Die Raiffeisenbank Wil und Umgebung kann für 2017 erneut vom besten Resultat ihrer Geschichte berichten. Dem neuen Bankleiter Beat Bollinger gelang nach nur einem Jahr im Amt und trotz weiteren Strukturanpassungen beim Personal das erfreuliche Resultat. Der Jahresgewinn stieg um 2,123 Mio. Franken, was einer Steigerung um 13,7 Prozent entspricht. VR-Präsident Dr. Erwin Scherrer attestierte Bollinger aufbauenden Einsatz, Bewegung ins Geschäft gebracht zu haben. Im Kader wurden sieben Personen per 2018 befördert. Eine personelle Veränderung kündigt sich im Verwaltungsrat an. Silvia Brumann-Brunner, lic. iur. HSG, soll an der Generalversammlung die Nachfolge von Hans Ruckstuhl antreten.Nach VR-Präsident Dr. Erwin Scherrer sind für die Erfüllung der laufend steigenden Anforderungen im Beratungsbereich bauliche Anpassungen nötig geworden. Bis im März 2018 laufen die Umbauarbeiten im zweiten Obergeschoss, indem der bisherige Mietanteil für eigene Bedürfnisse ausgebaut wird. Ab diesem Zeitpunkt wird das ganze Gebäude für bankeigene Bedürfnisse genutzt.

Neuorganisation Bankleitung macht sich bezahlt
Bankleiter Beat Bollinger wies eingangs auf die anspruchsvolle Bereichsorganisation im abgelaufenen Jahr hin. Die Installation der neu strukturierten Bankleitung habe sich mit Blick auf das Jahresergebnis bereits bezahlt gemacht.

Zwei Kerntreiber machten nach Bollinger letztlich das vorteilhafte Resultat aus. Zum einen seien es die Ausleihungen mit einem Wachstum von 75,6 Mio. Franken, oder 6,4%. Andererseits hätten die gestiegenen Kundengelder mit einem Plus von 67,6 Mio. (+6,9%) vorteilhaft gewirkt. Wenn die Steuerabgaben mit 1,5 Mio. leicht unter dem Vorjahreswert liegen, sei dies die Folge höherer steuerbefreiten Rückstellungen dank dem Zuwachs bei den Ausleihungen.

Wachstum an allen Fronten
Nach Bollinger hat sich das Kerngeschäft der Genossenschaft deutlich über dem Markt entwickelt. Die starke Position bestätige sich beim Hypothekargeschäft mit dem Wachstum um 6,3% auf neu 1,24 Mia. Franken. Dank sorgfältiger Risikoprüfung hätten sie kaum Ausfallrisiken zu beklagen.

Auch an der Front der Kundeneinlagen ergab es ein Wachstum von 8,8% auf neu 994,7 Mio. Franken, was als grosses Kundenvertrauen gewertet werde. Die Kundengelder übersteigen gesamt erstmals die Marke einer Milliarde, genau 1,043 Mia. Franken.

Steigende Erträge zeigen sich weiter beim Zinsengeschäft, aus Sicht der Bank die wichtigste Ertragsquelle. Der Netto-Erfolg nahm um 5,8% auf 15,36 Mio. Franken zu, was beim Geschäftserfolg 76,9 Prozent ausmacht. Nicht weniger erfolgreich bezeichnete Bollinger die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Der Abschluss zeigt einen Anstieg um 22,3% auf neu 3,18 Mio. Franken. Allein das Handelsgeschäft macht mit 875'544 Franken 8,2% aus.

Vier neue Stellen im Beratungsbereich
Infolge des Ausbaus der Beratungsressourcen mit vier neuen Stellen erhöhte sich der Personalaufwand um 9.2 Prozent. Die Cost-Income-Ratio liegt mit 45,8 Prozent weiterhin auf sehr gutem Niveau und hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert.

Die generelle Erneuerung der IT-Infrastruktur sowie die laufende Erweiterung der Büroräumlichkeiten im 2. Obergeschoss haben nach Bollinger zum Anstieg des Kostenaufwands um 2,1% beigetragen.

13,7% höherer Jahresgewinn
Die positive Ertragslage lässt den Jahresgewinn in gleicher Weise ansteigen. Vom Jahresgewinn über 2,123 Mio. (+13.7%) werden 1,78 Mio. Franken dem Eigenkapital zugewiesen. Der Verwaltungsrat beantragt auf Grund der erfreulichen Ausgangslage eine Verzinsung der Anteilscheine mit den maximal möglichen 6,0 Prozent. Bekanntlich wurde dieser Satz in der 17-jährigen Äera von VRP- Präsident Erwin Scherrer noch nie unterschritten. Über die Verzinsung der Anteilscheine befinden die Genossenschafterinnen und Genossenschafter an der Generalversammlung vom Mittwoch, 4. April 2018. Diese findet ebenso wie die beiden Mitgliederversammlungen vom 5. und 8. April 2018 im Circus Knie statt.

Personelle Veränderungen im Kader und Verwaltungsrat
Zu den personellen Beförderungen im Kader wies Bankleiter Bollinger darauf hin, dass sie zweierlei Karrieren unterstützten. Neben der Karriere auf der Führungsebene setzten sie auch auf Fachkarrieren. Die fünf Frauen und zwei Männer zeichneten sich unterschiedlich aus. Neben dem Führungstalent seien vertiefte Fachkenntnisse im Bankenbereich immer wichtiger geworden.

Neben der laufenden gezielten Förderung von Aus- und Weiterbildungen hätten sie die Möglichkeit einer Fachlaufbahn aufgebaut. Nach der Erweiterung der Bankleitung auf fünf Personen Anfang des letzten Jahres habe der Verwaltungsrat fünf Mitarbeiterinnen sowie zwei weitere Mitarbeiter als Mitglied des Kaders mit Prokura befördert.

Neues Gesicht für den Verwaltungsrat
Nach 28 Jahren als Mitglied des Verwaltungsrates der Raiffeisenbank Wil tritt Hans Ruckstuhl aus dem Verwaltungsrat aus und wird an der diesjährigen Generalversammlung verabschiedet.

Als Nachfolgerin schlägt der Verwaltungsrat die in Wil wohnhafte Silvia Brumann-Brunner (Jahrgang 1966) vor. Als Juristin und eidg. diplomierte Steuerexpertin bringt sie ein breites Knowhow mit. Dieses setzt sie neben ihrer Beratungstätigkeit als selbstständige Unternehmerin auch in Ihrer Lehrtätigkeit im Fachbereich Steuern – unter anderem an der Akademie St. Gallen – ein.