Auswärts gegen Lausanne-Sport kann der FC Wil einfach nicht gewinnen. Noch gar nie in der gesamten Vereinsgeschichte ist ihm dies geglückt. An diesem frischen Samstag waren die Äbtestädter jederzeit ein gutes Stück davon entfernt, diesen Fluch von Lausanne zu durchbrechen. Das Unheil nahm bereits nach einer Minute seinen Lauf, als Magnus Breitenmoser rückwärts statt vorwärts spielte und so den Lausanner Führungstreffer einleitete. Auf Zuspiel vom Joao Oliveira hatte Maxime Dominguez zentral vor dem Tor keine Mühe, in diesem Jahr seinen zweiten Treffer gegen den FC Wil zu erzielen.

Es folgte eine Halbzeit, welche aus Wiler Sicht höheren Ansprüchen nicht genügte. Ganz im Gegenteil: Lausanne war die spielbestimmende Mannschaft, hatte ein Chancenplus und führte zur Pause schliesslich mit 2:0. Nach einem Freistoss von Stjepan Kukuruzovics von der linken Seite löste sich Cameron Puertas geschickt und hatte schliesslich alle Freiheiten, um aus relativ kurzer Distanz das 2:0 zu erzielen. Das ging etwas gar leicht – und war Sinnbild für den Wiler Auftritt. «Die Bissigkeit war in der ersten Halbzeit nicht da», sagte FC-Wil-Trainer Ciriaco Sforza nach der Partie.

«So kannst du gegen Lausanne nicht bestehen»

Nach der Pause kamen die Wiler zwar etwas aktiver aus der Kabine. Das genügte, um die zweite Hälfte nicht zu verlieren. Aber es genügte nicht, um die Spannung in die Partie zurückzubringen. Lausanne hielt die Fäden weiterhin in der Hand. Man wurde das Gefühl nicht los, die Waadtländer hätten noch zulegen können, wenn es hätte sein müssen. Das war aber nicht nötig. Der FC Wil war in keiner Phase der Partie fähig, die Lausanner unter Druck zu setzen. Wenn es die Gäste mal vor das gegnerische Tor schafften, fehlte im Abschluss die Präzision.

Für Präsident Maurice Weber ist dies alles kein Zufall. Denn die Fitness-Werte der Spieler seinen nicht gut. Das hätten Tests ergeben, welche in der Länderspielpause gemacht worden seien. «Es sind schlechtere Werte als Anfang Saison», sagte Weber. Hoppla. Dies ist ein direkter Vorwurf an die Adresse das Ende März freigestellten Trainer-Duos Konrad Fünfstück / Marco Grimm. «Die Situation ist ein Fakt. Wenn man defensiv spielt und zwei Riegel aufstellt wie unter Konrad Fünfstück, dann geht das. Wenn man offensiv spielen will mit Laufbereitschaft, braucht es bessere physische Konditionen. Die Trainings waren nicht so, dass die Spieler nun besser drauf wären», sagte Weber. Und weiter: «So kannst du gegen Lausanne nicht bestehen.» Man müsse nun im Bereich Athletik mehr machen.

Offensiv seit Monaten harmlos

Die Niederlage auf der Pontaise war bereits die fünfte im elften Spiel des Jahres. Von den vergangenen 14 Partien wurde nur noch eine gewonnen. Frappant ist vor allem die offensive Harmlosigkeit während Monaten. Gerade einmal sieben Tore hat der FC Wil in elf Spielen der Rückrunde erzielt. Mehr als einen Treffer in einem Spiel gab es letztmals am 11. November 2018 – also vor über fünf Monaten. In der Rückrunden-Tabelle belegen die Wiler den vorletzten Platz. Sie sind mittlerweile froh auf dem Bergholz, eine starke Hinrunde gespielt zu haben.

Obwohl auch unter Sforza der Turn-Around bisher nicht geglückt ist, lässt sich der neue Wiler Übungsleiter nicht beirren. Die Spiele bis zur Sommerpause werden auch für das eine oder andere taktische Experiment verwendet. So etwa in Lausanne, wo Fuad Rahimi zentraler spielte als in der Vergangenheit.

