An diesem Sonntag stimmt das Schweizer Stimmvolk über zwei nationale Vorlagen ab, und zwar über die «Ehe für alle» sowie über die «99-Prozent-Initiative». Im Kanton St. Gallen wird ein Gesetz zur Abstimmung gebracht, welches die wirtschaftliche Unterstützung von Unternehmen regeln soll, die wegen der Pandemie Hilfe brauchen. In Münchwilen polarisiert zudem der geplante Neubau der Mehrzweckhalle «Chäferfest». 

Das zeigen auch die Umfrage und die Leserstimmen, die die Redaktion im Vorfeld erreicht haben. Die Auswertung der Leserumfrage zeigt: Die Mehrheit hätte ein «Nein» in die Urne gelegt. Insgesamt sind 215 Stimmen eingegangen, davon sind 97 für einen Neubau, 116 dagegen und 2 sagen «weiss nicht». Heute wird entschieden, wie die offizielle Abstimmung ausgeht. hallowil.ch bleibt dran.

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An der hallowil.ch-Leserumfrage konnte man bis zum Tag vor der Urnenabstimmung mitmachen. Insgesamt wurden 215 Stimmen abgegeben. (Screenshot: Janine Meyer)

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So hat hallowil.ch bisher berichtet und diese Stimmen haben die Redaktion bis zum 17.9.21 erreicht:

Pro und Contra MZH «Chäferfest» Münchwilen: Wie stimmen Sie?

Bewegend, polarisierend, kontrovers: Nicht immer müssen es weltbewegende Themen sein, die unsere Leserschaft umtreiben. Ganz im Gegenteil, denn die wirklich wichtigen Dinge geschehen sozusagen vor der Haustür. In Münchwilen gibt gerade das Stichwort «Chäferfest» zu reden: Am 26. September wird über den Bau einer neuen Mehrzweckhalle abgestimmt. Reden Sie mit, wir veröffentlichen Ihre Pro- und Contra-Stimmen oder sagen Sie in der Leserumfrage am Ende Ja oder Nein.

Am 26. September fällen die Stimmbürgerinnen und -bürger in Münchwilen den Grundsatzentscheid darüber, ob auf dem Schulareal Oberhofen eine neue Mehrzweckhalle gebaut werden soll oder nicht. hallowil.ch veröffentlicht im Vorfeld an die Abstimmung an dieser Stelle Pro- und Contra-Stimmen zum Projektierungskredit für den Neubau. Das Siegerprojekt «Chäferfest» ging aus einem Projektwettbewerb hervor.

Für oder gegen den Neubau – auf jeden Fall aber für den Austausch darüber? Dann melden Sie sich bei uns*! Bei uns können Sie Ihre Stimme ausserdem jetzt schon abgeben, und zwar in der Umfrage unten am Artikel.

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Symbolbild: alexas_fotos by pixabay.com

Contra: Warum...

...müssen sich Vereine an zwei Standorten in unserem Dorf niederlassen, in der Waldegg und in Oberhofen? Ist es nicht zielführender für die Zukunft und die Expansion der Vereine sich bei der Oberstufe in der Waldegg zu konzentrieren? Da finden bereits Grossanlässe mit Verpflegung und Unterhaltung statt. Auch Nachbesserungen sind da bestimmt möglich.

Unterstufenschüler brauchen viel mehr Auslauf und Pausenraum, wir dürfen nicht mit einem Grossprojekt das Areal zubauen. Wenn ich an die Überbauungspläne unserer grünen Wiesen in Münchwilen denke, vermute ich, dass die Schule das Gelände zukünftig bestimmt für sich selber brauchen wird. Zudem steht die Turnhalle Oberhofen unter Schutz und der Schutz sollte bekanntlich bei einem Angriff funktionieren. Ist es nicht völlig unzeitgemäss und ein ökologischer Unsinn diese gute, gesunde Bausubstanz abzureissen und zu entsorgen (EMPA/ETH), obwohl die Schule für einen Neubau, eine grössere Turnhalle gar keinen Bedarf hat? Ein Nein fördert Lösungen die beiden Interessenten dienen, ökologischer sind und vor allem viel weniger Steuergelder verschlingen.

Marlène Högger, Dipl. Architektin FH, Baubiologin, Münchwilen TG

Eingang: 19.9.2021, 21.12 Uhr

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Pro: «Lebenswertes Münchwilen oder Schilda?»

Wenn das lebenswerte Münchwilen geprägt wird von Halbwahrheiten und negativen Aussagen, ist das sehr schade und es würde mich nicht wundern, wenn auf der Ortstafel dann der Name Schilda stünde. Leider hat die Schulbehörde in der Abstimmungsvorlage wissentlich oder unwissentlich die Stärken und Schwächen in der Botschaft verwässert und behauptet eine neue MZH sei für die Schule nicht notwendig.

Die Schule benötigt in Oberhofen nebst 4 Schulhäusern auch zeitgemässe Räume für den Sport und zudem den Mittagstisch, dies wurde nämlich für den Wettbewerb von der Schulbehörde selbst gefordert. Nun kommt zum wiederholten Male der Vorschlag, die baufällige Turnhalle zu renovieren, wobei man gleichzeitig den Mittagstisch in den Keller verbannt und sonst keinen weiteren Nutzen schafft. Die Schildbürger würden dann das Licht mit Säcken in den Keller bringen. Soll dies unsere zukünftigen Leistungsträger (Kinder) erleuchten?

Es wird auch nicht als Schwäche aufgeführt, dass die Kinder in den nächsten Generationen täglich über zwei Hauptstrassen und Bahn zum Turnunterricht müssten. Es scheint der Behörde nicht wichtig, dass auf dem Schulhof tagsüber unter der Woche im Durchschnitt mehr Autos stehen als auf dem Coop Parkplatz (min. 30).

