In gewohnter Manier fällt der Jahresbericht von Erwin Scherrer, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisen Wil, aus. Nebst dem guten Resultat von Wil verweist Scherrer auch auf die Probleme von Raiffeisen Schweiz. Mit einem gewissen Humor erinnert er an seinen Bericht vom letzten Jahr und spinnt seine Idee weiter mit der Käsereigenossenschaft und der Schweinezucht. Ungetreue Geschäftsbesorgung solle bestraft werden, dies sei man den Bankkunden schuldig. Raiffeisen Schweiz solle sich in Zukunft so organisieren, dass keine persönliche Bereicherung mehr stattfinde.

Die Genossenschafter von Wil unterscheiden sehr gut zwischen dem zentralen Dienstsleister und der Bank in Wil. Dies bezeugen die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres. Trotz neuer IT-Struktur, Personalaufstockung und Umbau in den Geschäftsräumlichkeiten weist die Bank einen Gewinn von 1,99 Millionen Franken aus. Erfreulicherweise verzeichnen die Kundeneinlagen einen Zufluss von 8,1 Prozent. Bund, Kanton und Gemeinde erhalten über 1,1 Millionen Franken an Steuergeldern. Eigenmittel und Gewinne bleiben in Wil, auch in Zukunft, meint Verwaltungsratspräsident Scherrer.

Beat Bollinger, Vorsitzender der Bankleitung spricht frei und ohne «Spick» in der Manege. Das gute Resultat der Bank sei grösstenteils seinen Mitarbeitern zu verdanken. Er ruft das Kader und alle Mitarbeiter in die Manege. Die Ausbildung liegt Bollinger sehr am Herzen. Er ist darum auch überzeugt, dass die Kaufmännische Ausbildung in Zukunft attraktiver gestaltet werden soll. Die Bank ist in der Entwicklung von KV 4.0 mit dabei. Es soll eine vierjährige Ausbildung mit einem Praxisjahr werden. Die ersten Klassen starten im Jahr 2020.

«Lehre anstelle weiterführende Schulen»

Bollinger interviewt die beiden Lehrlinge Sabrina Schweizer und Cyrill Bolleter. Beide würden jederzeit wieder eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich wählen. Schweizer meint sogar ganz selbstbewusst: «Ich ziehe auf jeden Fall die Lehre vor, anstelle einer weiterführenden Schule.»

Rolf Baumgartner wird für 35 Jahre als Mitarbeiter in Wil geehrt werden. Bollinger dankt ihm für seine Treue, Loyalität und seinen Einsatz. Aber auch Genossenschafter werden für ihre Treue zu Raiffeisen Wil belohnt. Die Jubilare für 50 und 40 Jahre erhalten Gutscheine für Wil Shopping, dies als kleines Zeichen, dass die Bank das lokale Gewerbe unterstützt.

Zum Schluss der Versammlung dankt Verwaltungsratspräsident Scherrer und wünscht den Genossenschaftern, Gästen aus Wirtschaft und Politik einen schönen Abend mit der Vorstellung des Zirkus Knie.

100 Jahre Zirkus: Pferde, Comedy und Akrobatik

Das Jubiläumsprogramm der Tournee 2019 zeigt 37 Artisten aus acht Ländern. Als Schweizer Gaststars sind Victor Giacobbo und Mike Müller mit dabei. Neu ist 2019 auch das neue Zelt, mit dem sich die Familie Knie einen grossen Wunsch erfüllt hat. Die Konstruktion besteht aus zwei Rundbogen, an denen das Chapiteau befestigt ist. Das Publikum geniesst so freien Blick auf die Manege, ohne störende Masten.

Ein Highlight des Programms sind natürlich die legendären Pferdenummern der Knies. Die achtjährige Chanel Marie Knie überzeugt mit einer Ponynummern und ist auch zwischenzeitlich mit den Clowns im Zelt unterwegs. Die Fratelli Errani präsentieren eine Ikarier-Nummer, mit der sie in Monte Carlo den Goldenen Clown gewonnen haben. Die Luftakrobatin Anastasia Mekeeva zieht das Publikum mit Emotionen und Waghalsigkeit in den Bann. Fehlen darf auch nicht der «weisse Clown» – Yann Rossi ist ein Mann mit vielen Talenten. Er ist Clown aus Berufung und studierter Musiker. Die Troupe Sokolov überzeugt mit Perfektion und ihrer Choreographie mit dem Schleuderbrett.

Die Einlagen des Comedy-Duos Giaccobo undMüller rufen wahre Lachsalven im Publikum hervor. Ob Fredy Hinz, Hanspeter Burri oder als Veronika Grütter mit Sohn Armin, die beiden haben das Publikum auf ihrer Seite. Beide bewegen sich in der Manege, als ob sie alte Zirkushasen seien. Dabei hat nur Viktor Giaccobo Sägemehl-Erfahrung (2006) für Mike Müller ist es eine Premiere.

Nach dem Programm gab es insbesondere für den abtretenden Patron Fredy Knie junior eine Standing Ovation. Auf Wiedersehen im Jahr 2020 an der 104. Generalversammlung im Zelt vom Zirkus Knie.