Die Höhepunkte des Spiels: (Quelle: www.sfl.ch)

 
Die beiden Tore im Video-Zusammenschnitt.

Resultate, Challenge League, 29. Runde:
Lausanne-Sport - Wil 2:0
Servette - Chiasso 3:2
Vaduz - Kriens 3:2
Schaffhausen - Rapperswil-Jona 0:2
Aarau - Winterthur 2:2

FC Lausanne-Sport – FC Wil 1900 2:0 (2:0)

Pontaise: 2652 Zuschauer. – Sr: von Mandach.

Tore: 2. Dominguez 1:0. 38. Puertas 2:0.

FC Lausanne-Sport: Castella; Pos (4. Loosli), Nganga (63. Gétaz), Brandao, Flo; Kukuruzovic, Puertas, Pasche, Dominguez; Koura (86. Zeqiri), Oliveira (72. Ndoye).

FC Wil 1900: Kostadinovic; Gonçalves, Havenaar, Rahimi, Schäppi; Zé Eduardo (67. Schmid); Audino (46. Schällibaum), Lombardi, Breitenmoser, Cortelezzi (71. Gasser); Silvio (67. Savic).

Bemerkungen: Lausanne-Sport ohne Geissmann, Boranijasevic, Cabral, Buess (verletzt), Silva, Manière, Nanizayamo und Berchtold (nicht im Aufgebot). Wil ohne von Niederhäusern (gesperrt), Djordjevic, Beka (verletzt), Herrmann, Scholz, Sejdija, Herter und Gülünay (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 40. Brandao (Foul). 74. Dominguez (Foul).

Rangliste:
1. Servette 29/61. 2. Lausanne-Sport 29/50. 3. Aarau 29/45. 4. Winterthur 29/44. 5. Wil 29/37. 6. Vaduz 29/35. 7. Kriens 29/34. 8. Chiasso 29/29. 9. Schaffhausen 29/29. 10. Rapperswil-Jona 29/28.

Nächste Spiele (30. Runde):
Ostersamstag, 20. April: Winterthur - Servette (17.00 Uhr), Kriens - Schaffhausen (17.30 Uhr), Rapperswil-Jona - Vaduz (18.00 Uhr), Chiasso - Lausanne-Sport (20.00 Uhr).
Ostermontag, 22. April: Wil - Aarau (14.30 Uhr).

Die Stimmen zum Spiel: (Quelle: www.fcwil.ch)

 
Was die Direkt-Beteiligten nach dem Spiel zu sagen hatten.

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Der Liveticker:

Das soll es gewesen sein aus der frischen Pontaise. Vielen Dank für das Interesse an dieser Partie. Haben Sie noch einen schönen Rest des Wochenendes. Bis bald auf hallowil.ch.

Weiter geht es für den FC Wil am langen Osterwochenende. Eine Meisterschafts-Pause gibt nun nicht mehr bis zum Meisterschaftsschluss Ende Mai. Am Ostermontag (22. April) um 14.30 Uhr gastiert der FC Aarau in der IGP-Arena. Also gleich der nächste Brocken. Verfolgen Sie auch dieses Spiel im hallowil.ch-Liveticker. Pascal Ibig wird dann für Sie durch den österlichen Nachmittag tickern.

Ab geht's auf Stimmenfang. Wir melden uns noch heute Abend mit einem zusammenfassenden Bericht.

Schlussfazit: Zum Glück hat der FC Wil eine starke Hinrunde gespielt: Im Jahr 2019 ist er nämlich das zweitschlechteste Team der Liga. Von den letzten 14 Spielen hat er nur eines gewonnen - in Unterzahl gegen Winterthur. Seit mittlerweile mehr als fünf Monaten ist es dem FC Wil nicht mehr gelungen, mehr als ein Tor in einem Spiel zu erzielen. Die Torausbeute ist mittlerweile auf unter einen Treffer pro Spiel gesunken. Mager.

Schlussfazit: Die letzte weite Reise dieser Saison hat sich für den FC Wil nicht gelohnt. Er ist nicht auf Augenhöhe mit Aufstiegsaspirant Lausanne und bezieht eine verdiente Niederlage. Das früheste Gegentor dieser Saison leitet die Niederlage bereits früh ein. Danach haben die Gäste zwar auch Möglichkeiten, sind aber spielerisch unterlegen und bleiben im Jahr 2019 auswärts sieglos.

