Nach dem 1:1 gegen den Absteiger war ein ähnliches Fazit zu ziehen sie sechs Tage zuvor im Anschluss an das torlose Remis in Genf: Wieder einen Aufstiegsanwärter geärgert. Aber offensiv dann halt doch zu harmlos, um gar einen Sieg für sich reklamieren zu dürfen. Der Wiler Defensivverbund stand auch gegen Lausanne kompakt, so dass nicht allzu viele Chancen zugelassen wurden. Eine Ausnahme bildeten die ersten Minuten der zweiten Halbzeit, als es den Gästen dank einer taktischen Umstellung gelungen war, die Kadenz zu erhöhen und zu kreieren, was beide Teams in der ersten Halbzeit nicht zustande gebracht hatten: klare Torchancen.

Kurz nach Wiederbeginn ging es aber Schlag auf Schlag. Lausannes Stjepan Kukuruzovic trat wiederholt in Erscheinung. Zuerst setzte er einen Freistoss aus spitzem Winkel, der von Wils Sergio Cortelezzi noch abgefälscht wurde, an den nahen Pfosten. Einige Sekunden später scheiterte der ehemalige Super-League-Spieler mit einem Flachschuss am gut reagierenden Wiler Goalie Zivko Kostadinovic. Doch der Ball flog direkt vor die Füsse von Nicolas Gétaz, der seinen Abschluss aber ebenfalls vom Wiler Schlussmann abgewehrt sah. Wie schon in Genf hinterliess der Waadtländer Torhüter des FC Wil einen bestehend sicheren Eindruck und hielt mehrmals den Punkt fest.

Führung mit dem ersten Wiler Schuss aufs Tor

Es brauchte in jener frühen Phase der zweiten Halbzeit auch einen Kniff von Wils Trainer Konrad Fünfstück, um das Geschehen wieder ausgleichen zu können. Er wechselte Ivan Audino ein, um einen Bruch im Spiel der Waadtländer zu bewirken. Und die Massnahme ging auf. Das Spielanteile glichen sich wieder aus. Mehr noch: Mit dem allerersten Schuss auf das gegnerische Tor gingen die Gastgeber Mitte zweiter Halbzeit in Führung. Nias Hefti profitierte auf Links von der fehlenden Zuordnung in der Gäste-Verteidigung und kam frei zum Abschluss. Zwar konnte Lausannes Goalie Thomas Castella parieren, jedoch rutschte am hinteren Pfosten Cortelezzi heran und erzielte aus kurzer Distanz seinen zweiten Saisontreffer.

 
Im Video: Die Tore und Grosschancen kompakt zusammengefasst. (Quelle: www.sfl.ch)

Es war aber eine von nur wenigen Wiler Offensivaktionen. Der am Fuss verletzte Stürmer Silvio fehlte spürbar. In seiner Abwesenheit lässt sich festhalten, dass derzeit kein Spieler des FC Wil mehr als zwei Saisontore auf dem Konto hat.

«Panenka» bringt den Ausgleich

Zum Sieg reichte diese Führung nicht, weil die Wiler im vierten Rückrundenspiel zum dritten Mal einen Penalty verursachten – zum dritten Mal einen glasklaren. Dieses Mal stieg der wieder genesene Nikki Havenaar zu ungestüm ein. Maxime Dominguez behielt die Nerven und traf mit einem frechen Lupfer in die Mitte des Tores, Marke «Panenka». Es lässt sich nun sagen, dass Kostadinovic in den vergangenen drei Partien nur vom Penaltypunkt aus bezwungen wurde und die letzten drei Wiler Gegentore alles Elfmeter waren.

Den Ausgleich hatten sich die Gäste verdient, weil sie alles in allem doch die klareren Chanen hatten. Aus ihrer Sicht dürfte dieser eine Punkt, wenn auch mit einer ziemlich jungen Mannschaft eingefahren, zu wenig sein. Es war im 22. Meisterschaftsspiel bereits das 11. Lausanner Unentschieden. Damit haben die Waadtländer selbst die Unentschieden-Spezialisten von Kriens überholt. Der Wiler Auftritt war «taktisch diszipliniert und läuferisch strukturiert», wie es Fünfstück formulierte. Der ehemalige Lausanner Dominik Schmid sagte: «Es ist ein guter Punkt. Defensiv haben wir gut gearbeitet, jedoch einen dummen Penalty bekommen. Es ist schade, dass wir den Gegner so zu einem Tor einladen.»