Es gäbe Bedarf für Schulendfeiern, wie das an der Oberstufe mit Musicals praktiziert wird sowie die bekannten Bandtreffen, Theater und vieles mehr.

Kinder sind kulturelle und soziale Wesen und unsere Zukunft. Wenn jedoch die Schulkinder, die Teenager und junge Erwachsene nicht in Betracht gezogen werden, bräuchte es kein Projekt und wir könnten Steuern senken. Dies ist doch das eigentliche Anliegen der Gegner, um kurzfristig vermeintlich ein paar Steuerfranken einzusparen, und zwar nicht wie vermittelt wird für die Pensionäre und Familien, sondern für ein paar einzelne Bürger, welche den Individualismus einem aktiven Dorfleben vorziehen.

Ein Lebenswertes Münchwilen verbinde ich mit positivem Denken, persönlichem Engagement und weniger mit Angstmache. Investieren wir in ein soziales und kulturelles Miteinander und damit ins Projekt Chäferfäscht.

Jean-Pierre Karlen

Eingang: 16.9.21, 11.39 Uhr

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Contra: «Mangelnde Akustik Sporthalle Waldegg»

Die mangelnde Akustik in der Sporthalle Waldegg ist einer der Argumente der Befürworter der Mehrzweckhalle. Durch meine jahrelangen Erfahrung im Konzert- und Event-Geschäft, habe ich in Bezug der Akustik eines gelernt.

Mit einem sauberen Akustik-Konzept und dem heutigen Stand der Technik ist man heute in der Lage, jeden Raum mit einer guten Akustik zu beschallen. Ein solches Konzept und die dafür benötige Technik, würde ein Bruchteil kosten, als die neue Mehrzweckhalle mit +/- 16 Millionen.

Deswegen werde ich «Combo» zustimmen, dem alternativen Projekt der Schulbehörde. 

Kyle Krüsi

Eingang: 15.9.21, 15.59 Uhr

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Contra: Mehrzweckhalle Münchwilen

Die Vereine in Münchwilen stellen den Anspruch, eine neue Mehrzweckhalle inkl. Tiefgarage zu bekommen. Die Schulgemeinde braucht dieses Gebäude nicht, wie sie mehrmals erwähnt hat und in der Abstimmungsempfehlung vom 5. Juli 2021 klar zum Ausdruck bringt.

Dass sich die Vereine das nun wünschen ist völlig verständlich. Hat man doch im Vorfeld die Bedürfnisse dieser Vereine abgeholt und damit gewisse Erwartungen an einen Neubau geweckt. Die Kosten hat man erst ermittelt, als alle Bedürfnisse abgedeckt werden konnten. Dementsprechend hoch fiel auch die Investitionssumme von +/- CHF 16 Mio. aus. Die laufenden Betriebskosten werden nochmals ca. CHF 650'000.-- jährlich in die Jahresrechnungen gebucht .

Um das Vorhaben doch noch durchzubringen versucht man nun schrittweise die Investitionssumme zu reduzieren. In einem Leserbrief stellt ein prominenter Münchwiler die Behauptung in den Raum, man könne das Vorhaben für CHF 13 Mio inkl. Bewirtschaftung der Tiefgarage realisieren. Eine nicht fundierte Behauptung bringt uns hier nicht weiter. Es werden weder Berechnungen vorgelegt noch die Einsparungen aufgezeigt. Wir wissen aus Erfahrung, dass die Baukosten eher höher ausfallen als die Kostenvoranschläge. Letztes Beispiel war der Garderobenanbau  Waldegg - ebenfalls auf Wunsch der Vereine. Dieses Investment hat etwas über 1 Mio gekostet.

Die Schulgemeinde Münchwilen hat mit ihrer Abstimmungsbotschaft meiner Meinung nach gute Arbeit geleistet. Sie hat die Kosten mit Experten ermittelt, die Vor- und Nachteile eines Neubaus dem COMBO Projekt gegenübergestellt und eine Empfehlung abgegeben. Es gibt keinen ersichtlichen Grund, den Zahlen nicht zu glauben. Wenn man sich mit den Fakten befasst, ist man schnell ins Bild gesetzt.

Ich bitte Sie, unsere Schulbehörde zu unterstützen und den Planungskredit von CHF 1 Mio am 26. September 2021 abzulehnen.

Marco Siegrist, Münchwilen

Eingang: 14.9.21, 16.03 Uhr

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Pro: «Ja zur neuen Turnhalle Oberhofen aus zwei Perspektiven»

Seit zwei Jahren unterstütze ich das Kitu-Leiterteam und alle drei unserer Kinder besuchen die Primarschule Oberhofen. Somit kann ich aus zwei Perspektiven erklären, warum ein «Ja» für die neue Turnhalle Oberhofen wichtig und sinnvoll ist.

Aus Kitu-Sicht: die Infrastruktur der jetzigen Turnhalle ist sehr veraltet. Garderobe, WC-Anlagen, Geräteräume, Turngeräte, Hallenwände sowie -boden, Lichtanlage, etc. sind nicht mehr den heutigen Standards entsprechend. Teils können Geräte (z.B. Reckstange) nicht mehr benutzt werden, weil sie den Sicherheitsvorgaben nicht mehr entsprechen. Wer also die Anlage kennt, kann sich ausrechnen, dass das Budget für die «Sanierung» bei weitem nicht reichen würde und auch längst nicht alle renovationsbedürftigen Bauteile in Betracht gezogen wurden.

Mit der neuen Turnhalle hätte das Kitu wieder die Möglichkeit in einer modernen Turnhalle, in welcher alle Sicherheitsaspekte berücksichtigt wurden, gefreute Turnstunden zu geniessen.

