Überwältigendes Ja der beiden fusionswilligen Raiffeisenbanken Dussnang-Fischingen und Sirnach in ihren ordentlichen Generalversammlungen. Der Entscheid von Raiffeisen Rickenbach-Wilen, als dritter Partner in der geplanten Fusion mitzutun, ist demnächst fällig.Die Generalversammlungen der Raiffeisenbanken Dussnang-Fischingen und Sirnach mobilisierten eine Vielzahl von Genossenschafterinnen und Genossenschaftern an ihren ordentlichen Hauptversammlungen vom Wochenende. Sie sagten mit überwältigenden Mehrheiten entschlossen ja zur Fusion in die neue„Raiffeisenbank Regio Sirnach“.

Spannende Entscheidungen
Die Stellungnahmen der in letzter Instanz über die Fusion entscheidenden Genossenschafterinnen und Genossenschafter waren mit Spannung erwartet worden. So waren denn die Abstimmungen zum Fusionsvorschlag ihrer Verwaltungen bei den ordentlichen Generalversammlungen vom Wochenende das jeweilige Kerngeschäft.

Am Freitagabend füllten die Stimmberechtigten der Raiffeisenbank Dussnang-Fischingen die Hörnlihalle in Oberwangen bis auf den letzten Platz. Und am Samstagabend reichte der Raum in der vollbesetzten Gemeindezentrum Dreitannen in Sirnach nicht aus: Einige Teilnehmende mussten mit Plätzen im daneben liegenden Pfarreizentrum Vorlieb nehmen.

Ausmass des Ja überraschend
In beiden Fällen war das Ja überwältigend, wie Verwaltungsratspräsident Rudolf Brunschweiler nach der Versammlung im Gespräch sagte: „Einen klar positiven Ausgang durften wir nach unserer seriösen Information unserer Genossenschafterinnen und Genossenschafter schon seit längerer Zeit erwarten. Ein derart überwältigendes positives Resultat habe ich trotzdem nicht vorausgesehen.“ Das bestätigte auch Verwaltungspräsident Markus Bürgi, der die zustimmende Generalversammlung der Raiffeisenbank Dussnang-Fischingen am Vortag in der Hörnlihalle Oberwangen geleitet hatte.

Beide VR Präsidenten waren sich in ihrer Interpretation einig: Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter haben durch ihr markantes Votum ihr Vertrauen in den eingeschlagenen Kurs zum Ausdruck gebracht. Beide Spitzenbanker sahen diesen klaren Entscheid auch als Resultat der gemeinsam erbrachten ausserordentlichen Anstrengungen des gesamten Mitarbeiterstabs und Teams in der vergangenen Zeit. Sie bedankten sich bei ihrer Belegschaft denn auch in je eigenen eindrücklichen Worten.

Kundennähe auch nach Fusion
An den beiden ordentlichen Generalversammlungen vom Wochenende betonten die jeweiligen versammlungsleitenden Verwaltungsratspräsidenten, Markus Bürgi (Dussnang-Fischingen) und Rudolf Brunschweiler (Sirnach), ihre schon im Vorfeld der Abstimmung abgegebenen Garantien: Der Hauptsitz der fusionierten Bank „Raiffeisen Regio Sirnach“ wird in Sirnach sein.

Trotzdem werden die Standorte in Dussnang und Rickenbach als gleichberechtigte Geschäftsstellen mit einem vollumfänglichen Beratungsangebot weitergeführt. Die Fusion führt zu keinen Entlassungen. Die Kundinnen und Kunden dürfen auch nach der Fusion den gewohnten kundennahen und persönlichen Service der Bank erwarten.

Emotionen in der Hörnlihalle
Die Raiffeisenbank Dussnang-Fischingen ist eine der ältesten der Schweiz. Letztes Jahr feierte sie mit beträchtlichem Aufwand ihr 100-jähriges Bestehen. Die diesjährige 101. Hauptversammlung vom Freitag, 16. März 2018, wird wohl ebenfalls in die Bankgeschichte eingehen.

Den Gesichtern von Markus Bürgi, Verwaltungsratspräsident, sowie von Roman Kaiser, dem langjährigen Vorsitzenden der Bankleitung, waren die Emotionen trotz professioneller Kontrolle zeitweilig ins Gesicht geschrieben: Freude über den trotz schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen im Schweizer Bankenwesen erfolgreichen Abschluss des Vorjahres, Ärger über den Fall Pierin Vincenz und, dies vor allem: Hoffnung auf einen positiven Entscheid der 347 anwesenden stimmberechtigten Genossenschafterinnen und Genossenschafter zur geplanten Fusion als neue „Raiffeisenbank Regio Sirnach“.

Weichen für die Zukunft gestellt
Diese Erwartung wurde nicht enttäuscht. Bei der Abstimmung über die geplante Fusion erhob sich für das Ja ein grünes Meer von in die Höhe gehobenen Stimmausweisen. Von den 341 abgegebenen Stimmen sprachen sich 320 für ein Ja zur Fusion aus. Für das Nein zur Fusion optierten 21 Stimmberechtigte.

Am Samstagabend wurde dieses Resultat in Sirnach noch übertroffen. Von den 405 Stimmberechtigten sprachen sich deren 397 für ein Ja zur Fusion aus, bei acht Neinstimmen. Rudolf Brunschweiler zeigte sich tief befriedigt über das Resultat. Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter hätten durch ihren Entscheid die Weichen für eine zukunftsorientierte Weiterführung der Ideen und des Gehalts von Raiffeisen in der Region Sirnach gestellt, sagte er.