Die im Winter veränderten Strassenverhältnisse überraschen die Verkehrsteilnehmer hierzulande jedes Jahr aufs Neue und es werden regelmässig winterliche Unfälle gemeldet, etwa, weil noch Sommerpneus montiert waren. So geschehen am Wochenende auf der A1 bei Gossau. Ein Mann verursachte einen Selbstunfall, bei dem sein Auto ins Schleudern geriet und in die Leitplanke prallte. Daraufhin blieb es quer auf dem Pannenstreifen stehen. Eine weitere Autofahrerin wollte dem querstehenden Wagen ausweichen und verlor ihrerseits die Kontrolle über ihr Auto. Beim ersten Unfallauto stellte die Kantonspolizei St. Gallen fest, dass Sommer- und Winterpneus montiert gewesen waren, zudem fiel der Atemalkoholtest beim Lenker positiv aus. Beide Personen hinter dem Steuer blieben unverletzt, der entstandene Sachschaden allerdings ist hoch.

Sicher auf den Strassen

So mancher Unfall könnte mit der entsprechenden Vorbereitung verhindert werden, auch wenn viel Schnee fällt wie etwa in der Nacht vom Sonntag auf den Montag. Im Ratgeber «Strassenverkehr im Winter» der Kantonspolizei St. Gallen heisst es dazu: «Das Auto muss für den Winter gerüstet werden und die Fahrweise muss den Umständen angepasst werden.» Im gleichen Ratgeber erklärt die Kapo SG denn auch, was das konkret bedeutet. hallowil.ch hat die wichtigsten Punkte zusammengetragen.

  • Pneuwechsel – Faustregel: «Von O(ktober) bis O(stern)» sollen Winterpneus montiert sein
  • Profiltiefe – Grundsätzlich gilt: «Je tiefer das Profil, desto besser die Haftung», das Mindestprofil von 1,6 Millimeter müssen Winter- und Sommerpneus aufweisen. Allerdings empfehlen Experten den Winterpneuwechsel bereits bei vier Millimetern.
  • Schneefrei – Lichteinheiten, Motorhaube und Fahrzeugdach müssen stets von Schnee befreit werden.
  • Enteisen – Unerlässlich ist das Enteisen der Scheiben, mindestens die Front- und die beiden Seitenscheiben müssen vollständig enteist sein. Mehr im hallowil.ch-Beitrag «Gut zu wissen: Müssen alle Autoscheiben vollkommen eisfrei sein?» 
  • Fahrweise – Höchstgeschwindigkeiten gelten nicht uneingeschränkt, man darf nur so schnell fahren, dass man in der überblickbaren Strecke anhalten kann. Zudem müssen mehr Abstand eingehalten sowie ein längerer Bremsweg beachtet werden.
  • Sichtbarkeit – Auffällige Kleidung und Reflektoren sind gerade für Velofahrer und Fussgänger wichtig, denn so werden sie besser gesehen. Velos müssen unabhängig von der Jahreszeit mit einem funktionierenden Vorder- und Rücklicht ausgestattet sein. Autofahrer müssen die Abblendlichter in der Dunkelheit und bei schlechten Sichtverhältnissen eingeschalten.
  • Trocken – Schuhsohlen sollten stets trocken sein, so verhindert man ein Abrutschen von den Pedalen.

Mit Zweifränkler Profiltiefe messen

Die Profiltiefe lässt sich übrigens prima selbst bestimmen, wie aus dem Ratgeber hervorgeht: «Dazu benötigen Sie lediglich einen Zweifränkler, den Sie in eine Rille des Reifens stecken. Ist der Sockel der Helvetia nicht mehr sichtbar, beträgt die Profiltiefe ungefähr vier Millimeter und ist daher noch genügend. Diesen Test sollten Sie an mehreren Stellen wiederholen, da die Profilrillen nicht überall gleich abgefahren sind.»