Aus Sicht einer Mutter: Meine Kinder müssen teilweise für das Turnen in die Waldegg (Sekundarschule) laufen, was mit der Überquerung zweier grosser Hauptstrassen sowie einem Weg von 10 Minuten verbunden ist. Diese zweimal 10 Minuten bedeuten 20 Minuten weniger Sport oder Pause. Mit der neuen Turnhalle wäre es möglich, dass alle Klassen der Schule Oberhofen vor Ort Turnen könnten. Zudem würde es mit der geplanten Tiefgarage eine enorme Verkehrsberuhigung auf dem Gelände geben. Der Parkplatz vor der jetzigen Turnhalle führt immer wieder zu sehr heiklen Situationen.

Bleiben Sie zukunftsorientiert. Stimmen Sie «Ja» zum Neubau Mehrzweckhalle Oberhofen für mehr Sicherheit, Turnqualität und Zeitersparnis.

Cécile Nadler

Eingang: 13.9.21, 15.51 Uhr

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Contra: Spielplatz ohne «Chäfer»

Damit die ältere Generation festen und feiern kann, müssen ca. 400 Schulkinder auf ihren Sport- und Spielplatz verzichten !

Darum solidarisiere ich mich mit den Kindern, die keine Stimme haben an der Urne ! Deshalb «Nein» am 26. September zum Wahnsinnsprojekt «Chäferfest»

Esther Lauener

Eingang: 13.9.21, 11.56 Uhr

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Contra: «Turnhalle Oberhofen – Üs g‘fallts z‘Münchwile»

Darum müssen wir das Wahnsinnsprojekt „Chäferfest“, das weder jung noch alt dient, an der Urne versenken !

Peter Steudler

Eingang: 12.9.21, 21.55 Uhr

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Contra: «Mehrzweckhalle Münchwilen»

Die Befürworter einer neuen Mehrzweckhalle «Chäferfäscht» in Münchwilen argumentieren unter anderem, dass mit einem Neubau der Klimaneutralität Rechnung getragen werden könne. Woher sie diese Erkenntnis haben bleibt absolut schleierhaft, denn anerkannte Fachleuchte sagen das Gegenteil:

Weniger abzubrechen und Objekte länger zu nutzen bringt bezüglich Nachhaltigkeit mehr. Um das Neue entstehen zu lassen, wird alles Bestehende abgeräumt: ein veraltetes, auf unbegrenzte Ressourcen basierendes Konzept, das man sich im 21. Jahrhundert nicht mehr leisten kann. (Prof. Silke Langenberg, ETH-Zürich)

Ein Abbruch der denkmalgeschützten Turnhalle Oberhofen wäre unverhältnismässig und aus volkswirtschaftlicher Sicht unsinnig. Denn im Zuge der an Bedeutung stark zunehmenden und notwendigen Wahrnehmung der Öffentlichkeit für Fragen der Nachhaltigkeit von Bauwerken kann eine moderne öffentliche Bauwerkseigentümerschaft einen Abbruch eines Gebäudes, das sich in einem guten Bauwerkszustand befindet, nicht verantworten.

Bauwerke dürfen heute nicht mehr als Konsumgüter betrachtet werden. Bauwerke sind Teil des volkswirtschaftlichen Vermögens unserer Gesellschaft. Dieses Vermögen ist verantwortungsvoll zu verwalten und zu erhalten. Dazu stehen neuartige Vorgehensweisen und eine entsprechende Sensibilität von Berufsleuten aus Architektur, Ingenieurwesen und Bauausführung zur Verfügung. (Prof. Eugen Brühwiler, Dr. dipl. Bauing. ETH/SIA, Professor EPFL, Experte eidg. Denkmalpflege)

Wir müssen jetzt umdenken. Wir müssen jetzt damit aufhören, bestehende Gebäude durch Neubauten zu ersetzten.(Architekturforum Ostschweiz: Severin Lenel, Architekt, Umweltingenieur und Ökonom, St.Gallen)

Umbau statt Neubau, längere Erneuerungszyklen, Förderung der Kreislaufwirtschaft: Ein Paradigmenwechsel im Bausektor ist in vollem Gange. Mit der im Juni lancierten Klimaoffensive Baukultur geht ein spannendes Vorhaben an den Start. Damit verbunden ist die zentrale Botschaft: Das Erreichen der Klimaziele, der Erhalt baukultureller Qualitäten und die Förderung der Biodiversität gehen Hand in Hand. Viele gute Beispiele von rücksichtsvoll sanierten Bauten, clever genutzten Freiräumen und klug eingesetzten neuen Technologien belegen eindrücklich, was machbar ist. Wer das Gegenteil behauptet, spielt bewusst Schwarzer Peter und blockiert damit eine nachhaltige Umweltpolitik der nächsten Jahre. (Stefan Kunz, Geschäftsführer Schweizer Heimatschutz)

Entlang der Eschlikonerstrasse stehen vier denkmalgeschützte Bauten hintereinander, aufgereiht wie auf einer Perlenkette: Die Villa Früh K24, das Schulhaus Nr. 1 K22, die Turnhalle K60 und das Wohnhaus der ehemaligen Metzgerei, heute Alis Kebab Haus K 21. Die Eigentümer von denkmalgeschützten Bauten sind verpflichtet, diese zu pflegen und zu unterhalten.

Unsere Schulbehörde unter der Leitung von Schulpräsident Lukas Weinhappl hat die Zeichen der Zeit richtig erkannt, geht als Vorbild voran und schlägt eine Lösung vor, damit die denkmalgeschützte Turnhalle renoviert werden kann. Unterstützen Sie bitte unsere Schulbehörde und lehnen sie den Planungskredit von Fr. 1'000'000.— für eine neue Mehrzweckhalle am 26. September ab.

