Die Verantwortlichen für das Naturschutzgebiet Jomertobel/Grüenholz vertrauen auf respektvolle Besucher – und bisher zu Recht. An der Strasse, die zum Saumoos führt, haben sie deshalb beschrieben, was den Besucher erwartet: «Die Landschaft entlang des Jomerbaches weist als Kerngebiet eine einmalige Vielfalt an bedrohten Pflanzen und Tieren auf. Hier gedeihen zahlreiche Orchideenarten, und der seltene Steinadler hat hier den am tiefsten gelegenen Brutplatz der Schweiz. Moorwiesen, Sumpfflächen und steile Nagelfluhfelsen mitten in feuchten Wäldern prägen die Landschaft. Und im Naturschutzgebiet Saumoos gedeiht der seltene Frauenschuh.»

Prächtige wildwachsende Orchidee
Bei Wikipedia wird die Pflanze so beschreiben: «Der Gelbe Frauenschuh ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 60 cm erreicht. Am etwas gebogenen und behaarten Stängel befinden sich drei bis fünf breit-elliptische, stängelumfassende Laubblätter, die nach aussen spitz zulaufen. Diese weisen eine Länge zwischen 5 und 13 cm auf. Die hellgrünen Laubblätter zeigen an der Blattunterseite eine feine flaumige Behaarung. Auch die kräftige Nervatur ist deutlich erkennbar. Die Blätter sind durch Längsfalten versteift und leiten dadurch das Regenwasser zum Stängel hin ab. In der Regel sind die einzelnen Triebe einblütig, oft tragen sie bei gutem Wachstum der Pflanze auch zwei Blüten, selten drei oder vier.»

Feuchte Moorlandschaft
Bei uns wächst der Frauenschuh meist in schattigen Laubwäldern oder an buschigen Berghängen. Die bekanntesten Vorkommen in der Schweiz befinden sich im Gasterental im Berner Oberland und im Bergsturzgebiet in Arth-Goldau.

Es gibt aber auch in der Ostschweiz Standorte der Pflanze. Sie befinden sich meist abseits von Wegen und oft in unwegsamem Gelände. Zudem ist die Pflanze oft nur mit wenigen Exemplaren vertreten. Letzteres trifft auch auf das Saumoos zu, das zu Nassen (Gemeinde Mogelsberg) gehört. Es kann zwar nicht gerade als unwegsam bezeichnet werden, aber die Pflanzen blühen nicht an einem Wanderweg, aber an einem zur Blütezeit viel begangenen Rundweg.

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Ihren Namen hat die Pflanze von ihren hübschen gelben, pantoffelförmigen Blüten bekommen. Dabei stellen die Blüten für Insekten eine ähnliche Versuchung dar wie ein schöner Schuh für eine Frau. Der Vorderteil der Blüte dient als Kesselfalle, die Insekten, insbesondere Erdbienen, ins Innere lockt. Fällt nun dieses Insekt wieder in eine Kesselfalle einer anderen Frauenschuhblüte, so streift es die Pollen an der Narbe der Blüte ab und die Blüte ist bestäubt. Der Frauenschuh ist aber keine fleischfressende Pflanze.
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Eine Moorwiese in einer Waldlichtung. Der Weg führt am Rand vorbei und weiter in einer Schlaufe zurück, an der Besucher mit offenen Augen etliche Frauenschuhblüten, meist in einer Gruppe angeordnet, mühelos entdecken.