 
Stimmen zum Spiel: Goalie Zivko Kostadinovic und Trainer Konrad Fünfstück zur Punkteteilung gegen Lausanne. (Quelle: www.fcwil.ch)

FC Wil 1900 – FC Lausanne-Sport 1:1 (0:0)

IGP-Arena: 1130 Zuschauer. – Sr: Schärer.

Tore: 66. Cortelezzi 1:0. 75. Dominguez (Foulpenalty) 1:1.

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rahimi, Havenaar, von Niederhäusern; Gonçalves, Zé Eduardo, Lombardi (89. Latifi), Hefti (92. Schällibaum); Schmid, Breitenmoser (52. Audino); Cortelezzi (80. Savic).

FC Lausanne-Sport: Castella; Boranijasevic, Loosli, Nanizayamo (7. Pos), Flo; Cabral (74. Dominguez); Kukuruzovic, Geissmann; Puertas (46. Gétaz); Buess, Ndoye (81. Silva).

Bemerkungen: Wil ohne Schäppi, Silvio, Scholz, Sejdija (verletzt), Chande, Gülünay, Beka, Herter und Hoxha (nicht im Aufgebot). Lausanne-Sport ohne Oliveira, Pasche (gesperrt), Koura, Nganga, Brandão, Zeqiri (verletzt), Berthold, Margiotta und Manière (nicht im Aufgebot). – 7. Nanizayamo verletzt ausgeschieden. – 47. Pfostenschuss Kukuruzovic. – Verwarnungen: 9. Rahimi (Foul). 21. Cabral (Foul). 74. Havenaar (Foul). 78. von Niederhäusern (Foul). 94. Savic (Schwalbe).

Resultate, Challenge League, 22. Runde:
Wil - Lausanne-Sport 1:1
Vaduz - Aarau 2:0
Rapperswil-Jona - Schaffhausen 2:0
Kriens - Servette 0:3
Chiasso - Winterthur 1:1

Rangliste:
1. Servette 22/44. 2. Lausanne 22/38. 3. Winterthur 22/38. 4. Wil 22/32. 5. Aarau 22/32. 6. Schaffhausen 22/27. 7. Vaduz 22/24. 8.  Kriens 22/22. 9. Chiasso 22/22. 10. Rapperswil-Jona 21/21.

Nächste Spiele (23. Runde):
Freitag, 1. März: Aarau - Servette (20.00 Uhr).
Samstag, 2. März: Rapperswil-Jona - Wil (17.00 Uhr), Schaffhausen - Vaduz (17.30 Uhr).
Sonntag, 3. März: Chiasso - Kriens (14.30 Uhr), Winterthur - Lausanne-Sport (15.00 Uhr).


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Der Liveticker:

Das war's aus der IGP-Arena im Wiler Südquartier. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und bedanke mich bei Ihnen. hallowil.ch wird auch nächste Woche am 2. März live über das Spiel des FC Wil auswärts gegen Rapperswil-Jona berichten. Simon Dudle tickert dann für Sie ab 17 Uhr.

Gesamtfazit: Aufgrund einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit von Lausanne kommt der FC Wil zu einem eher glücklichen Punkt. Obwohl die Wiler in Führung gingen, ging der Ausgleich der Gäste vollkommen in Ordnung. Der kurz zuvor eingewechselte Dominguez lupfte einen Strafstoss frech in die Mitte. Keine Abwehrchance für den starken Kostadinovic im Tor der Wiler. Für beide Mannschaften kein gutes Ergebnis. Lausanne bleibt 3 Punkte hinter Leader Servette Genf und die Wiler sitzen auf dem fünften Tabellenplatz fest. Wir werden sehen, welche Veränderungen dieser 22. Spieltag noch in der Tabelle bringen wird. 