Ueli Bohnenblust Architekt, Münchwilen

Eingang: 12.9.21, 18.45 Uhr

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Contra: «Die Schulbehörde Münchwilen empfiehlt den Planungskredit von 1 Million für die neue Doppelmehrzweckhalle ‹Chäferfäscht klein› abzulehnen»

Ihre Nein-Parole leitet die Schulbehörde in ihren Stimmunterlagen transparent und nachvollziehbar her. Sie stellt fest, dass die Schule keine weitere Turnhalle für den Sportunterricht benötigt. Die geplante Doppelturnhalle hätte zur Folge, dass über Jahrzehnte eine Turnhalle auf dem Waldeggareal leer stehen würde.

Über die zu erwartenden Kosten von +/- 16 Millionen und die notwendigen Steuererhöhungen für die Schul- und Ortsgemeinde wurde bereits berichtet.

Ein Punkt, der noch weniger beleuchtet wurde, ist der zusätzliche Landverlust von mindesten 1000 Quadratmeter auf dem Schulareal Oberhofen. Ungefähr 400 (Kindergarten-)Kinder gehen heute dort zur Schule. In den letzten zwei Jahren ist eine grosse Spielwiese durch den Schulhausneubau 4 mit 3 Kindergärten und 6 Schulzimmern verbaut worden. Bei einem weiteren Bevölkerungswachstum müssten dank dem Neubau zusätzlich 60-80 weitere Kinder beschult werden können. Demzufolge ist es unlogisch, dass beim Neubauprojekt der Allwetterplatz im Vergleich zum heutigen «roten Platz» massiv verkleinert wurde und nicht der Normgrösse entspricht. Auch gibt es normalerweise zwischen der Gebäudefassade und dem gerne für Ballspiele genutzten Allwetterplatz einen grosszügigen Sicherheitsabstand. Dieser fehlt ebenso, wie eine Sandgrube für Weitsprung, Klettergerüste und eine Schnelllaufbahn.

Der Schulsportunterricht findet nicht nur in der Turnhalle statt. Sport im Freien, Schulsporttage, Fussballmatches in der Pause, Fangspiele und so weiter sind für Kinder im Primarschulalter, für eine gesunde psychische und physische Entwicklung essenziell. Die bestehenden unverbauten Grün- und Freiflächen auf dem Areal sind das absolute Minimum, welches unsere 400-450 Primarschulkinder in Zukunft brauchen, damit sie ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben können.

Bitte unterstützen Sie unsere Schulbehörde, sie setzt sich für das Wohl unserer Schulkinder ein. Gehen Sie bitte an die Urne und sagen Sie «Nein» zu einer Million Planungskredit für den Neubau «Chäferfäscht» klein in Oberhofen.

Marianne Meienberger

Eingang dieser aktualisierten Version: 13.9.21, 8.04 Uhr

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Pro: «Fairer Abstimmungskampf bitte mit Fakten und nicht mit Behauptungen»

Meinungsbildung und Emotionen gehören zu einem Abstimmungskampf. Fairness und korrekte Fakten sind aber zentral, um sich ein eigens Bild zu machen und sollten selbst­verständlich sein. Bei einem vom Nein-Komitee verfassten Leserbrief mit dem Titel «Chäferfäscht ist doppelt so gross wie der Stadtsaal Wil» bedarf es definitiv einer Korrektur und eine Gesamtbetrachtung. Die nachfolgenden Flächenmasse sind selbst ausgemessen.

Betrachtet man nur die Säle alleine, ist Oberhofen um den Faktor 1,4 grösser als Wil, aber sicher nicht doppelt so gross. Schaut man sich aber die ganze Grundfläche an, welche direkt für den Betrieb der Anlagen notwendig ist, sieht die Sache anders aus. Der Stadtsaal Wil inklusive Garderobe, Foyer, Apéroraum, Bühne und Mobiliarraum ist rund 1‘100 m2 gross – Oberhofen würde rund 1’000 m2 gross. Zudem sollte man die Art der Nutzungsmöglichkeiten und die Belegungsintensität in Betracht ziehen. Der Stadtsaal Wil ist ausgelegt nur für Events, Versammlungen und kulturelle Veranstaltungen der Stadt und daher mit weniger Belegung tagsüber. In der projektierten Anlage in Münchwilen ist eine Mehrfachnutzung vorgesehen: Primarschulsport während des Tages und abends oder an Wochenenden kulturelle und gesellschaftliche Anlässe verschiedenster Art. Und genau das verspricht einen effizienten Einsatz des Steuerfrankens auf Jahrzehnte hinaus.

Sie sehen, schnelle Vergleiche sind nicht immer einfach. Übrigens verhält es sich ähnlich mit den Investitionskosten. Wenn nicht überall das Gleiche drin ist (beispielsweise keine Tiefgarage beim Gegenprojekt), dann ist ein echter Vergleich nicht möglich.

Ich bitte Sie, zu Gunsten eines durchdachten Konzeptes «Ja» zu stimmen am 26. September. Ermöglichen Sie den Schulkindern und den Vereinen eine zeitgemässe Infrastruktur, sagen Sie «Ja» zu einem Neubauprojekt mit Zukunft und zu einem lebenswerten Münchwilen.

Hanspeter Wehrle

Eingang: 13.9.21, 12.10 Uhr

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Pro: «Zahlenspiele rund um die Mehrzweckhalle»

Aus den beiden Meinungsbildungen für und gegen eine neue Mehrzweckhalle in Münchwilen gibt es eine grosse Menge Zahlenspiele. Gegner behaupten, dass unsere Gemeinde Münchwilen einen Neubau nicht finanzieren kann und die Anlage auch nicht braucht. Befürworter sehen im Neubauprojekt eine optimale Investition in die Zukunft, die nachhaltig und finanzierbar ist. Ich bin der Meinung, dass die Mehrzweckanlage für 13 Millionen gebaut werden kann. Die neue Halle beinhaltet viele wichtige Investitionsobjekte für die Gemeindeinfrastruktur: 2 Turnhallen für die Schulanlage Oberhofen, Räumlichkeiten für den Mittagstisch, gute Bedingungen für Vereins-, Polit- und Kulturanlässe. Nicht zu vergessen, die Tiefgarage im Zentrum von Münchwilen, welche eine gute Möglichkeit ist, die Parkierung im Dorfzentrum zu verbessern.