Schlusspfiff auf der Pontaise: Der FC Wil verliert auswärts gegen Lausanne-Sport mit 0:2. Und das geht in Ordnung so.

93. Minute: 2652 Zuschauer sehen diesen Lausanner Sieg.

92. Minute: Auch in der Nachspielzeit bestimmen die Waadtländer die Gangart.

90. Minute: Drei Minuten Nachspielzeit werden angezeigt. Im Prinzip könnte man auch jetzt schon Schluss machen.

90. Minute: Das ist harmlos: Savic mit einem Kopfball. Das gibt aber nicht mal Bewegungs-Therapie für Castella.

89. Minute: Schon jetzt kann man sagen: Wieder kein Auswärtssieg gegen Lausanne-Sport. Wie immer. Heute hat viel dazu gefehlt.

87. Minute: Lausanne ist dem 3:0 nahe: Dominguez schliesst von ausserhalb des Strafraums ab. Der Flatterball bereitet Kastodinovic Mühe, doch der Wiler Goalie kann das Spielgerät wegfausten.

86. Minute: Letzter Wechsel des Spiels, bei Lausanne: Koura hat Feierabend und wird ersetzt durch Zeqiri.

85. Minute: Lausanne hat das Spiel sicher im Griff. Man hat das Gefühl, die Gastgeber könnten jederzeit noch eine Schippe obendrauf packen. Wil findet kein Mittel, um Druck auf die Waadtländer auszuüben.

83. Minute: Die Spannung ist raus hier. Schiedsrichter von Mandach kann in aller Ruhe die Schuhe binden.

81. Minute: Was auch auffällt: Noch keine Verwarnung gegen einen Wiler. Das ist bei total zehn vorbelasteten Spielern gut, zeigt aber doch auch einiges auf ...

80. Minute: Guter Rat ist nun aus Wiler Sicht sehr teuer. Wahrscheinlich unbezahlbar heute Abend.

77. Minute: Puertas versucht es aus der Distanz. Doch deutlich drüber.

77. Minute:  Und so plätschert die Patrie ihrem Ende entgegen ...

74. Minute: Dominguez von Lausanne wird verwarnt nach einem Foul an Breitenmoser im Halbfeld.

73. Minute: Mal wieder eine gute Chance für die Wiler: Schmid dringt auf halblinks in den Strafraum ein. Doch sein Abschluss ist zu unplatziert. Castella hält. Tja, wer solche Dinger nicht verwertet, muss ich nicht wundern.

72. Minute: Auch Lausanne wechselt: Der starke Oliveira holt sich einen Sonderapplaus ab und wird ersetzt durch Ndoye.

71. Minute: Sforza zieht schon den letzten Joker und wechselt ein viertes Mal: Gasser kommt für Cortelezzi. Gasser gibt ab sofort den rechten Verteidiger und Gonçalves rückt ins Mittelfeld nach vorne.

70. Minute: Lausanne drückt nun wieder aufs Gaspedal. Es riecht eher nach 3:0 denn nach 2:1.

66. Minute: Doppelwechsel beim FC Wil: Silvio macht Platz für Savic. Und Zé Eduardo wird erseetzt durch Schmid, der im Herbst noch für die Lausanner gespielt hat.

66. Minute: Zwei Riiiiiesenchancen für Lausanne: Auf Vorlage von Flo kommt Oliveira zentral im Strafraum zum Abschluss. Mit einem Super-Reflex kann Kostadinovic den Ball abwehren. Der Ball fällt Puertas vor die Füsse, der eigentlich das 3:0 machen müsste aus rund acht Metern Distanz. Doch er ist zu überrascht und hat etwa gleich viel Rücklage wie der FC Wil in diesem Spiel. Weit drüber.

63. Minute: es brennt lichterloh im Wiler Strafraum: Einmal mehr kommt Oliveira, dieses Mal über links. Er bedient Koura, der dann aber doch relativ deutlich verzieht. Einige Sekunden später wird es wieder eng im Wiler Strafraum, ohne dass dann schliesslich eine ganze grosse Chance daraus resultiert.

