Auch dieses Jahr zeichnete der Prix Lignum Ost die besten neuen Arbeiten mit Holz aus – vom Möbel über den Innenausbau bis zur ganzen Wohnsiedlung. Der Festakt ging im Beisein von allerlei Prominenz aus (Holzbau-)Wirtschaft und Politik – unter anderem wohnten auch die beiden Regierungsräte und Volkswirtschaftsdirektoren Walter Schönholzer (Thurgau) und Beat Tinner (St. Gallen) dem Festakt im imposanten Holzgebäude der Holzhandelsfirma Kuratle & Jaecker in Märstetten bei, vonstatten.

Das Bauen mit Holz boomt

Die Zahl der zur Bewertung durch eine Fachjury eingereichten Objekte war mit 120 so gross wie noch nie. Walter Schönholzer freute sich denn auch in seiner Festansprache, dass das Bauen mit Holz derzeit so boome. Der Kanton Thurgau gehe als gutes Vorbild voran, was diverse geplante, sich im Bau befindliche oder sogar schon realisierte Bauten zeigten. Als ein mögliches Beispiel erwähnten Schönholzer als auch der Geschäftsführer von Lignum Ost, Simon Biegger, das Eidgenössische Kompetenzzentrum für Holztechnologie, Gebäude-IoT und Nachhaltigkeit. Könnte diese «einmalige Gelegenheit» wie von Lignum Ost geplant, am Murgbogen in Frauenfeld gebaut werden, so verfügte der Thurgau über einen «Leuchtturm», der weit über die Region aufs ganze Land ausstrahlen und seine positiven Spuren hinterlassen würde. Ganz generell sei das Ende der Fahnenstange in Sachen «Bauen mit Holz» noch lange nicht erreicht. Mit Sätzen wie «es gibt nach wie vor zu viele Hallen, bei deren Bau kein Holz verwendet wird» und «Wir müssen wegkommen von der Wegwerfmentalität und die einheimische Wertschöpfung wieder schätzen“, sprach Schönholzer den Anwesenden aus dem Herzen.

Ländlicher Raum stand im Fokus

Die prämierten Objekte wurden von Andres Herzog, Redaktor Architektur bei «Hochparterre», vorgestellt und ausgezeichnet. Dabei fiel auf, dass die prämierten Projekte aus der Region Ost alle für ländliche Themen stehen. Im Landwirtschaftlichen Zentrum in Salez (1. Rang) lehren angehende Bäuerinnen, wie man in der Landschaft klug mit Holz bauen kann. Der Umbau oberhalb von St. Antönien (2. Rang) rüstet ein abgelegenes Ferienhaus feinfühlig für die Bedürfnisse von morgen. Und die Zimmerei und Schreinerei in Matt (3. Rang) ist beispielhaft für viele Werkhallen, die im ländlichen Raum stehen. Fünf weitere Projekte erhielten ebenso eine Anerkennung.

Darüber hinaus vergab Lignum Ost in Eigenregie noch drei Anerkennungspreise für die drei besten Thurgauer Holzprojekte. Paul Koch, Präsident von Lignum Ost, konnte drei «absolut preiswürdige» Holzbauten auszeichnen. Den ersten Platz belegte dabei der Werkhof der Gemeinde Matzingen, den zweiten Rang der Gemeinschaftsbau am Ekkharthof in Lengwil und den dritten Rang die Schulanlage Islikon. 

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Lignum Ost-Präsident Paul Koch (links) freute sich mit den Regierungsräten Walter Schönholzer (Mitte, Thurgau) und Beat Tinner (rechts, St. Gallen) über die prämierten Holzbauten, welche den ländlichen Raum und die traditionelle Baukunst aufwerten.Grosse Freude hatten die Vertreter der Gemeinde Matzingen, wurde doch deren neuer Werkhof mit dem Anerkennungspreis von Lignum Ost im 1. Rang ausgezeichnet.