Es ist die Nacht zum Sonntag, zwischen 4 Uhr und 5 Uhr morgens. Unweit des Bahnhofs Gossau gibt es Zoff zwischen einem Serben und einem Deutschen. Letzterer geht nach einer handfesten Auseinandersetzung zu Boden und wird gemäss Polizei-Kenntnissen selbst liegend noch traktiert. Später geht es für ihn mit der Rettung ins Spital. Der Serbe wird festgenommen. Die durchgeführten Alkoholmessungen zeigten bei beiden Männern positive Werte an.

Wieder ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Diese häufen sich seit dem Lockdown. In den vergangenen Tagen und Wochen war vor allem die Stadt St. Gallen betroffen. Just in der Nacht zum Samstag war es in einem St. Galler Club zu einer Auseinandersetzung mit drei verletzten Personen gekommen. Auch die Region Wil ist in den vergangenen Wochen und Monaten nicht verschont geblieben. Gleich mehrfach kam es zu Schmierereien. Und auf dem Bahnhofplatz war ein Mann von zwei anderen Personen mit einem Messer bedroht und ausgeraubt worden.

«Keine Gangs unterwegs»

Was ist bloss los seit dem Lockdown? «Wir stellen tatsächlich eine eher steigende Tendenz von Gewalttaten seit dem Lockdown fest», sagt Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St. Gallen zu hallowil.ch. Oftmals seien es jüngere, alkoholisierte oder unter Drogen stehende Männer, welche Gewalt an bestimmten Orten wie Clubs und Gassen austragen würden. «Wenn man solchen Örtlichkeiten ausweicht und sich nicht provozieren lässt, ist man noch wie vor sicher unterwegs», sagt Krüsi. Aus seiner Sicht ist die Sicherheit im Kanton nicht gefährdet. «Es sind keine Gangs unterwegs», sagt der Polizeisprecher.