Schlusspfiff: Das Spiel endet in der IGP-Arena 1:1 unentschieden.

90. Minute + 4: Andelko Savic kommt wenige Sekunden vor Schluss nochmals vors Tor. Er lässt sich aber zu offensichtlich fallen und kassiert eine Gelbe Karte für eine Schwalbe.

92. Minute: Vierter und letzter Wechsel beim FC Wil: Der Assistgeber zum Tor, Nias Hefti, verlässt das Spielfeld. Kenzo Schällibaum kommt für die letzten Minuten ins Spiel.

90. Minute + 1: Kukuruzovic steht für einen Freistoss bereit. Dieser bringt aber nichts.

90. Minute: Nicht mehr lange in diesem Freitagsspiel. Die Nachspielzeit beträgt mindestens 4 Minuten.

87. Minute: Auf eine Druckphase der Gäste gegen Ende des Spiels folgt ein Wechsel der Wiler. Latifi ersetzt Wils Captain Sandro Lombardi. 

85. Minute: Wil kommt zu einem Freistoss: Audino nimmt Anlauf. Der Ball könnte aber ungefährlicher kaim sein. Lausanne kann klären.

84. Minute: Neue Kräfte sorgen für einigen Wirbel auf dem Platz. Lausanne kommt durch Geissmann zu einem Abschluss. Der Schuss geht aber links am Tor vorbei. Kostadinovic muss nicht eingreifen.

81. Minute: Weiterer Wechsel bei den Gästen: An Stelle von Ndoye spielt neu mit der Nummer 10 Da Silva.

80. Minute: Zweiter Spielerwechsel beim FC Wil: Torschütze Sergio Cortelezzi räumt seinen Platz im Sturm für Andelko Savic.

78. Minute: Gleichzeitig mit der Verkündung der Zuschauerzahl holt sich von Niederhäusern die Gelbe Karte. 1130 Zuschauer schauen dieses Fussballspiel live in der IGP-Arena.

77. Minute: Ein unglückliches Foul von Havenaar im eigenen Strafraum bringt ihm nicht nur die Gelbe Karte, sondern Lausanne auch die Chance, dieses Spiel auszugleichen. Wenn es so bleibt, wäre das das elfte Unentschieden für die Waadtländer in dieser Saison.

75. Minute: TOOOOOR für den FC Lausanne-Sport zum 1:1. Dominguez trifft mittels Penalty. Ein "Panenka" genau in die Mitte des Tores.

74. Minute: Penalty für Lausanne. Wils Havenaar begeht ein klares Foul im eigenen Strafraum.

74. Minute: Der letzte Wechsel von Lausanne: An Stelle des Captains der Gäste, Cabral, ist neu Dominguez im Spiel.

71. Minute: Die Gäste kommen wieder einmal vors Tor der Wiler. Es folgen zwei Ecken, die aber beide mit Müh und Not von der Abwehr des FC Wil verteidigt werden können.

69. Minute: Nach diesem wichtigen Tor kommt Wil schon zur nächsten Chance: Castella im Tor der Lausanner hat aber keine Probleme diesen Ball abzuwehren.

66. Minute: TOOOOOOOOOOOOOR für den FC Wil durch Cortelezzi zum 1:0. Der Stürmer trifft nach einem Querpass von Nias Hefti zur Führung für die Heimmannschaft. 

64. Minute: Die Gäste-Fans fordern Penalty. Sie bekommen aber nur einen Eckball zu gesprochen. Dieser kommt gefährlich vors Tor, kann aber mit vereinten Kräften aus der Gefahrenzone buxiert werden. 

62. Minute: Ein verletzter Spieler beim FC Wil: Mit der Nummer 31 liegt Schmid am Boden. Sogar die Tragbahre wird auf den Platz beordert. Der Ex-Lausanner kann aber selbstständig das Feld verlassen. Es geht weiter für ihn.