Meine Meinung: Die Chance für etwas Neues packen – wenn nicht jetzt, wann dann?

Eine Sanierung der 80-jährigen Turnhalle Oberhofen kostet, bezogen auf die mögliche Raumnutzung, viel zu viel. Was bedeutet eine historische Turnhalle, wenn vor dem Gebäude immer eine Blechlawine steht? Zudem verbirgt ein Umbauprojekt viele nicht vorhersehbare Unsicherheiten, für welche zusätzliche Kosten entstehen können.

Die Alternative zur Umnutzung der Sporthalle Waldegg ist die schlechteste aller Lösungen. Die Anlage funktioniert heute ausgezeichnet und bietet dem Sport eine gute Infrastruktur. Mit der Umnutzung wird der Sportbetrieb durch politische, kulturelle und andere Anlässe eingeschränkt und es entstehen Abhängigkeiten. Beim geplanten Flickwerk sind die Baukosten nur schwer abzuschätzen.

Wenn ich lese, dass die neue Mehrzweckanlage 16 Mio. kosten soll und die beiden Umbauprojekte 8 Mio., glaube ich, dass da nicht Gleiches mit Gleichem verglichen wird. Ich behaupte, die Kosten für die Mehrzweckanlage liegen bei ca. 13 Mio., inklusive der zu bewirtschaftenden Tiefgarage. So bleibt eine Mehrinvestition von 3,5 Millionen. Ich frage mich, wo sind da die 12 prognostizierten Steuerprozente der Gegner?

Ich habe JA zum Projektierungskredit Mehrzweckhalle gesagt – Sie auch?

Bruno Wick

Eingang: 12.9.21, 17.57 Uhr

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Contra: «Nein zu Neubau «Chäferfäscht»»

Münchwilen stimmt über einen Planungskredit für eine Mehrzweckhalle in Oberhofen ab. Die Baukosten würden 16 Millionen Fr betragen, die jährlichen Folgekosten – Zinsen, Abschreibung, ohne Betriebskosten – 650 000 Fr.

Wir können und dürfen uns diesen Neubau nicht leisten. Die zusätzliche Verschuldung würde den Spielraum der Schulgemeinde für Jahre, ja Jahrzehnte massiv einschränken, bzw. eine Steuererhöhung wäre unumgänglich. Dabei hält die Schulbehörde in ihrer Botschaft fest, dass der Neubau – eine Doppelturnhalle – «schulisch nicht benötigt wird»! Eigentlich macht allein diese Aussage klar, dass das Projekt Neubau ein Nice to have ist, das wir ablehnen müssen. Kommt hinzu, dass die denkmalgeschützte Turnhalle Oberhofen abgebrochen würde, obwohl sie baulich in sehr gutem Zustand ist. Zudem hätte die Schule keine Verwendung mehr für die Einfachturnhalle Waldegg. Das ist kein sorgfältiger Umgang mit bestehender Bausubstanz.

Ich werde «Combo» zustimmen, dem alternativen Projekt der Schulbehörde. Es berücksichtigt und ermöglicht die langfristige Planung der Schulgemeinde. Und es kostet nicht halb so viel wie der aus schulischer Sicht unnötige Neubau in Oberhofen.

Toni Kappeler, Münchwilen

Eingang: 11.9.21, 15.43 Uhr

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Contra: «Chäferfäscht klein immer noch doppelt so gross wie Casino Frauenfeld und Stadtsaal Wil!»

Auch das „Chäferfäscht klein“ ist immer noch zu gross, zu teuer und am falschen Ort! Zwar wurde das Projekt nachträglich verkleinert, bietet aber immer noch 780 Sitzplätze in Bankettbestuhlung und nicht wie von der IG behauptet 400 Sitzplätze. Das ist fast zweimal grösser als der Stadtsaal Wil oder doppelt so gross wie das Casino in Frauenfeld.

Die Dimension der geplanten Eventhalle lässt die Kostenschätzung von 16 Millionen der Schulgemeinde realistisch und die Steuererhöhung von 8 bis 10 Prozent ehrlich gerechnet erscheinen.

Wer von uns hat in feucht fröhlicher Runde nicht schon mitgesungen: «Wer soll das bezahlen? Wer hat das bestellt? Wer hat so viel Pinkepinke? Wer hat so viel Geld?».

Ein Blick in die Steuerfussstatistik des Kanton Thurgau vom April 2021 zeigt, dass wir dieses Geld nicht haben. Münchwilen ist eine von vier Gemeinden im Kanton Thurgau deren Steuerfuss über dem Kantonsdurchschnitt liegt und der höher ist als vor 10 Jahren (www.statistik.tg.ch > Staat und Politik > Steuerfüsse). Aufgrund der schlechten Finanzlage musste Münchwilen 2020 sogar Gelder aus dem Finanzausgleich beziehen.

Gemäss kantonalem Gesetz wird auf Basis der Schülerzahlen ein Referenzwert für die nötigen Schulgebäude errechnet. Der errechnete Wert für Münchwilen liegt bei 41 Millionen für 650 Schüler. Der effektive Wert aller Gebäude beträgt nach dem Neubau des Schulhaus 4 nun 65 Millionen. Das heisst 58% über dem kantonalen Richtwert. Der Bau der geplanten Doppel- Eventhalle würde diesen Wert auf über 70 Millionen katapultieren.

Bei allem guten Willen gegenüber den Vereinen, kann sich darum unsere Orts- und Schulgemeinde ein Projekt in dieser Grössenordnung nicht leisten. Die Schulbehörde hat dies erkannt und empfiehlt darum uns Stimmbürgern den Planungskredit von 1 Million für das Projekt «Chäferfäscht» abzulehnen. Ich bitte sie unserer Schulbehörde zu unterstützen und den Planungskredit am 26. September abzulehnen.

