Samstagmorgen, 10 Uhr: Im Quartiertreff Lindenhof sitzen schon einige Damen und Herren beim Kaffee und plaudern angeregt. Derweil hört man vom oberen Stock her eine Nähmaschine rattern und im Nebenzimmer diskutieren Männer über Schraubengössen und defekte VHS-Abspielgeräte.

Im «Flick-Treff Wil» im Quartiertreff Lindenhof konnten defekte Haushaltsgeräte oder Sachen des alltäglichen Gebrauch vorbeigebracht werden. Freiwillige Reparateure versuchten diese wieder zu flicken. Damit sollen nicht nur natürliche Ressourcen geschont, sondern auch ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen gewährleistet und Produkte über eine längere Lebensdauer erhalten bleiben. Der Flick-Treff findet ab sofort monatlich an jedem zweiten Samstag statt, ausser in den Schulferien. Die Reparaturarbeiten sind kostenlos. Das Material, das für eine Reparatur gebraucht wird, kann in Rechnung gestellt werden. Natürlich können Ersatzteile auch gleich mitgebracht werden.

Daunenjacke erhält einen neuen Reissverschluss

Ein Herr bringt eine dunkelblaue Daunenjacke mit. Sie ist soweit noch gut erhalten, jedoch sind die Bündchen ausgeleiert und der Reissverschluss ist defekt. Kein Problem für Antonella Ferriero und Inge Zurburg. Sofort beginnen sie die Bündchen abzutrennen, schicken den Kunden in ein Fachgeschäft, um einen Ersatzreissverschluss zu kaufen. Spätestens am nächsten Flick-Treff kann ein zufriedener Kunde seine Daunenjacke abholen und der Winter kann kommen. Bei den Technikern sitzt Edelbert Wehrli, gelernter Elektriker, an zwei defekten Kindertelefonen. Der Kunde hat diese in seinem Estrich gefunden und möchte sie seiner Enkelin zum Spielen schenken. Die Klingeln funktionieren, jedoch konnte Wehrli die Mikrophone nicht reparieren. Diese Teile seien mit dem Alter spröde geworden und einfach zerfallen.

Der Verantwortliche, Thomas Widmer, ist erfreut über den ersten Flick-Treff in Wil. Es sind zahlreiche Geräte und Objekte eingegangen, von denen die Meisten repariert wurden.