63. Minute: Lausanne wechselt ein zweites Mal: Nganga macht platz für Gétaz.

61. Minute: Doppelchance für die Lausanner: Und zweimal ist es der Norweger Flo. Sein erster Versuch wird von Rahimi geblockt. Ein paar Sekunden später landet der Ball auf dem Kopf des aufgerückten Verteidigers, der im Wiler Strafraum stehend eine Mischung aus Abschluss und Pass wählt. Das eine oder das andere hätte wohl ein Tor zur Folge gehabt. So landet der Ball im Niemandsland - und das letzte bisschen Spannung bleibt in der Partie. Aber Lausanne erhöht die Kadenz wieder.

60. Minute: Trotz der Lausanner Überlegenheit ist zu sagen, dass der Auftritt der Waadtländer ziemlich effizient ist: Drei Schüsse aufs Wiler Tor haben zwei Tore gebracht.

57. Minute: Aber sie sind etwas aktiver aus der Garderobe gekommen, die Wiler. Geht hier noch was?

56. Minute: Der bringt aber gar nichts ein. Auch nicht mit der zweiten Welle.

56. Minute: Corner für den FC Wil.

53. Minute: Wieder die Wiler: Cortelezzi versucht es mit einem Schlenzer von der rechten Seite. Doch da fehlt einiges.

51. Minute: Wenn man hier ins Spiel finden will, müsste man solch ein Ding verstauen: Gefühlvoller Ball von Schäppi auf Breitenmoser. Dieser taucht frei vor Castella auf, schiesst aber diesen an.

49.Minute: Das ist natürlich ein Fall für Kukuruzovic. Der bringt den Ball aufs Tor. Zwar nicht allzu platziert. Wegen der tiefstehenden Sonne ist der Versuch aber nicht ohne. Kostadinovic faustet den Ball zur Seite weg.

49. Minute: Gemächlicher Start in die zweite Hälfte. Nun ein Freistoss für Lausanne aus rund 25 Metern, halbrechte Position.

46. Minute: Sforza hat gewechselt: Für Audino kommt Schällibaum zum Zug.

46. Minute: Schiedsrichter von Mandach hat das Spiel wieder freigegeben.

Die Mannschaften sind zurück. Gleich geht es weiter mit FC Lausanne-Sport gegen FC Wil. Finden die Gäste noch ins Spiel?

Halbzeitfazit: Es bleibt die Hoffnung auf eine Leistungssteigerung der Wiler, auf ein Nachlassen der Gastgeber und auf eine Duplizität der Ereignisse von vergangenem Herbst. Damals führten die Lausanner hier auf der Pontaise gegen Wil bis weit in die zweite Halbzeit hinein mit 2:0, ehe die Wiler doch noch ausglichen - und fast noch gewonnen hätten. Da muss aber noch einiges gehen bei den Ostschweizern.

Halbzeitfazit: Was für eine ernüchternde erste Hälfte. Mit dem ersten Abschluss des Gegners geraten die Wiler in Rückstand und finden zu keiner Zeit richtig ins Spiel. Das 2:0 eine gute halbe Stunde später ist die logische Folge der Lausanner Überlegenheit. Da stimmt einiges nicht zusammen bei den Gästen. Hätte Schiedsrichter von Mandach den Penalty bei der Hands-Szene von Rahimi noch gegeben, wäre das Ding hier schon durch.

Pausenpfiff auf der Pontaise: Der FC Lausanne-Sport führt gegen den FC Wil völlig verdient mit 2:0.

45. Minute: Eine Minute Nachspielzeit gibt es noch obendrauf in Halbzeit eins.

43. Minute: Lausanne ist die deutlich bessere Mannschaft und führt verdient mit 2:0.

40. Minute: Erste Verwarnung des Spiels für Brandao nach einem Foul nahe der Mittellinie an Silvio.

38. Minute: TOOOOR FC Lausanne-Sport durch Puertas zum 2:0. Mensch, da stimmt die Zuordnung schon wieder überhaupt nicht. Freistoss von nahe der Seitenauslinie für Lausanne. Der Ball von Kukuruzovic kommt zur Mitte, wo Puertas beim Penaltypunkt völlig frei zum Abschluss kommt. Kostadinovic ist zwar noch dran, doch der Ball findet den Weg ins Tor.

