Conny Dierauer-Jahn, was brachte Sie auf die Idee eines Nostalgie-Programms zu den achtziger Jahren?

Man könnte wirklich meinen, das sei ein Therapie-Projekt gewesen. (lacht) Nein, im Ernst, die 80er Jahre waren meine Teenager-Zeit und die Musik aus dieser Zeit hat bis heute einen besonderen Stellenwert. Ich glaube, das ist bei den meisten so. Die Musik aus den Jahren zwischen 12 und 20 verbindet man mit besonderen Erlebnissen. Vieles hat man damals zum ersten Mal erlebt. Das Leben war ein Abenteuer. Dieser besonderen Zeit und ihrer Musik wollte ich mit dem Programm ein Kränzchen binden.

Ihr Programm heisst «Kassettli», haben Sie damals die Hitparade auf Band aufgenommen, oder was inspirierte Sie zu diesem Titel?

Ich bin tatsächlich fast jeden Sonntag vor meinem Kassettenrecorder gesessen und habe die Radiohitparade aufgenommen. So habe ich mir meine Mix-Tapes mit meinen aktuellen Lieblingssongs selbst erstellt. Das ist aber nicht immer auf Anhieb gelungen, da manchmal der Anfang oder Schluss eines Songs nicht optimal drauf war. Sehr oft hatte ich aber auch noch die Stimme des Moderators drauf, der einfach in den Schluss des Liedes reingeredet hatte. Ärgerlich! (lacht). Meine liebsten Kassetten sind aber auch oft dem Abspielgerät zum Opfer gefallen, wurden aufgewickelt und wenn ich grosses Pech hatte, konnten sie nicht mehr befreit werden.

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Mit einer Prise Schalk und Nostalgie blickt Conny Dierauer-Jahn in ihrem neuen Programm auf die Zeit der achtziger Jahre zurück. (Foto: pd)

Welche persönlichen Erinnerungen haben Sie an diese Zeit, viele Discobesuche und mit den Leggings und Stulpen ins Aerobic-Training?

Da gibt es viele Geschichten, die ich auch in meinem Programm erzähle. Diese Zeit war für mich sehr von Musik geprägt und viele Songs aus der Zeit rufen Erinnerungen hervor. Sei es die bunten Abende im Skilager, die ersten «Fetz»-Partys, Besuche in der OLMA-Halle 7 oder Sommerferien an der Adria-Küste.

Vermissen Sie die Karottenhosen, die Walkmans und die Neue Deutsche Welle?

Ich schaue mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Zeit zurück. Wenn ich etwas vermissen würde, wäre es glaube ich die Leichtigkeit und Einfachheit der Zeit. Den Technischen Fortschritt begrüsse ich aber sehr und bin auch froh, dass gewisse modische oder musikalische Sünden verschwunden sind.

Was wird das Publikum am Premiereabend erleben können?

Ein Abend voller Erinnerungen an eine Zeit mit wunderbarer Musik, die ich auf meine eigene Art interpretieren werde. Ich hoffe, dass das Publikum genauso viel Spass an der Reise in die Vergangenheit hat wie ich.

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Conny Dierauer-Jahn ist  auch mit der Band «Les Deux en plus» als Interpretin von französischen Chansons unterwegs. (Foto: pd) 

Das Schwelgen in der Musik von Depeche Mode und Nena ist nicht ihre einzige musikalische Vorliebe, womit kann man Sie sonst noch auf der Bühne erleben?

Meine musikalischen Kompetenzen bewegen sich irgendwo zwischen Pop, Chanson, Musical und Jazz. Grundsätzlich bin ich aber immer wieder offen für Neues. Aktuell bin ich neben meinem Loop-Gerät-Soloprogramm noch mit der Band «Les Deux en plus» und französischen Chansons unterwegs. Infos zu meinen Aktivitäten gibt’s immer auf meiner Website www.dierauer-jahn.ch. Dort sind auch Infos und Tickets zur Premiere von «Kassettli» verfügbar.