By Erika Bleisch Imhof

Die Fluglärm-Belastung über dem Hinterthurgau hat im vergangenen Jahr hör- und messbar abgenommen. Dies ist auf flugtechnische Massnahmen sowie auf die Einfüh-rung des Südstarts zurückzuführen. Erstmals in der 13-jährigen Geschichte des Vereins ist der Süden Teil einer Lösung.

Die technische Seite: Neue stärkere Flugzeuge steigen rascher und können dadurch früher im Luftraum Kurs auf die Route in Richtung ihrer Destination nehmen. Diese frühere Auffächerung führt weg von der Kanalisierung über die Region Wil-Hinterthurgau bei den Abflügen. Die luftraumtechnische Seite: Die Einführung des Süd-starts hat zur Entflechtung von Abflügen und Anflügen über dem Hinterthurgau geführt. Der Bund verzichtet zudem auf die Umsetzung von geplanten Massnahmen für den Ka-pazitätsausbau über der Region Wil-Hinterthurgau. Und: Der Bund nimmt den Flughafen betreffend Einhaltung des Nachtflugverbotes in die Pflicht.

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Weniger Lärm am Himmel - Präsident Josef Imhof konnte nach vielen Jahren Kampf endlich Erfolge vermelden.


Flughafen-Delegation sprach vor

Regierungsrätin Carmen Haag, zuständig für das Fluglärm-Dossier, bestätige in ihrem Referat im Rahmen der Hauptversammlung des Bürgerprotests Fluglärm Hinterthurgau, dass die Messwerte der Kantonalen Messstation die Entlastung bestätigen. Sie berichte-te, dass eine Dreier-Delegation des Flughafens in den vergangenen Wochen bei der Thurgauer Regierung vorgesprochen und ein Austausch über die zukünftige Stossrich-tung in Fragen Fluglärm über dem Thurgau und insbesondere der Region Hinterthurgau stattgefunden hat. Dies ist als Erfolg zu werten, der, wie sie erwähnte, nicht zuletzt auf die kontinuierliche Arbeit des Bürgerprotests Fluglärm Hinterthurgau zurückzuführen sei. Die Thurgauer Regierung werde weiterhin ein wachsames Auge auf die Entwicklung haben, sich wo nötig einmischen und sich für die Bevölkerung wehren.

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Die Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag überbrachte gute Nachrichten von der Messstation.


Piste 28 bleibt im Fokus

Ob die aktuelle Situation eine vorübergehende oder andauernde Entlastung ist, wird die Zukunft weisen. Die Ziele für das nächste Vereinsjahr des Bürgerprotests sind definiert: Konkrete Zusagen für eine abflugfreie Region Hinterthurgau erzielen und eine Zusage für die Einführung lärmarmer- und wirtschaftlicherer Anflugverfahren: Gleitanflug (CDA) erhalten. Mittel- bis langfristig ist der Ausbau der Piste 28 nach wie vor ein grosses The-ma, allerdings wurde der Zeitplan dafür markant nach hinten verschoben. Hauptforde-rung des Bürgerprotests Fluglärm Hinterthurgau bleibt: Kein Ausbau der Piste 28.