Viele Schulen beschäftigen sich heute mit Themen im Energie- und Klimabereich – meist aber punktuell und in Einzelprojekten. Hier setzt die Auszeichnung für «Energieschule» an. Sie ist ein Leistungsausweis für Bildungsinstitute, die eine vertiefte, kontinuierliche Bearbeitung der Themenbereiche verfolgen. Energieschulen zeigen den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen in der Schulkultur, setzen ein Jahresprogramm mit Energie- und Klima-Aktionen um und integrieren die Themen Energieeffizienz, erneuerbare Energien sowie sorgfältige Ressourcennutzung in den Unterricht. Das Label wird alle vier Jahre überprüft und je nach dem wieder erteilt.

Die Oberstufe Kirchberg hat sich im Mai des vergangenen Jahres entschieden, die Herausforderung anzunehmen und sich die Auszeichnung als erste «Energieschule» im Kanton St.Gallen zu sichern.

Führungen auf das Schulhausdach

Am Freitag war die Bevölkerung zum Energiefest eingeladen. Den ganzen Tag präsentieren die Schüler verschiedene Attraktionen, um die Möglichkeiten der Nachhaltigkeit zu zeigen. Solarboote aus Petflaschen, Windrädchen, Solarblumen und Tischventilatoren konnten unter Anleitung gebastelt werden. Eine andere Gruppe Schüler zeigte den Interessierten das Schulhaus und die diversen Departemente, wo gespart oder optimiert wurde. So wurde in einem Raum Karton, Papier, Plastik und Tintenpatronen gesammelt. Im Keller konnte man sich die Wasserversorgung und die Heizung erklären lassen. Auf dem Schulhaus-Dach sind 86 grosse und kleine Solarpanels montiert. Die Grossen sorgen für das Warmwasser und die kleinen für Strom. Auf dem benachbarten Turnhalle-Dach sind weitere 224 Panels montiert, die für die Stromerzeugung genutzt werden.

Zahlreiche Mittelstufen-Schulklassen aus Bazenheid, Gähwil und Kirchberg waren vor Ort, und bastelten mit grosser Begeisterung die kleinen solarbetriebenen Spielzeuge.

Energieschule nicht um des Labels Willen

Schulleiter Christoph Gerber ist mit grosser Begeisterung dabei. Bereits im Jahr 2000 habe die Schule die ersten Versuche mit Solarpanels gestartet. Dies geschah damals anlässlich eines Green-Peace-Projektes. Die Schule hatte vier Panels kostenlos erhalten, mit der Auflage in den folgenden Jahren die Anlage stetig zu vergrössern. Auch in Sachen Nachhaltigkeit ist die Oberstufenschule Lerchenfeld schon länger bewusst unterwegs. Die Bewerbung im Mai 2018 sei eingereicht worden, um der Sache zu dienen und nicht um des Labels Willen. Der Hype um Greta Thunberg und die Klimadiskussion sei nun einfach hinzugekommen und habe auch die Schüler sensibler für das Thema gemacht, berichtet Gerber.

Die offizielle Erteilung das Labels «Energieschule» wird am 11. Oktober in Locarno am Energietag erfolgen, wo auch die Labels «Energiestadt» und «Energiestadt Gold» vergeben werden.