Beat Meienberger, Münchwilen

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Pro: «Sicht eines ehemaligen Behörden-Mitgliedes»

Als ehemaliges Mitglied der Schulbehörde der Volksschulgemeinde Münchwilen (1993-2004) ist es mir ein Anliegen bei den Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in Erinnerung zu rufen, wie vor der Abstimmung zum Projekt der Sportanlage Waldegg vor über 20 Jahren informiert und versprochen wurde.

Im Vorfeld zur Abstimmung zum damaligen Projekt Dreifach-Sporthalle wurde der Bevölkerung und den Vereinen zugesichert, dass der Standort „Waldegg“ zukünftig für Sportanlässe und die Turnhalle “Oberhofen“ nebst Schulsport für Kulturelle Anlässe zur Verfügung stehen sollte.

Die Gegner des Projektes „Chäferfäscht“ sehen als Lösung, bei der Dreifach-Sporthalle Waldegg eine Bühne anzubauen, entsprechend würde zukünftig die Halle vermehrt für Kulturelle Veranstaltungen genutzt werden, genau diese Durchmischung wollte man schon damals nicht.

Aus diesem Grund empfehle ich ein „JA“ zum Planungs-Kredit neue MZH „Chäferfest“!

Ernst Bosshard, St. Margarethen

Eingang: 11.9.21, 8.43 Uhr

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Pro: «Mir gfallt’s z’Münchwile»

Für Münchwilen steht am 26.09.2021 eine ähnliche Entscheidung bevor, wie sie sich vor mehr als achtzig Jahren für die damalige Bevölkerung stellte. Damals hat sich Münchwilen für die Zukunft entschieden und mit der Turnhalle Oberhofen einen für damalige Verhältnisse grosszügigen und zweckmässigen Neubau erstellt. Die Einwohner waren sich damals sicher bewusst, dass es sich um ein Mehrgenerationen-Projekt handelt, weshalb sie bereit waren, die hohe finanzielle Belastung zu übernehmen, die der Turnhallen-Neubau auslöste.

Heute bzw. 80 Jahre später darf man feststellen, dass der visionäre Entscheid der damaligen Einwohner richtig war. Immer noch verbringen Schülerinnen und Schüler ihre Sportlektionen in der Turnhalle und es fanden in den vergangenen Jahrzehnten unzählige kulturelle Veranstaltungen darin statt, die auch bei mir in guter Erinnerung bleiben.

Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Turnhalle Oberhofen die heutigen Anforderungen an eine zeitgemässe Infrastruktur sowohl von der Grösse als auch den betrieblichen Abläufen nicht mehr zu erfüllen vermag. Auch die von der Schulbehörde geplante Renovation kann daran nichts ändern, was auch die Stimmberechtigten mit der Ablehnung von früheren Renovationsprojekten für die Turnhalle Oberhofen demokratisch festhielten.

Viele Personen haben in den letzten Jahren in ihrer Freizeit intensiv daran mitgearbeitet, eine tragfähige Alternative zur Turnhalle Oberhofen und für Münchwilen auszuarbeiten. Mit dem Projekt «Chäferfäscht» haben wir nun die Möglichkeit, Münchwilen aktiv für die nächsten Generationen mitzugestalten. Das heutige und insbesondere das zukünftig weiter wachsende Münchwilen haben es verdient, eine zeit- und zukunftsgerechte Infrastruktur zu erhalten.

Nehmen wir die Weitsicht unserer Vorfahren als Vorbild und haben den Mut, in die langfristige Zukunft von Münchwilen zu investieren. Stimmen wir am 26.09.2021 überzeugt «JA» zum Projektierungskredit «Neubau Mehrzweckhalle Oberhofen», damit wir auch weiterhin sagen können: «Mir gfallt’s z’Münchwile».

Reto Rüdlinger, Münchwilen

Eingang: 8.9.21, 19.27 Uhr

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Pro: «Schuss in den Rücken»

Die lange Geschichte zur Sanierung der Turnhalle Oberhofen begann, als die Schulbehörde 2015 ein Projekt ohne Beizug von Vereinen präsentierte, das im Kosten-Nutzen-Verhältnis völlig falsch war. Der Souverän hat die Behörde dazu gebracht, die Urnenabstimmung im Jahr 2016 abzublasen. Ein Jahr später wurde zu Workshops über eine Strategie für die künftige Gestaltung und Bedürfnisse eingeladen. Daran haben sich die Vereine, die Schule und die Gemeinde in den folgenden Jahren eingebracht und Wünsche geäussert – u.a. ist damals die Idee des Schulpräsidenten für ein Kombiprojekt ebenso durchgefallen, wie beispielsweise ein Hallenbad oder andere spezielle Wünsche. 2018 wurde in der Kernstrategie festgehalten, dass hinsichtlich langfristigem Schulbetrieb eine Doppelturnhalle in Oberhofen passend wäre. 