36. Minute: Alles in allem sind die Wiler derzeit ein gutes Stück davon entfernt, ihrem ersten Auswärtssieg der Vereinsgeschichte gegen Lausanne nahe zu kommen. Womöglich ist es ja die letzte Chance auf der Pontaise. Das neue Stadion einige Meter entfernt beim Flugplatz La Blecherette ist bereits im Bau und die Tribünen sind schon gut zu erkennen. Es gibt ein Stadion für 12'000 Zuschauer - ohne Leichtathletik-Bahn. Es kann im Jahr 2020 bezogen werden.

32. Minute: Und tatsächlich Gefahr: Der Ball wird von Lombardi von der linken Seite zur Mitte gebracht. Havenaar kommt aus rund sieben Metern mit dem Fuss zum Abschluss - und das recht frei. Jedoch taucht Castella schön ab und pariert.

32. Minute: Mal wieder Entlastung - und Corner für Wil.

29. Minute: Lausanne drückt nun auf das 2:0. Kukuruzovic schliesst aus 25 Metern ab. Doch der Ball geht recht deutlich drüber.

27. Minute: Ui, schon wieder Riesen-Dusel für die Wiler: Puertas mit einem Kopfball. Die Hand von Rahimi ist im eigenen Strafraum draussen - und am Ball. Den Penalty müsste man eigentlich geben. Da verstehe ich die vehementen Proteste der Lausanner Spieler.

26. Minute: Mal wieder die Wiler: Silvio ist nach einem steilen Zuspiel schneller als Brandao und schliesst sofort ab. Jedoch zu zentral und direkt auf Castella. Dieser hat keine Mühe, den Ball aufzunehmen.

25. Minute: Es dürfte wohl wichtig sein, diese Phase zu überstehen. Vielleicht kehrt ja bei Lausanne irgendwann der Schlendrian ein.

23. Minute: Lausanne dominiert in diese Phase das Spiel. Die Wiler versuchen es mit schnellen Gegenstössen. Es fehlt bisher aber an der Präzision.

21. Minute: Was auch klar ist: Gegen defensiv starke Lausanner wird es nun ein Husaren-Stück für den schlechtesten Angriff der Liga.

17. Minute: Eine attraktive Startphase hier. Defensiv stimmt da so manches noch nicht in der neu formierten Wiler Abwehr. Lausanne kommt immer wieder über die linke Wiler Abwehrseite.

15. Minute: Und dann müsste auf der Gegenseite das 2:0 fallen: Wieder der auffällige Oliveira, der fast bis zur Grundlinie durchgeht. Er spielt zur Mitte wo Koura nur noch den Fuss hinhalten muss vor dem leeren Tor. Völlig überraschend geht der Ball knapp am rechten Pfosten vorbei. Riesen-Dusel für die Wiler.

13. Minute: Und gleich wieder die Äbtestädter: Breitenmoser versucht es von knapp ausserhalb des Strafraums. Doch der Versuch wird von Loosli geblockt. Der Corner danach bringt dann nichts ein.

12. Minute: Die nächste Ausgleichschance: Cortelezzi lässt zuerst schön Loosli stehen, kommt dann aber nicht an Goalie Castella vorbei. Schade.

11. Minute: Dann fasst sich Oliveira ein Herz und versucht es aus gut und gerne 20 Metern. Drüber.

9. Minute: Es war nach 1:15 Minuten übrigens das früheste Wiler Gegentor dieser Saison. Gebrochen wurde der unschöne Rekord um gut eine Minute. In Aarau beim Rückrunden-Start waren die Wiler in der 3. Minute in Rückstand geraten.

5. Minute: Das war schon eine Top-Ausgleichschance: Freistoss-Gelegenheit für die Wiler aus 18 Metern Distanz, halbrechte Position. Doch Lombardi schiesst knapp drüber. Da hat rund ein halber Meter gefehlt.

