Das Wohnquartier Schlossberg in Zuckenriet ist mit einer Ringstrasse erschlossen. Anfangs 1975 konnten die ersten Einfamilienhäuser bezogen werden. Inzwischen sind sämtliche Bauparzellen überbaut. Die Zufahrt erfolgt über die Schlossstrasse, die in einer ersten Etappe im vergangenen Jahr saniert wurde. Beide Strassenabschnitte wiesen teils gravierende bauliche Mängel auf. Mehrere Werkleitungsarbeiten hinterliessen im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte sichtbare Spuren. „Aufgrund des schlechten Zustands beschloss der Gemeinderat bereits 2017, die Strassen zusammen mit der Dorf- und Wasserkorporation und dem EW zu sanieren. Vorgesehen ist die Ausführung im Jahr 2019, während der Deckbelag erst 2020 aufgebracht wird“, sagte Gemeindepräsident Simon Thalmann einleitend. Er war begleitet von Ratsschreiber Marvin Flückiger, Gemeinderat und Strassenchef Peter Schuler sowie Emmanuel Marti, Bauverwalter der Gemeinde.


Koordinierte Bauausführung

Als Projektleiter des beauftragten Ingenieurbüros NRP AG, Amriswil stellte Christian Zwick, ehemaliger Niederhelfenschwiler Gemeinderat, die vorgesehenen Sanierungsarbeiten vor. „Die Abklärungen haben gezeigt, dass die Fundationsschicht ausreichend ist. Die Asphaltbeläge können in Teilbereichen belassen und mit dem Einbau der Deckschichten saniert werden“, erklärte der Ingenieur. Jedoch sei ein Ersatz der Randabschlüsse erforderlich. Insgesamt beträgt die Sanierungsdistanz im Schlossbergquartier 630 Meter bei einer Strassenbreite von 5,5 Metern und einer Gehwegbreite von 2 Metern. Die Strassen und Gehwege seien mit verschiedenen Ver- und Entsorgungsleitungen bereits belegt, für zusätzliche Leitungen seien geeignete Linienführungen festzulegen, erklärte Zwick. Ziel sei eine koordinierte Zusammenarbeit.

Vorgesehen ist ein Baubeginn im April, sofern Antrag und Kredit an der Bürgerversammlung genehmigt werden. Als Zeitfenster gab Zwick etwa vier Monate an. Das Investitionsvolumen beträgt 477‘000 Franken für den Strassenbau und 252‘000 Franken für die Deckbeläge. Der Projektleiter beantwortete mehrere Fragen von Teilnehmenden bezüglich Einschränkungen und Zufahrten.


Wunsch nach Radweg

Wesentlich grösseren Diskussionsstoff löste das zweite Strassensanierungsprojekt aus, wiederum vorgestellt durch Zwick. Die vor allem von zahlreichen Verkehrsteilnehmenden aus dem Kanton Thurgau und dem süddeutschen Raum als Transitroute stark benutzte Gemeindestrasse Zuckenriet – Entetschwil bedarf ebenfalls einer gründlichen Sanierung. Nachdem im vergangenen Jahr der Abschnitt östlicher Dorfausgang bis Freihof fertiggestellt wurde, ist nun das 1,43 Kilometer lange Teilstück bis zur Thurgauergrenze in Angriff zu nehmen. Bohranalysen hätten gezeigt, dass sowohl Kieskofferung und Belag für die heutige Verkehrsbelastung zu schwach seien, informierte der Projektleiter. Im Zuge der Strassensanierung ist im Weiler Beckenen der Neubau eines Pförtners geplant, verbunden mit einer Temporeduzierung auf 60 km/h. Die gut 30 interessierten Zuckenrieter diskutierten engagiert und brachten auch ihre Wünsche aufs Tapet.

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Im vergangenen Jahr konnte die erste Etappe vom östlichen Dorfausgang bis zum Freihof in Betrieb genommen werden.

Öffentliche Planauflage

Die öffentliche Planauflage über das Projekt „Strassensanierung Zuckenriet-Entetschwil“ gemäss Strassengesetz ist im Gang. Falls das Stimmvolk an der Bürgerversammlung die Gesamtkosten von 1,82 Millionen Franken genehmigt, erfolgt der Baubeginn im April. Vorgesehen ist eine Ausführung in Etappen mit Lichtsignalanlagen und zeitweiligen Vollsperrungen, bei einer Bauzeit von etwa sechs bis sieben Monaten.

Von verschiedenen Votanten wurde ein parallel verlaufender Radweg angeregt. In der Tat sind Velofahrer und Fussgänger auf der sechs Meter breiten Strasse vor allem bei starkem Verkehr gefährdet. Weil die Strassensanierung infolge der gleichzeitig vom Kanton Thurgau vorgenommenen östlichen Weiterführung dringend wird, möchte der Gemeinderat das vorgesehene Projekt in Angriff nehmen. „Ein späterer Bau eines Radwegs ist durchaus denkbar und möglich. Die Anregungen werden aufgenommen und analysiert“, versprach Gemeindepräsident Thalmann.