Die 2000 Teilnehmer an der diesjährigen Generalversammlung verteilten sich wiederum auf fünf Standorte. Vom Gemeindesaal Uzwil wurde der Geschäftsverlauf via Satellit ins Oberstufenzentrum Thurzelg Oberbüren, in den Gemeindesaal Niederbüren, ins evangelische Kirchgemeindehaus Niederuzwil und in die Mehrzweckhalle Jonschwil übertragen. Als Moderatorin wirkte sachkundig und humorvoll Regula Elsener.

Neuer Auftritt: My Bank

Der Gedanke Genossenschaftsbank – die Bank, die ihren Kunden gehört – ist im vergangenen Jahr gestärkt worden. Die Möglichkeit, sich an einer Mehrfachzeichnung zu beteiligen und den bisherigen Anteil von 200 Franken bis auf maximal 10'000 Franken zu erhöhen, ist von über 1300 der gut 10'000 Mitglieder wahrgenommen worden. 11,2 Millionen der möglichen 20 Millionen Franken sind bereits gezeichnet worden.

Die vor einem Jahr durch den mittlerweile ersetzten CEO des Verbandes ausgelöste Krise ist nach Ansicht von Christof Oswald, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Regio Uzwil, bewältigt. Bankleiter Aldo Kopp stellte mit Genugtuung fest, dass sich die Turbulenzen im Verband nicht auf die regionale Bank ausgewirkt hätten.

Beratung immer wichtiger

Zentrales Thema der Generalversammlung waren der rasante technische Fortschritt und als Folge davon die sich grundlegend verändernden Kundenbedürfnisse. Christof Oswald stellte fest, dass die Raiffeisenbank Regio Uzwil ihr Angebot laufend angepasst habe und sich auch in Zukunft auf dessen Aktualisierung fokussiere. Die Kunden erfassten Zahlungen grösstenteils via E-Banking. Beim Bargeld sei die Selbstbedienungsquote über 90 Prozent. Bargeldtransaktionen an den Schaltern seien um 40 Prozent geschrumpft. Die komplexer gewordenen Lebensbedingungen führten aber zu einem deutlich erhöhten Bedarf an Beratung. Die Bank habe deshalb die Anzahl Berater deutlich erhöht. Im Hinblick auf die Zukunft müsse die Dialogkultur gestärkt und weiter ausgebaut werden.

Unumgängliche Weiterbildung

Damit das Bankpersonal diesen Herausforderungen gewachsen ist, sind grosse Anstrengungen in der Weiterbildung nötig. Wie Aldo Kopp ausführte, befinden sich von den 29 Mitarbeitenden gegenwärtig neun in einer höheren Weiterbildung. Alle Mitarbeitenden würden regelmässig auch bankintern mit den Neuerungen vertraut gemacht. Hatte an der Generalversammlung vor einem Jahr der Roboter Raiffi für Aufsehen gesorgt, so war diesmal dessen «Vater» Stefan Jeker, Leiter des Innovationszentrums RAIlab bei Raiffeisen Schweiz, anwesend. Dieses Zentrum erarbeitet technische Neuerungen und stellt diese den lokalen Bankinstituten bedarfsgerecht zur Verfügung.



Im Umbruch befindet sich auch die KV-Ausbildung. Die Lernende Jennifer Gantenbein besucht die «Laptop-Klasse», in welcher die Ausbildung fast ausschliesslich in englischer Sprache erfolgt. In der Lehre KV 4.0, die 2020 eingeführt wird, werden die Lernenden nach dem zweiten Lehrjahr ein berufsfremdes Zwischenjahr absolvieren.

Milliardengrenze erreicht

Natürlich wurde an der Generalversammlung auch über den Geschäftsgang informiert - und schliesslich wurde die Jahresrechnung gutgeheissen. Hier einige Eckdaten: Die Bilanzsumme hat erstmals in der 109-jährigen Geschichte der Bank die Milliardengrenze überschritten. Nach einer Zunahme von 4,4 Prozent im vergangenen Jahr beläuft sie sich auf 1012,9 Millionen Franken. Die Hypothekarforderungen sind 2018 um 26,6 Millionen auf 837,5 Millionen Franken angestiegen. Nach einem Anstieg um 1,5 Prozent belaufen sich die Verpflichtungen aus Kundeneinlagen auf 819,1 Millionen Franken. Durch die im vergangenen Jahr erfolgte Einführung der Mehrfachzeichnung hat sich das Genossenschaftskapital mehr als versechsfacht. Es beträgt nun 13,3 Millionen Franken. Der Geschäftserfolg der Bank beläuft sich auf 4,8 Millionen Franken und ist praktisch gleich hoch wie im Vorjahr. Im Hinblick auf die Digitalisierung ist erstmals ein Innovationsfonds mit 200'000 Franken geäufnet worden.