4. Minute: Lausanne muss schon ein erstes Mal wechseln. Pos geht raus. Schön, wenn man Loosli einwechseln kann.

2. Minute: TOOOOR FC Lausanne-Sport durch Dominguez zum 1:0. Was für ein Kaltstart für die Wiler. Das sind gefühlt höchstens null Grad hier auf der Pontaise. Die Wiler sind auf der linken Abwehrseite noch nicht organisiert. Oliveira geht durch, spielt zur Mitte. Dominguez macht noch ein paar Schritte, da er Zeit hat, und schiebt flach ein.

1. Minute: Der Ball rollt. Bei tiptopen Bedingungen. Sonnenschein, rund 10 Grad.

Zu den Klängen von Van Halens "Jump" sind die Mannschaften aufgelaufen. In Kürze geht es los mit FC Lausanne-Sport - FC Wil. Viel Vergnügen.

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Ein paar wenige FC-Wil-Fans haben die Reise ins ferne Lausanne mitgemacht und bringen sich lautstark ein.

Geleitet wird das Spiel vom gerade einmal 24-jährigen Schiedsrichter Johannes von Mandach aus Brugg. Es ist erst sein zweites Challenge-League-Spiel.

Der FC Lausanne-Sport beginnt in einem 4-4-2-System mit Raute wie immer mit Castella im Tor. Die 4er-Abwehr bilden von rechts nach links Pos, Nganga, Brandao und Flo. Im Mittelfeld agieren von rechts nach links Puertas, Kukuruzovic (defensiv), Dominguez (offensiv) und Captain Pasche. Das Sturmduo bilden Koura (rechts) und Oliveira.

Kommen wir nun zu den Mannschafts-Aufstellungen. Der FC Wil wird in einem 4-1-4-1-System mit dem Lausanner Zivko Kostadinovic im Tor beginnen. Die Abwehr bilden von rechts nach links Gonçalves, Havenaar, Rahimi und Schäppi. Defensiver Mittelfeldspieler ist Zé Eduardo. Im Mittelfeld laufen auf von rechts her gesehen auf: Audino, Lombardi, Breitenmoser und Cortelezzi. Einziger Stürmer ist der Ex-Lausanner Silvio. Nach auskurierten Verletzungen sind mit Captain Lombardi und Schäppi zwei Stützen zurück im Team. Von Niederhäusern ist gesperrt.

Gegner Lausanne-Sport hat gestern Abend eine Steilverlage geliefert bekommen – und zwar von den beiden wohl einzigen Verfolgern um den Barrage-Platz. Dank des Ausgleichs des Winterthurers Marvin Cavar in der Nachspielzeit in Aarau trennten sich die beiden Teams 2:2, womit keiner richtig Druck machen kann auf die Waadtländer. Diese können sich heute ein Polster von fünf Punkten auf den dritten Platz erarbeiten – ein Sieg gegen den FC Wil vorausgesetzt.

Ein Wiler Sieg wäre gleichbedeutend mit dem ersten Vollerfolg im dritten Spiel unter dem neuen Trainer Ciriaco Sforza. Spannend wird zu beobachten sein, ob die Äbtestädter hier im Lausanner Olympiastadion mit der geforderten offensiven Power zu agieren im Stande sind.

Die Hauptfrage, die sich heute stellt: Gelingt dem FC Wil der erste Auswärtssieg in seiner gesamten Vereinsgeschichte gegen Lausanne-Sport? Es ist auf der Pontaise wie verhext und will einfach nicht sein. So zum Beispiel am 29. September des Vorjahres, als Silvio tief in der Nachspielzeit beim Stand von 2:2 den Pfosten traf.

Es ist mal wieder Fussball Trumpf am Samstag-Vorabend. Heute steht in der Challenge League das Auswärtsspiel des FC Wil beim Tabellenzweiten FC Lausanne-Sport an. Simon Dudle begrüsst Sie von hoch über dem Genfersee zu diesem Spiel der 29. Runde und tickert für Sie durch eine hoffentlich unterhaltsame Partie.

