Der Uzwiler Komponist Roman Bislin-Wild hat die Pop-Kantate komponiert. Das Thema davon sind die «Ich-bin-Worte» aus dem Johannesevangelium. «Ich bin das Licht der Welt hat der Komposition den Namen gegeben. Die Worte sind einerseits musikalisch umgesetzt worden und andererseits ist das Werk mit weiteren Bibeltexten und Texten aus der heutigen Zeit ergänzt worden. Eingerichtet haben die Texte Carl Boetschi, evangelischer Theologe und Alexander Cern, katholischer Theologe. Sie waren zudem die Sprecher an den Aufführungen und verbanden Wort und Musik.

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Der Komponist Roman Bislin-Wild spielte Piano.

Grossartige Zusammenarbeit
Die Gesamtleitung hatte Esther Wild Bislin. Sie dirigierte rund 100 Sängerinnen und Sänger des katholischen Kirchenchors Oberuzwil, des Sing-mit-Projektchors der evangelischen Kirche Bütschwil und Gastsängerinnen und –sänger. Die beiden Chöre hatten erstmals im Rahmen von «Cantars 2015» in Wil zusammen gesungen und werden beide von Esther Wild Bislin geleitet. Ein zehnköpfiges Streichorchester begleitete den Chor; eine Band mit Michele Croce, Klarinette; Adelina Filli, Kontrabass; und Maurizio Grillo, Drum Set, brachte den Pop hinein und der Komponist selber spielte Piano. Kimberly Brockman, Sopran, bereicherte die Aufführung mit ihrer reinen Stimme und betonte die «Ich-bin-Worte» auf berührende Art und Weise. Die Uraufführungen der Pop-Kantate hatten im April und Mai in den evangelischen Kirchen Altstätten. Lichtensteig und Rotmonten stattgefunden. Und nun wurde sie als Zusatzkonzert in der katholischen Kirche Oberuzwil aufgeführt. Und wieder war die Kirche voll, und wieder spendete das Publikum begeisternden Beifall.

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Esther Wild Bislin hatte die Gesamtleitung der insgesamt vier Aufführungen im Kantons St.Gallen.

Versprechen und ermutigen
Die «Ich-bin-Worte» sind Zugeständnis, ein Versprechen, Trost, Hoffnung, Ermutigung, Aufgehobensein. Gott ist das Licht der Welt. Und am Anfang war das Wort. Und mit dem Wort begann das Werk. «Sein oder nicht sein», sang der Chor. Bibelworte wurden zitiert, eindringliche, moderne Texte, die ausdrücken, wonach der Mensch sucht, was ihm fehlt, wovor er ausweicht. Gerne hätte man den einen oder anderen festgehalten, ihn nochmals durchgekaut und gekostet, um ihn besser verdauen und für sich verwandeln zu können. Die Bibeltexte bekamen einen neuen Sinn, ein neuer Zugang tat sich auf. Sie waren Angebote. Der Mensch hat die Wahl. «Ich bin das Licht der Welt» ist ein Versprechen. Eindrücklich brachte die Musik die verschiedenen Themen zum Ausdruck. «Ich bin das Brot des Lebens». Hunger und Durst standen sowohl für die leiblichen wie für die seelischen Bedürfnisse. Dem Rufen und Fordern stand das leise Versprechen gegenüber «Wer mein Brot ist und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben», gesungen von Kimberly Brockman.

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Die Sopranistin Kimberly Brockman war die ideale Besetzung für die Pop-Kantate.

Licht in der Welt sein
«Ich bin der gute Hirte» war ein Teil für den Chor. Das Fliessende, Das Aufgehobensein und das Vertrauen drückte die Musik aus. «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben». Da kamen die Fragen: Wohin gehst du? Was willst du machen aus deinem Leben? Was ist die Wahrheit? Woher komme ich, wohin gehe ich? Wofür lebe ich? «Ich bin der wahre Weinstock». Da kam das Strahlen Gottes und die Fülle des Lebens zum Ausdruck. «Wir sind weil du bist – erfülltes Leben». «Ich bin die Tür». Auch da gab es eindringliche Worte, denen niemand ausweichen konnte. Die Erkenntnis wuchs, dass da zwar eine Türe ist, der Mensch jedoch selber Schritte tun muss und handeln. Entschlossen und mit einem klaren Ziel vor Augen. Mit «Ich bin die Auferstehung und das Leben» kam auch der Tod, die Zerstörung, das Vergehen, das Erstarrte und Verknöcherte ins Spiel. Auferstehung kann in jedem Augenblick sein. Und mit der Zusage «Ich bin das Licht der Welt», geht es möglicherweise einfacher, sich zu bewegen, den ersten Schritt zu tun, Erstarrtes aufzuweichen, zu verzeihen, selber Licht in der Welt werden.