58. Minute: Nach einer Flanke von Gonçalves kommt Schmid eher glücklich komplett frei zum Abschluss. Sein Schuss landet aber auf dem Parkplatz hinter der IGP-Arena. Eine Riesenchance, welche die Wiler hier liegen lassen.

56. Minute: Cabral köpft hier mehr Cortelezzis Kopf als den Ball. Der anschliessende Freistoss von Schmid führt aber wiederum zu keiner Abschlussmöglichkeit für die Wiler.

55. Minute: Eine Druckphase der Lausanner, welche immer wieder über beide Seiten zu Flanken und folglich zu Chancen kommen.

52. Minute: Erster Wechsel auf Seiten der Wiler: Magnus Breitenmoser verlässt das Feld. Für ihn ist neu im Spiel mit der Nummer 8 Ivan Audino.

50. Minute: Doppelchance für Lausanne. Kukuruzovic und Gétaz scheitern zweimal am stark reagierenden Kostadinovic. 

47. Minute: Ein Freistoss von Lausannes Kukuruzovic klatscht an den Pfosten. Der Nachschuss füht zu einer Ecke, welche dann aber zu nichts führt.

46. Minute: Das Spiel läuft wieder. Diese Halbzeit beginnt mit dem zweiten Spielerwechsel auf Seiten der Gäste. An Stelle von Puertas spielt neu Getas.

Zwischenfazit: Viel gibt es nicht zu sagen. Ein ausgeglichenes Spiel sorgt für ein logisches 0:0 zur Halbzeitpause. Noch sind keine Torschüsse in diesem Spiel zu verzeichnen gewesen, was auch etwas über die Qualität dieses Freitagabendspiels aussagt. Manch ein Fernsehzuschauer dürfte diese Halbzeit wahrscheinlich nur mit einem Auge verfolgt haben. Hoffen wir auf eine abwechslungsreichere zweite Hälfte. In wenigen Minuten geht es hier in der IGP-Arena weiter. 

Pausenpfiff: im Bergholz. 0:0 steht es zwischen Wil und Lausanne-Sport.

45. Minute: Es gibt zwei Minuten Nachspielzeit in diesem ersten Druchgang.

41. Minute: Das Spiel hat kurz vor Halbzeit an Fahrt verloren. Viel Geplänkel im Mittelfeld auf beiden Seiten und höchsten einige wenige lange Bälle sorgen für kurze Aufreger. 

39. Minute: Hefti foult nach eigenem Ballverlust den Gegner tief in der Hälfte der Gäste. Wenig los derzeit.

35. Minute: Die Wiler Fans spornen ihre Mannschaft aus dem Sektor D lautstark an. Kann die Mannschaft diese Energie nutzen, um hier vor der Pause noch den Führungstreffer zu erzielen?

32. Minute: Der Freistoss fliegt direkt in die Mauer. Kein guter Abschluss.

31. Minute Gute Freistossposition für Wil. Cortelezzi steht bereit.

29. Minute: Nach einer Chance von den Gästen kontert Wil. Schmid hat aber im Sturm keine Anspielmöglichkeiten und die gute Situation versandet.

27. Minute: Auch Wil greift über rechts an. Schmids Kopfball nach der Flanke fliegt aber links am Tor vorbei.

26. Minute: Gute Freistosssituation von Lausanne-Sport. Die einstudierte Variante bringt aber nicht viel. Der Abschluss landet auf dem Parkplatz.

24. Minute: Lausanne kommt gefährlich über rechts. Ein Foulspiel der Waadtländer unterbindet aber eine Torschussmöglichkeit.

21. Minute: Gelbe Karte für den Captain der Gäste, Cabral, wegen einem rüden Fouls an Wils Zé Eduardo.

20. Minute: Cortelezzi bleibt kurz getroffen am Boden liegen, kann aber weiterspielen. 

17. Minute: Wil kommt wieder mal gefährlich vors Tor. Lombardi scheitert aber am Verteidiger.

16. Minute: Das zweite Foul von Puertas führt zu einer Konversation zwischen ihm und dem Unparteiischen. Puertas wird aber "nur" ermahnt.

