Am 26. November 2017 befindet die Zuzwiler Bürgerschaft an der Urne über den Baukredit für eine neue Dreifachturnhalle, inklusive Rückbau der bestehenden Doppelturnhalle. Es geht um einen Kredit über 10,13 Mio. Franken. Eine zweite Abstimmung ist angeschlossen für den Bau einer Fotovoltaik auf dem Dach der Sporthalle. Auf Donnerstag 26. Oktober ist die Bevölkerung zur Informationsveranstaltung eingeladen.An der Medieninformation vom Donnerstag stellten Gemeindepräsident Roland Hardegger, Architekt Andreas Nötzli, Hertig Nötzli Architekten Aarau, und Bauleiter Architekt Karlpeter Trunz das Projekt und das Gutachten für die Abstimmung Ende November vor. Der Gemeindepräsident zeigte sich überzeugt, dass der Neubau und die Investition nachhaltig wirken und zur Standortattraktivität beitragen werden. An der Information vom 26. Oktober könne sich die Bürgerschaft ausgiebig über das Projekt informieren.

Bedürfnisse sprechen für den Neubau
Hardegger wies zum Projektablauf auf die im 2015 erarbeitete Machbarkeitsstudie hin. Allerdings lag die damalige Kostenschätzung deutlich unter 10 Mio. Franken. Die vertieften Projektstudien und die Bedürfnisse der zukünftigen Nutzer hätten Mehrkosten ergeben. Die Machbarkeitsstudie belegt den Sanierungsbedarf der Gebäudehülle und -Tragkonstruktion. Für die Erweiterung auf die Dreifachturnhalle spreche auch das Wachstum der Bevölkerung, die Schülerzahlen bleibe stabil.

Die fehlenden Garderoben sind einer der Hauptgründe, welche zu den Mängeln der aktuellen Infrastruktur gehören. Im Raumprogramm wird ein Mehrzwecksaal machbar, der für den Mittagstisch genutzt wird. Die Vereine erhalten zusätzliche Trainingsräume. Nicht zuletzt könne auch der Fussballclub davon profitieren, nicht mehr auf auswärtige Trainingsmöglichkeiten angewiesen zu sein.

Neubau am heutigen Standort
Der Neubau der Dreifachturnhalle kommt am heutigen Standort der Doppelturnhalle zu stehen mit rund 400m2 zusätzlicher Fläche. Nach Architekt Andreas Nötzli kann der Neubau ideal an den heutigen Baukörper der Turnhalle 1 mit Bühne angegliedert werden. Der Neubau erfordert die Verlegung der Weitsprunganlage, deren Kosten im Projekt berücksichtigt sind.

Das Unter- und Erdgeschoss werden im Massivbauweise erstellt. Das Zwischen- und Obergeschoss werden in Holzbauweise ausgeführt. Die Ausführung erfolgt im Minergie-Standard. Die Aussenfassade wird jedoch als Mauerwerk in Erscheinung treten. Für die Erdbeben- und Windsicherheit werden örtliche Verstärkungen mit Mikrobohrpfählen notwendig. Eine Zusatzabstimmung entscheidet über den Aufbau einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Sporthalle, Energie für rund 33 Haushalte erreichbar. Die Wärmeerzeugung bleibt beim bereits stehenden Wärmeverbund mit Gasheizung. Eine Umstellung auf alternative Wärmeerzeugung soll beim späteren Ersatz der Heizanlage geprüft werden.

Kosten und Finanzierung
Der Rückbau der bestehenden Sporthalle inkl. Neubau der Dreifachturnhalle ergeben Kosten über 10,58 Mio. Franken. Davon sind 450'000 Franken bereits bewilligte Kredite. Die Bürgerschaft hat über den Nettokredit über 10.13 Mio. Franken zu entscheiden. Die zweite Abstimmung für die Photovoltaikanlage sieht einen Kredit über 340'000 Franken vor. Dass das Projekt die 10 Mio. Grenze überschreitet ist nach Hardegger die Folge baulicher Verstärkungen bezüglich Erdbebensicherheit. Im Kredit sei auch ein Posten Unvorhergesehenes über 180'000 Franken berücksichtigt.

Die Finanzierung sieht die Abschreibung der Baukosten über 30 Jahre vor. Seitens des TV Zuzwil erhält das Projekt einen Beitrag über 200'000 Franken aus dem Turnhallenfond am früheren Standort. Nach Beurteilung der Finanzierung ist nach Gemeindepräsident Roland Hardegger aus heutiger Sicht keine Erhöhung des Steuerfusses notwendig.

Kein Plan B
Gemeindepräsident Roland Hardegger zeigte sich zuversichtlich, ein klares Mehr für den Baukredit zu erreichen. Ein Plan B gebe es nicht. Bei einem Nein der Bürgerschaft müsse eine neue Auslegeordnung erfolgen. Natürlich käme auch die Sanierungsvariante ins Gespräch. Aber auch die Sanierungsvariante sei nicht gratis zu haben und verschiedene angemeldete Bedürnisse könnten nicht befriedigt werden.

Das Raumprogramm
Der Gemeindesaal im Untergeschoss wird vergrössert für die Aufnahme von 200 Personen und erhält mehr Lichteinfall. Der Musikraum bleibt in seiner bisherigen Grösse. Es wird eine Liftanlage über alle drei Geschosse erstellt.

Im Halleneingang wird ein grosszügiges Foyer erstellt mit Kiosk, Office und Ausgabenstelle mit Kleinküche. Im Erdgeschoss befinden sich die Garderoben für Lehrpersonen, Spielleiter wie auch ein Sanitätsraum. Der Mehrzwecksaal im Erdgeschoss wird für den Mittagstisch eingesetzt, kann auch als Theorieraum, Sitzungszimmer oder Versammlungen (100 Personen) genutzt werden. Der Dreifachturnhalle sind östlich die Geräteräume angegliedert.

Im Obergeschoss sind sechs Garderoben für die Hallennutzer angeordnet. Im Zugang befindet sich zur Halle eine Galerie für Zuschauer

Termine
Das Baubewilligungsverfahren kann nach Zustimmung der Bürgerschaft im Dezember 2017 erfolgen. Die Ausführungsplanung läuft im Winter 2017/18, gefolgt von den Arbeitsausschreibungen im Frühjahr. Der Baubeginn ist auf Juli 2018 vorgesehen. Der voraussichtliche Bezug der neuen Anlagen soll Mitte August 2019, exakt auf Beginn des neuen Schuljahres erfolgen.