Den Titel des U23-Europameisters machten die beiden klar besten Teams im Feld, Deutschland 1 und 2 unter sich aus mit dem besseren Ende für Deutschland 2. Bronze ging an Schweiz 1 aus Altdorf. Das einheimische Paar Rafael Artho und Björn Vogel, das nach einer Verletzungspause mit einer Wild Card startete, zeigte eine solide Leistung und sicherte sich verdient den sechsten Platz.

Mehrfache Challenge

Für den RMV Mosnang war die Organisation der U23-EM in mehrfacher Hinsicht eine spezielle Hausforderung. Nachdem die EM im vergangenen Jahr coronabedingt abgesagt werden musste, haderte man heuer sehr lange bis man grünes Licht für die Durchführung erhielt. Da waren die Auflagen des BAG und die 3G-Regel, um den Anlass für alle fair und unkompliziert über die Bühne zu bringen. Eine weitere Challenge bedeutete der finanzielle Aspekt, weil man rechnen musste, dass die Zuschauer noch zurückhaltend sein würden und unvorhergesehene Auslagen zu Buche standen. Der dritte Faktor war rein sportlich. Schaffen es die Schweizer auf das Podest und können die mit einer Wilde Card angetretenen einheimischen Rafael Artho und Björn Vogel im Feld der zehn Teams aus fünf Ländern bestehen. Dies deshalb, weil Vogel ja erst aus einer langen Verletzungspause erstmals wieder in einem wichtigen Turnier im Einsatz stand.

Mosliger Radball-Geist

Wie OK- und Vereinspräsident Gregor Schnellmann sagte, sei man sehr zufrieden mit dem Verlauf des Anlasses. Dank den Sponsoren und Gönnern wusste man beim Start, dass man auf der sicheren Seite sei und nicht Reserven des Vereins antasten müsse. Das Covid-Testangebot gleich vor Ort wurde von über 100 Personen genutzt. Mit dieser Dienstleitung konnte man sicherstellen, dass die 3G-Regel auch eingehalten werden konnte. Erfreulich für das OK war auch, dass sich auch viele ältere RMVler einfanden, um die berühmte Mosliger Radball-Atmosphäre zu schnuppern und sich wieder einmal zu treffen und auszutauschen nach dem Motto «weisch no!?».


Klare Sache aus sportlicher Sicht

In den beiden Qualifikationsgruppen zeigte sich bald, dass die deutschen Vertreter körperlich wie technisch Vorteile haben und dies auch bis zum Schluss zeigten. Das rein deutsche Finalspiel war ein sehr hochkarätiges, in welchem sich etwas überraschend Deutschland 2 im fällig gewordenen Penaltyschiessen durchsetzte. Verdient auch der Bronzeplatz von Schweiz 1 mit den Altdorfern Yannick und Timon Fröhlich, welche im Spiel um Bronze gegen Tschechien 1 mehr Luft hatte, um am Schluss klare Verhältnisse zu schaffen. Auch wenn die Mosnanger Rafael Artho und Björn Vogel als dritte in ihrer Vorrundengruppe im Kampf um die Medaillen knapp zurückgebunden wurden, war ihre Leistung im ersten grossen Einsatz nach der Verletzungspause von Vogel solide, wenn auch nicht immer so zwingend vor dem gegnerischen Tor. Die Luft nach oben können sie nun nutzen, um in der NLA-Meisterschaft zu punkten. Eher unter den Erwartungen zeigten sich die beiden Teams aus Österreich. Entweder fehlte das nötige intensive Training oder man liess die Spiellust ennet dem Rhein zu Hause. Tschechien 2 mit guten Ansätzen, aber zu inkonstant und die noch unerfahrenen Franzosen hatten mit dem Ausgang auf dem Podest kaum Chancen. Unter ihrem Wert musste sich auch Schweiz 2 aus Altdorf mit dem 8. Schlussrang abfinden.

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Das Podest mit U23 Europameister Deutschland 2 vor Deutschland 1 und Schweiz 1 mit dem Altdorfer Team Yannick und Timon Fröhlich.


2025 100 Jahre RMV Mosnang

Abschliessend darf man sagen, dass die um ein Jahr verschobene U23-EM in Mosnang ein Erfolg war und man trotz der etwas speziellen Zeit den Mosliger Radball-Festgeist spürte, der auch von den treuen Helfern im Hintergrund mitgetragen wurde. Man darf sich jetzt schon auf weiter Anlässe des sehr aktiven RMV Mosnang freuen. Im Jahr 2025 wird der RMV Mosnang sein 100-Jähiges feiern. «Wer weiss, vielleicht steht dann wieder ein internationales Radballfest auf dem Programm», sinnierte Präsident Gregor Schnellmann.

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42 Jahre RMV Mosnang-Präsidenten vereint auf einem Bild: (vorne v.li.) Gregor Schnellmann (amtierender Präsident, Erich Wohlgensinger und Gregor Näf. (hinten v.li.): Ehrenpräsident Simon Brändle, Ruedi Artho und Ehrenpräsident Mäni Rüegg.