Schon damals wurde ein Ausbau der Sporthalle Waldegg (Bühne/Catering) abgelehnt, da die Vereine für ihre Anlässe keine solche Grössenordnung benötigen. Denn gleichzeitig wollen die Sportvereine den Sport und die Kultur örtlich trennen, da dies nur zu unnötigen Konflikten führen wird. Zum Schluss der Workshops haben die Behörden den Vereinen damals klar mitgeteilt, dass von ihrer Seite keine neuen Projekte mehr vorgeschlagen werden. Die Vereine (Interessengruppen) sollten für ein Bevölkerungsprojekt Anträge an die Gemeindeversammlung stellen. Aus diesem versteckten Auftrag heraus hat sich die IG Mehrzweckhalle gebildet und bei den Vereinen einen möglichen Bedarf für eine solche Mehrzweckhalle in Oberhofen abgeklärt. Das Ergebnis: über 40 Anlässe im Jahr für 100 – 400 Personen! Die Behörden haben damals zugesagt, einem solchen Antrag und die Kernstrategie zur Diskussion zu stellen. Heute, nach zwei einstimmigen Gemeindeversammlungen und dem Architektenwettbewerb fällt die Schulbehörde den Vereinen in den Rücken. Selbstverständlich darf die Schulbehörde anderer Meinung sein, ein Combo-Projekt ist jedoch bereits 2018 in den Workshops durchgefallen. Die Kehrtwende, welche die Schulbehörde jetzt am Schluss des Planungsprozesses vollzogen hat, ist aber sehr erstaunlich. Es kommt mir vor, wie jetzt doch wieder ein Behördenprojekt zum Zug kommen soll? Warum sollen zwei Gebäude mit Anbauten verschlimmbessert werden, wenn ein neues Projekt vieles von Grund auf positiv lösen könnte? Warum will die Behörde die eigenen Ideen durchdrücken? Kommt ihr deshalb die Opposition zur MZH sehr gelegen? 

 Die Chance für eine zukunftsweisende Mehrzweckhalle in Oberhofen darf nicht ungenutzt bleiben! Ich bitte sie den Planungskredit Neubau Chäferfest unbedingt anzunehmen. Jeder eingesetzte Franken bringt damit über viele Jahrzehnte hinweg einen echten Mehrwert! 

 Ivo Rüdlinger, Münchwilen 

Eingang: 5.9.21, 14.19 Uhr

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Pro: «Ein Projekt für die jüngere Generation»

Wenn nicht jetzt, wann dann? 

Mit dem Neubau der Mehrzweckhalle Chäferfest baut Münchwilen vor allem für die Zukunft. 

Haben nicht vor rund 80 Jahren unsere Grosseltern einen grossartigen zukunftsorientierten Entscheid gefällt mit dem Bau der Turnhalle Oberhofen?

Jetzt, zwei Generationen später, ist Münchwilen um mehrere tausend Einwohner gewachsen und hat die Zeit Spuren an der Halle hinterlassen und die Ansprüche an eine Halle wandelten sich.

Heute werden Hallen mehrfach genutzt, die Strukturen rund um die Schule haben sich geändert. Autos verschwinden in einer Tiefgarage, die Bauten sind zukunftsorientiert, intelligent und klimaneutral. Wieder würde für mindestens zwei Generationen gebaut.

Darum stimme ich am 26. September 2021 «Ja» zum Projektierungskredit Chäferfest.

Lukas Kaiser, Münchwilen

Eingang: 1.9.21, 17.56 Uhr

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Pro: «Blick in die Zukunft von Münchwilen»

Waren sie auch an der Veranstaltung der politischen Gemeinde Münchwilen Vision 2045+? Münchwilen will wachsen – Ziel 8000 Einwohner. Diese Einwohnerinnen und Einwohner bringen nicht nur Steuergelder, sie haben auch Bedürfnisse, die sie an ihren Wohnort stellen! Aus diesem Grund sind wir es der kommenden Generation schuldig eine moderne Infrastruktur (gute Betriebsabläufe, Barrierenfreiheit, Feuerschutz, Energieeffizienz, Tiefgaragenplätze etc.) zu hinterlassen.

Sehen sie den Mehrzweck, tagsüber für den Sportunterricht unserer Kinder, abends und am Wochenende für kulturelle und gesellschaftliche Anlässe und den Mehrwert, den sie als Steuerzahlerinnen und Steuerzahler erhalten.

Mit einer Renovation und Bühnenanbau an die Sporthalle Waldegg werden wir allem nicht gerecht und die Kosten belaufen sich nicht weniger.

Unter anderem aus diesen Gründen stimme ich «Ja» zum Projektierungskredit Chäferfest.

Priska Peter, Kantonsrätin SVP Münchwilen

Eingang: 3.9.21, 10.34 Uhr

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Pro: «Der Souverän wird ignoriert»

Nach zwei Jahren konstruktiver Zusammenarbeit zwischen Behörden und der Interessengemeinschaft Münchwiler Dorfvereine wurde die Kommunikation seitens der Behörde praktisch eingestellt nachdem schon viel Zeit und Geld investiert wurde. Die Behörde zaubert nun einen weiteren Vorschlag aus dem Hut mit Namen «Combo Projekt». Und dies obwohl ein gleichlautender Antrag, um weitere Varianten zu prüfen, an der Schulgemeindeversammlung vom 2. Dez. 2020 mit grossem Mehr abgelehnt wurde.

Dieses Projekt beinhaltet eine Renovation der baufälligen Oberhofen-Turnhalle obwohl das Stimmvolk schon im Jahre 2016 klar gegen ein solches Vorhaben stimmte. Im Weiteren wurde schon im 2012 die Unterbringung der Fahrzeuge untertags als erheblich erklärt. Ebenso wurde schon in 2001/03 klar manifestiert, dass in der Waldegg eine reine Sporthalle erstellt werden sollte.

Warum Neubau statt Combo-Projekt?

Mehrfachnutzung:

  • Tagsüber erfolgt der Turnunterricht der Kinder auf dem gleichen Areal ohne gefährliche Strassenüberquerung und ein geeigneter Mittagstisch wird nicht in den Keller verbannt. Abends und an Wochenenden wird der Neubau für Kultur, Veranstaltungen und Versammlungen genutzt.

Tiefgarage:

  • Entfernung der Blechlawine vom Schulareal erhöht die Sicherheit unserer Kinder und verschönert das Dorfbild.
  • Ladesäulen mit Anbindung an Solaranlage.

Unterhalts-, und Betriebskosten:

  • Tiefere Kosten bei Neubauten.
  • Umbau Waldegg ist keine Alternative: Der Aufwand um diese Sporthalle akustisch sowie logistisch für kulturelle Veranstaltungen tauglich zu machen ist praktisch unmöglich.