15. Minute: Gutes Dribbling von Hefti auf der linken Seite. Er tunnelt Lausannes Geissmann. Bringt dann aber nichts ein. 

13. Minute: Foul gegen Lausanne. Der Freistoss von Schmid führt aber zu nichts.

12. Minute: Die Wiler sind offensiv noch unkreativ mit dem Ball. Es schleichen sich einige Fehlpässe ein. 

10. Minute: Gelbe Karte für Rahimi. Gefährliches Spiel nach dem Eckball.

9. Minute: Wil kommt mit einem langen Ball vors Tor. Eckball. Der bringt dann aber nichts ein.

7. Minute: Ein erster Wechsel bei Lausanne. Verteidiger Nanizayamo muss verletzt vom Platz. Lucas Pos ersetzt ihn.

5. Minute: Das Spiel findet momentan im Mittelfeld statt. Ein Spieler von Lausanne muss gepflegt werden. 

2. Minute: Der FC Lausanne-Sport übernimmt direkt das Spieldiktat.

1. Minute: Sandro Schärer hat das Spiel freigegeben. Viel Spass mit FC Wil gegen FC Lausanne-Sport. 

Alles ist angerichtet für einen fantastischen Fussballabend. Die Mannschaften laufen jetzt ins Stadion. In wenigen Augenblicken geht es los. 

Die Partie wird von Schiedsrichter Sandro Schärer geleitet.

Der FC Lausanne Sport spielt mit einem 4-4-2 mit Raute. Die Nummer 1 im Tor ist Castella. In der Abwehr spielen von rechts nach links Boranijasevic, Loosli, Nanizayamo und Flo. Das Mittelfeld bilden Cabral (defensiv), Kukuruzovic, Geissmann und Puertas (offensiv). Vorne werden Buess und Ndoye für Furore zu sorgen versuchen.

Die Mannschaftsaufstellungen sind bekannt. Der FC Wil spielt in einem 3-4-2-1-System. Das Tor hütet, wie immer, Kostadinovic. Vor ihm bilden Rahimi, Havenaar und von Niederhäusern die Abwehr von rechts nach links. Im Mittelfeld spielen Goncalves, Ze Eduardo, Lombardi und Hefti (von rechts nach links). Vor ihnen unterstützen Breitenmoser (links) und Schmid die einzige Sturmspitze Cortelezzi.  Wichtig hier ist die Rückkehr des langzeitverletzten Abwehrchefs Nikki Havenaar, welcher sicherlich noch mehr Stabilität in die Wiler Hintermannschaft bringen wird.

Der FC Wil ist zwar noch sieglos in diesem Kalenderjahr, konnte sich die letzten Spiele aber steigern und muss heute unbedingt das grosse Lausanne ärgern, um seine Chancen auf die «Barrage» noch zu wahren. Vor allem die starke Defensivleistung letzte Woche in Genf zeigt, dass die Wiler auch ersatzgeschwächt mit den Aufstiegsfavoriten mithalten können. Wird der Tabellenfünfte Wil, welcher heute wiederum einige Absenzen zu verzeichnen hat, die Leistung gegen Servette bestätigen und den ersten Sieg seit vergangenem November verbuchen können? Wir sind gespannt. Um 20 Uhr geht es los.

Die Rollen sind ganz klar verteilt. Sechs Punkte trennen die beiden Mannschaften in der Tabelle. Der FC Lausanne-Sport ist seit acht Spielen ungeschlagen, während die Wiler seit dem 21. Oktober zuhause nicht mehr gewonnen haben. Im dritten Anlauf in dieser Spielzeit soll nun der erste Sieg seit fast vier Jahren gegen die Waadtländer realisiert werden.

Es ist Fussball-Zeit in der Äbtestadt. Herzlich Willkommen aus der IGP-Arena zum Spiel zwischen dem FC Wil und dem FC Lausanne-Sport. Lukas Tannò wird für Sie heute durch den Abend tickern. 

