eine neue Generation von Kulturlöwen, Echos hallen von St. Gallen bis Genf. Der Umbau 2023 sicherte ihnen die Zukunft, im härter werdenden Konzert-Wettbewerb.

Wil West brummt. Hier ist es rauh und laut. Die ansässigen Industrieunternehmen haben ihre lärmigen und verkehrsintensiven Nutzungen an den Stadtrand verlagert und damit innerstädtische Potentiale freigespielt. 

Ein Cargo Sous Terrain Hub stellt den Anschluss an die nationale Logistikrouten sicher. Die Feinverteilung zu Stadt und Region erfolgt durch einen von der Wiler Autobranche entwickelten, selbstfahrenden Container, der international reissenden Absatz findet. Und durch Cargo-Bikes, die den Stadtraum in Wil ohnehin prägen und um die Velo-Ring-Bahn cruisen.

Post inside
Urban gardening beim Bleichepärkli, in zwanzig Jahren werden die entsprechenden Angebote in Wil erheblich ausgebaut sein, glaubt Matthias Loepfe.  (Archivfoto: Adrian Zeller) 

Der Trend der Abwanderung ist gebrochen: Junge Familien zieht es in die Innenstadt, da es hier lebenswert ist und sich Wohnen, Familie, Freizeit und Beruf am einfachsten unter einen Hut bringen lassen. Wil konnte eigene und private Areale erfolgreich zur Entwicklung bringen, und innovative Wohnungsangebote schaffen. Die lokale Baubranche freut’s.

Vom Hochhaus auf dem Bleicheplatz dem brennenden Nörgeli zuschauen, die Altstadt im Blickfeld. Östlich der Rudenzburg eine weitere Vorzeigesiedlung im gemeinnützigen Wohnungsbau, mit urban gardening / farming auf der Klosterwiese. Auf dem Zeughaus-Areal Reihenhaus-ähnliches Wohnen, gemischt mit kleinteiligem Gewerbe.

Die neuen, zentral gelegenen Siedlungen beleben die Innenstadt und stärken das lokale Gewerbe. Die Stadt der kurzen Wege ist Programm.

Post inside
Matthias Loepfe präsidierte den Trägerverein des Gare de Lion. (Foto: zVg) 

Die Wilerinnen und Wiler sind stolz auf ihre Stadt, die sich vom Umland durch ihre Angebote und einzigartigen Stadt- und Freiräume auszeichnet. Wie z.B. der Landschaftspark Obere Weierwiese. «Zum Glück haben wir dem Ausverkauf der Stadt mit dem NEIN zur Initiative 30min-Gratis-Parkieren eine Abfuhr erteilt.» meint eine Bäuerin auf dem Wochenmarkt. Ich gönne mir einen Apfel eines Rossrüter Hochstämmers. Wil hat definitiv Biss!»

Matthias Loepfe, Stadtparlamentarier (Grüne prowil) & Stadtentwickler

«Politikforum»: Was soll das?

Mit dem Politikforum will hallowil.ch besonders bei Themen, die sich auf unsere Region auswirken, die Meinungsbildung fördern. In loser Folge werden sich vor allem politisch aktive Personen zu aktuellen Themen äussern. Das letzte Mal war die SP an der Reihe.

Auch Leserinnen und Leser sind eingeladen, ihre Meinungen und Gegenmeinungen einzubringen, melden Sie sich bei uns, am besten per Mail an redaktion@hallowil.ch.

Wir legen dabei grossen Wert auf eine sachliche Debatte, in der verschiedene Meinungen respektiert werden. Und wir glauben an das Motto: In der Kürze liegt die Würze. Kurze prägnante Texte werden eher gelesen.