Klimaneutralität:

  • Mit «smart buildings» wird Energie erzeugt. Fossile Brennstoffe sowie Atomstrom entfallen ab 2040. Die Zukunft beginnt jetzt. Ein Flickwerk erfüllt keine der mehrfach geforderten Ansprüche und führt schon in wenigen Jahren zu eben genannten Begehrlichkeiten und weiteren Kosten. Deshalb ein beherztes «Ja» für das Neubauprojekt «Chäferfest» und für die nächsten Generationen.

Jean-Pierre Karlen Münchwilen

Eingang: 31.8.21, 8.48 Uhr

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Pro: «Aus der Sicht eines Turners»

Als ehemaliger Präsident des Turnvereins Münchwilen, einem Verein mit ca. 300 Mitgliedern, kenne ich die Problematik in der Münchwiler Sport- und Kulturszene sehr gut. Zwar sind wir Münchwilerinnen und Münchwiler mit einer grosszügigen 3-fach Sporthalle für sportliche Aktivitäten und Anlässe sehr gut bedient. Wettkämpfe und Trainings der gesamten Turnerfamilie können auf dem Areal bestens durchgeführt werden. Das turnerische Vereinsleben besteht aber nicht nur aus sportlichen Leistungen, es lebt auch vom gesellschaftlichen Teil; von Unterhaltungen, Kindermaskenbällen und Versammlungen. Leider ist die Organisation solcher Anlässe in Münchwilen immer wieder mit grossen Hürden verbunden. Die alte Turnhalle Oberhofen bietet zu wenig Platz. Die veraltete Infrastruktur wie Office, Foyer, Licht- und Tontechnik ist nicht mehr Zeitgemäss und zum grossen Teil nicht mehr benutzbar.

Die Sporthalle Waldegg wurde, wie es der Name schon sagt, als Sporthalle konzipiert und soll auch als solche genutzt werden. Weder die Akustik noch die Konzipierung der Nebenräume mit Küche und Office eine Etage höher, sind für kulturelle Anlässe geeignet. Der Turnverein Münchwilen hat Anlässe wie Turnunterhaltungen, Matineen oder eine Soirée in der Sporthalle Waldegg durchgeführt, dies war aber immer mit immensen Kosten und sehr grossem Aufwand für Bühne, Licht- und Tontechnik, Bestuhlung und Wirtschaft verbunden – für einen Verein ist das finanziell nicht tragbar. Ein Bühnenanbau an die Sporthalle Waldegg ist für unseren Verein keine Lösung! Zudem ist die Koordination von Turnlektionen der Schule, Anlässen der Gemeinde und Trainings des Turnvereins und anderen Sportvereinen bereits heute eine Herausforderung. Manch eine Trainingseinheit unserer Sportler und auch des befreundeten Fussballclub Münchwilen musste oft Anlässen weichen und abgesagt werden. Diese Situation würde sich noch verschlimmern, sollten vermehrt kulturelle und politische Anlässe in der Sporthalle Waldegg stattfinden.

Ich stimme «Ja» zum Neubau-Projekt, um unsere Dorfvereine zu unterstützen und die gesellschaftlichen, sportlichen und kulturellen Anlässe im Dorf zu fördern!

Urs Bommer, Ehrenmitglied TV Münchwilen

Eingang: 25.8.21, 20.26 Uhr

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Pro: «Fehlende Notwendigkeit?»

In der Botschaft zur Abstimmung vom 26. September lehnt die Schulbehörde einen Neubau einer Mehrzweckhalle mit der Begründung «keine Notwendigkeit» ab. Da denkt die Schulbehörde wohl nicht ganzheitlich!

Geschätzte Münchwilerinnen und Münchwiler, diese Aussage erstaunt doch sehr in verschiedener Hinsicht. Zum einen kommt die Schulbehörde nach der Durchführung eines Architekturwettbewerbes mit Kosten von fast Fr. 300‘000.- jetzt zum Schluss, dass kein Bedürfnis seitens Schule vorliegt. In einer Gemeinde ist die Schule ganz sicher eines der wichtigsten Ressorts für eine gut funktionierende Gesellschaft. Die Ausbildung der jungen Leute ist etwas vom wichtigsten in der heutigen Zeit!

Sportliche und kulturelle Vereine aber auch politische Organisationen haben in einer Gemeinde wichtige Aufgaben, die zu einem lebenswerten, attraktiven Münchwilen beitragen. Wenn wir in Zukunft in Münchwilen sportliche und musikalische Kultur weiter pflegen wollen, brauchen auch die Vereine eine zweckmässige Infrastruktur zur Ausbildung von jungen Leuten und zum Weiterpflegen des Vereinslebens. Wer je einmal bei einem Vereinsanlass im Dorf mitgewirkt hat, weiss, dass eine gut funktionierende Infrastruktur für Training, Proben und natürlich auch für die Durchführung von Anlässen und Unterhaltungen für Vereine existentiell ist!

Liebe Münchwilerinnen und Münchwiler, stimmen sie «Ja» zu einem Neubau und unterstützen Sie nicht das fragwürdige Vorgehen der Schulgemeinde Münchwilen zu einem Flickwerk. Haben Sie Mut und gehen wir den Weg gemeinsam vorwärts, wie es unsere Vorfahren im Dorf vorgezeigt haben und setzen wir den Steuerfranken sinnvoll für die Zukunft ein. Mit Ihrem «Ja» unterstützen Sie ein attraktives Münchwilen und die Zukunft eines aktiven Dorfes mit Mehrwert!

Paul Bernet, Ehrenpräsident Musikverein Münchwilen

Eingang: 23.8.21, 21.22 Uhr

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*Die Redaktion behält sich redaktionelle Anpassungen sowie die Nicht-Veröffentlichung von eingesandten Wortmeldungen ausdrücklich vor.