«Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Trotz Hitze sind viele Radfans, Anwohner und Interessierte zu unserer Berg-Besenbeiz gekommen und konnten an diesem Aussichtspunkt das Rennen ganz nah am Geschehen verfolgen», sagte Beat Hollenstein. Er präsidiert den Männerturnverein Eschlikon, welcher unzählige Stunden investiert hat, um den Radsportfans ein tolles Erlebnis zu ermöglichen. Am Sonntag waren die Sitzplätze schnell besetzt, der Grill lief auf Hochtouren und die gekühlten Getränke waren begehrt.

Für eine passende Radsportstimmung sorgten einige angereiste Walliser. «Allez, allez, allez», erklang es wiederkehrend, als die Ausreisser, das nachfolgende Fahrerfeld und auch die bereits geschlagenen Radrennfahrer über den Gupf fuhren. Dazu wurden Walliser Fahnen geschwenkt. Das war zwar gut für das Optische, kam aber noch nicht ganz an die Stimmung einer Tour de France heran. Trotzdem hatten sie Grund zur Freude. Denn das Elite-Rennen am Sonntag über 162,8 Kilometer wurde von Sébastien Reichenbach vom VC Martigny gewonnen. Er siegte im Sprint vor dem Teamkollegen Simon Pellaud. Der beste Fahrer des VC Fischingen klassierte sich im fünften Rang. Es war nicht der Wilener Stefan Küng, der am Mittwoch in Weinfelden im Zeitfahren zum dritten Mal hintereinander Schweizer Meister geworden war und nun Achter wurde. Es war auch nicht der Sirnacher Reto Hollenstein, der Platz zwölf erreichte. Der Beste vom VC Fischingen war Patrick Schelling - mit 1 Minute und 15 Sekunden Rückstand auf den Sieger.

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Die Berg-Besenbeiz beim Anstieg Gupf vom Männerturnverein Eschlikon.

«Mir sind mitem Velo do»

Dem Anlass entsprechend waren viele Radsportfans mit dem Fahrrad angereist. Kevin Buser und Ramon Bechter waren rund eineinhalb Stunden unterwegs. «Der Radrennsport ist eines unserer ambitionierteren Hobbys. Wir kennen einige Profis und trainierten auch schon mit den eher Jüngeren – auch denjenigen aus dem Thurgau. Dieser Bergpreis verdient das Prädikat «kurz und knackig». Die engen Kurven und der steile Aufstieg haben es wahrlich in sich», sagten die beiden Schaffhauser unisono.

Aus Weinfelden war der 75-jährige André Hitter herangeradelt. Zusammen mit dem 65-jährigen Gerry Klarer aus Graltshausen war er rund 100 Minuten unterwegs gewesen. «Dieser Bergpreis hat es wirklich in sich. Wir unterstützen in erster Linie unsere Weinfelder Teilnehmer, die wir im grossen Feld auch erkennen.» 


Rund um die Festwirtschaft haben es sich auch die umliegenden Landwirte bequem gemacht. Auch dank ihnen konnte die Rad-Schweizermeisterschaft in diesem Rahmen durchgeführt werden. Da haben sie sich ein kühles Bier redlich verdient.