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Die Vorschau:

Das Programm des FC Wil hat es dieser Tage wahrlich in sich. Nach dem Spiel gegen den Tabellenführer aus Genf folgt nun die Partie gegen Lausanne-Sport, das aufgrund der finanziellen Möglichkeiten mit dem Chemie-Konzern Ineos im Rücken nichts anderes ist als der Liga-Krösus. Danach kommt mit dem FC Aarau gleich der nächste Grosse zu Besuch. Doch verstecken müssen sich die Wiler nicht. Einerseits haben sie am vergangenen Samstag beim 1:1 gegen Servette gezeigt, dass sie auch mit dem Leader mithalten können. Andererseits hinterliessen die Lausanner bisher keinen unwiderstehlichen Eindruck, auch wenn sie auf dem Barrage-Platz stehen und so wenige Niederlagen wie kein anderes Team kassiert haben.

Die Wiler:

Zum Glück dürfen die Äbtestädter wieder gegen ein Spitzenteam ran. Das lässt sich sagen, wenn man die Resultate der ersten zehn Spiele dieser Rückrunde analysiert. In den fünf Partien gegen die vor dem FC Wil klassierten Mannschaften gab es nur eine einzige Niederlage – beim Rückrundenstart in Aarau. Aus den fünf Spielen gegen die hinter ihm klassierten Teams resultierte 2019 noch keinen Sieg und es gab nur gerade zwei Punkte. Vom dem her stehen die Chancen gut, das Lausanner Olympiastadion nicht mit leeren Händen zu verlassen. Wird gar ein Sieg eingefahren, wäre das hingegen von historischem Ausmass. Denn einen Auswärtssieg gegen Lausanne-Sport gab es in der gesamten Klubgeschichte es FC Wil bisher noch nicht.

Immer extremer wird die Situation mit den vorbelasteten Spielern. Zwar hat Nick von Niederhäusern am vergangenen Samstag gegen Genf seine vierte Verwarnung der Saison kassiert und fehlt in Lausanne. Trotzdem stehen gleich zehn Spieler mit drei oder sieben gelben Karten da. Bisher drei Verwarnungen kassiert haben Zivko Kostadinovic, Nikki Havenaar, Silvano Schäppi, Sandro Lombardi, Sergio Cortelezzi, Silvio und Andelko Savic. Siebenmal verwarnt wurden bisher Michael Gonçalves, Ivan Audino und Enis Latifi.

Das Sforza-Interview:

Wie hat sich der neue FC-Wil-Trainer Ciriaco Sforza eingelebt? Welches Kapitel seines Lebens würde er gerne löschen? Wie wird das Toreschiessen trainiert? Wird auch auf der Pontaise «Power-Fussball» angestrebt? Fragen über Fragen. hallowil.ch hat Sforza vor dem Lausanne-Spiel zum Video-Interview getroffen:

 
Der neue FC-Wil-Trainer Ciriaco Sforza sagt im hallowil.ch-Interview, ob er schon Handlungsbedarf im Kader festgestellt hat.

Die Lausanner:

Wer mit einem Budget von kolportierten 12 Millionen-Franken in die Saison startet, kann nur den Aufstieg zum Ziel haben. Wer in einer frühen Phase des letzten Meisterschaftsviertel elf Punkte Rückstand auf den Leader hat, kann nicht zufrieden sein. Und trotzdem ist das Saisonziel Aufstieg noch in Reichweite – höchstwahrscheinlich über die Barrage. Auffallend ist, dass die Waadtländer nach einem Schnitt in der Winterpause trotz hohem Budget nun eine relativ junge Mannschaft stellen. Diese ist äusserst schwer zu besiegen. Erst dreimal mussten die Waadtländer in dieser Saison als Verlierer vom Platz. Das ist eine Niederlage weniger als der entrückte Leader Servette aufweist. Allerdings spielen die Waadtländer in jedem zweiten Spiel unentschieden und sind somit die Remis-Könige der Liga. 14 der 28 Partien mit Lausanner endeten mit einer Punkteteilung. Sollten die Lausanner den Aufstieg verpassen, so kommen sie nächste Saison immerhin in den Genuss von vier Stadt-Derbys – allerhöchstwahrscheinlich. Denn Stade Lausanne-Ouchy, gegen das sich der FC Wil im Jahr 2016 unter türkischer Führung im Cup bis auf die Knochen blamiert hat, steht unmittelbar vor dem Aufstieg. Dieser kann womöglich bereits am Samstag dingfest gemacht werden.