Die Schule Lichtensteig lege bereits heute viel Wert auf Bewegung und Sport, schreiben die Projektpartner in einer gemeinsamen Medienmitteilung vom Mittwochvormittag. In einem Forschungsprojekt kooperiere die Primarschule nun mit der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (PH FHNW) und mehreren privaten Unternehmen, um den Bereich weiter zu stärken. Dazu würden im Primarschulhaus auf einem Stockwerk Netze eingebaut und so «eine innovative Lernraumumgebung geschaffen». Der Start ins Projekt erfolge in der letzten Januarwoche, heisst es weiter.


Bewegte Schule Lichtensteig

Die Schule Lichtensteig sei eine der beiden am Projekt beteiligten Umsetzungs­partner. Sie stelle mit dem historischen Schulhaus «eine optimale Forschungsinfrastruktur zur Verfügung». Den Schulen beratend zur Seite stünden der Architekt und Schulraumentwickler Andreas Hammon aus Mogelsberg (Architektur & Entwicklungsräume) sowie Thomas Ferwagner (Officium Design Engineering), internationaler Spezialist für begehbare Netze.

Die Schule Lichtensteig setzt sich seit vielen Jahren für Bewegung und Sport ein, Grund für die Weiterentwicklung von Infrastruktur und Unterricht sei nun, «dass die Volks­schule im Allgemeinen mit Lernraumkonzepten aus dem 19. Jahrhundert operiert: Statisches Sitzen am Pult ist die Lernrealität von vielen Primarschüler». Dabei wirke sich Bewegungsman­gel bei Kindern nach­weislich negativ auf die Lernfähigkeit aus und zähle zu den grössten gesundheitlichen Risikofaktoren.

Im Projekt «Netzwelten – Lernen in Bewegung» werde eine «innovative Lernraumgestaltung in der Primarschule entwickelt und getestet, um Lernstörungen zu entschärfen und gesundheits­fördernd zu wirken», heisst es in der Medienmitteilung weiter. Die Lernumgebung ermögliche im täglichen Unterricht aktives Lernen mit mehr Bewegung. Es gäbe bisher kein mit Netzwelten vergleichbares Angebot, obwohl das Potenzial von Netzen als «lernraumgestaltendes, gesundheits- und lernför­derndes Element» als sehr hoch eingeschätzt werde. Zudem sei der Einbau ist kostengünstig zu realisieren.

Forschungs- und Kooperationspartner

Beim Projekt arbeite die PH FHNW eng mit zwei Schweizer Unternehmen zusammen: Zum einen mit der Jakob Rope Systems AG, Trubschachen, die Lösun­gen für die spezifischen Sicherheitsanforderungen (dehnungsarme Textilseile/-netze für den Innen- und Aussenraum) entwickele, Netzwelten-Prototypen einbaue und die ganze Breite an Anwendungsmöglichkeiten evaluiere. Zum anderen mit der Novex AG, Hochdorf, die zwei Prototypen (Empore, Kokon) mit Netzelementen für einen einfachen Einbau in Schulzimmer entwickle.

Das Team der PH FHNW untersuche, wie die Netzwelten genutzt werden, wie sich kognitives Lernen, Konzentration, Wohlbefinden von Kindern sowie die Unterrichtskultur verändern werden. Sie entwickle ausserdem «pädagogisch-didaktische Anleitungen zu Netzwelten für diverse Zielgruppen».

Das Projekt «Netzwelten – Lernen in Bewegung» werde auch von Innosuisse, der schweizerischen Agentur für Innovationsförderung unterstützt.