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Die Vorschau:

Lausanne-Sport ist der Liga-Krösus. Rund zwölf Millionen Franken stehen für diese Saison zur Verfügung. Das ist viermal mehr als beim FC Wil. Auch wenn die Waadtländer mittlerweile sechs Punkte mehr auf dem Konto haben als die Wiler, so ist unter Anbetracht der finanziellen Möglichkeiten doch erstaunlich, dass die Äbtestädter einigermassen mithalten können – zumal diese eine der jüngsten Mannschaften der Liga stellen.

Und trotzdem ist es den Lausannern in den vergangenen Runden geglückt, ihren nächsten Gegner etwas zu distanzieren. Und dies nicht zufällig: Während die Wiler seit sechs Partien nicht mehr gewonnen haben, sind die Waadtländer seit acht Spielen unbesiegt. Also gilt für Freitagabend: Sollten die Ostschweizer noch ein Wörtchen in Sachen «Barrage» mitreden wollen, ist verlieren verboten.

Die Wiler:

Aus der Optik der Gastgeber ist derzeit allerdings nicht die Barrage das Thema, sondern die Bestätigung der Aufwärtstendenz der vergangenen Spiele. Nach dem schwachen Auftritt beim Rückrundenstart in Aarau gab es zuhause gegen Schaffhausen eine Leistungssteigerung mit allerdings nur halbem Lohn. Noch einmal besser war das Gezeigte am vergangenen Samstag in Genf, als Leader Servette dank eines disziplinierten und aufopferungsvollen Kampfs ein Punkt abgenommen wurde. Welches Gesicht zeigen die Wiler am Freitagabend? Es geht auch darum, die Heimbilanz aufzubessern. Nachdem der FC Wil im Herbst phasenweise das beste Heimteam der Liga war, so hat sich dies geändert. Seit vier Monaten gab es keinen Erfolg vor eigenem Anhang mehr. Die Gegner hatten es in dieser Phase allerdings auch in sich: Thun im Cup, das auswärtsstarke Kriens, zweimal Schaffhausen und … Lausanne.

Kommt dazu, dass die Waatländer den Wilern überhaupt nicht zu liegen scheinen. Von den letzten zwölf direkten Duellen ging nur eines an den Bergholz-Klub. Es war jenes denkwürdige Spiel in der letzten Runde der Saison 2014/2015, als sich die Wiler mit einem 4:0-Erfolg den Ligaerhalt sicherten – was die Türe für die türkischen Investoren öffnete. Notiz am Rande: Auf der Pontaise haben die Äbtestädter in der gesamten Vereinsgeschichte noch gar nie gegen Lausanne-Sport gewonnen.

Die Lausanner:

Beim nächsten Wiler Gegner kann man die Dinge derzeit aus zweierlei Optik sehen. Die nackten Zahlen sind positiv: Im Jahr 2019 noch unbesiegt, überhaupt erst zwei Niederlagen bezogen in dieser Saison und zuletzt dreimal in der Schlussphase ein Tor erzielt, welches das Punktekonto erhöhte. Und trotzdem ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn die Leistungen vermochten bisher zu selten den gehobenen Ansprüchen zu genügen. So auch im noch jungen Fussballjahr 2019. Gegen das kriselnde Vaduz gab es nur mit viel Mühe einen Punkt, im Heimspiel gegen Kriens rannte man einem 1:2-Rückstand hinterher und gegen Schlusslicht Rapperswil-Jona stand es am vergangenen Samstag bis kurz vor Schluss 0:0. Obwohl die Waadtländer mit 38 Toren die zweitbeste Offensive der Liga haben, fehlt ein echter Goalgetter. Kein Spieler des aktuellen Teams hat in dieser Saison mehr als vier Tore erzielt. Top-Torschütze Simone Rapp wurde in der Winterpause an den FC St. Gallen abgegeben. Mit den finanziellen Möglichkeiten der Lausanner – sie werden vom Chemie-Konzern Ineos unterstütz – kann nichts anderes als der direkte Wiederaufstieg das Thema sein. Für das Spiel in Wil müssen die Waadtländer neben einigen verletzten Spielern auch auf die beiden gesperrten Mittelfeldspieler João Oliveira und Alexandre Pasche verzichten.