Das Jahresergebnis der Raststätte Thurau hat sich im 2016 nochmals verbessert von 2,74 Mio. im 2015 auf 2,9 Mio. Franken im 2016. Die Dividende bleibt bei 15%, VR-Präsident Dr. Erwin Scherrer informierte über zahlreiche bevorstehende und laufende Investitionen. Nächsten November steht die Neueröffnung der Raststätte Rheintal bevor, wo das neue Gastro-Konzept mit mehr Kundennähe zu Tragen kommen soll. Für die Bewältigung der laufenden Projekte steht CEO Peter Hofstetter seit Februar mit Sandra Lipinski eine Stellvertreterin zu Verfügung.
Die Aktionäre der Raststätte Thurau sind unter der Führung von VR-Präsident Dr. Erwin Scherrer gewohnt, von guten Abschlüssen zu hören. Offensichtlich traut man dem Verwaltungsrat auch zu, schwindende Umsätze mit geeigneten Massnahmen aufzufangen. Der Jahresabschluss ergab nur eine Rückfrage, wegen der kürzlich von 25% auf 15% reduzierten Dividende. Scherrer begründete dies mit den grossen anstehenden Projekten, gefolgt von hohen Investitionssummen.

Positiver Trend beim Treibstoffgeschäft
In der Vorstellung des Geschäftssberichtes wies VR-Präsident Erwin Scherrer auf die noch immer schwierige Situation hin aus dem Kaufkraftgefälle zwischen Euro und Schweizer Franken. Hinzu komme das immer grösser werdende Netz von Tankstellenshops, was die Hoffnung auf Umsatzsteigerungen im Keim ersticken lasse. Positiv nannte Scherrer die Entwicklung beim Treibstoffverkauf mit einem Plus von 2%. Das Bewusstsein habe bei der Bevölkerung eingesetzt, dass hier der Treibstoff zu gleichen Konditionen wie an übrigen Tankstellen angeboten werde.

Die Einbussen beim bedienten Restaurant konnten dank einschneidenden Massnahmen auf der personellen Seite teilweise aufgefangen werden. Mit der Straffung der Abendkarte konnte auch der Personaleinsatz reduziert werden. Der Trend hin zu rascher, frischer Verpflegung über die Theke sei gut erkennbar, weil sich dort die Umsätze steigern liessen.

Zahlreiche Projekte am Laufen
Zu den bevorstehenden und laufenden Projekten informierte Scherrer über die einzelnen Vorhaben. So stehe bei der Raststätte Thurau-Nord im laufenden Jahr die Sanierung der Tankstelle bevor. Bei der Raststätte Rheintal begann nach längerer Planungsphase der Abbruch, um im November im Neubau mit dem neuen Gastrokonzept zu beginnen. Das gleiche Konzept soll später auch bei der Raststätte Hörbranz eingesetzt werden, wo die Gruppe Thurau mit 51% beteiligt ist.

Umsatzentwicklung unterschiedlich
Die Umsatzzahlen bei der Raststätte Thurau zeigen beim Restaurant sinkende Werte. Im 2015 konnte noch ein Plus auf 2,08 Mio. erreicht werden, im 2016 sank der Umsatz auf 1,94 Mio. Franken. Besser sieht es beim Treibstoff aus, wo eine Steigerung von 4,35 Mio. Liter auf 4,45 Mio. Liter verzeichnet wurde. Eine Steigerung ergab sich weiter beim Umsatz Shop von 4,66 Mio. auf 4,69 Mio. Franken.

Der Jahresgewinn stieg im 2016 von 441'000 auf 534'700 Franken und führte zum Bilanzgewinn von 2,953 Mio. Franken. Die Dividende mit 15% ist mit 330'000 Franken aufgeführt. Die Abnahme der Rechnung erfolgte einstimmig.

Frische-Theke auf dem Vormarsch
Im Anschluss informierte CEO Peter Hofstetter über das neue Gastrrokonzept, welches erstmals in der Raststätte Rheintal zum Tragen komme. Das grösste Problem sei der Zeitfaktor beim Kunde. Alles müsse umgehend und immer frisch daher kommen. Den Gast anlocken zu können, müssten auch die Umgebung und die Fassadengestaltung stimmen. Viel Glas für umgehende Einsicht in die Lokalitäten sei wichtig, was auch für das Angebot zutreffe.

Personell müsse der Aufbau so gestaltet sein, dass die Küche mit 1 bis 4 Personen, abends mit einer Person zurecht komme. Frisch und freundlich und innert sieben Minuten serviert, so seien die Vorgaben für die Menus gestellt. Sie sorgten auch dafür, dass Pizzas innert sieben Minuten serviert werden. Das Konzept der Rheintal Raststätte soll auch in Hörbranz Anwendung finden.

Alkoholverbot auf Raststätten aufheben
Abschliessend informierte VR-Präsident Erwin Scherrer über die angestrengte Aufhebung des Alkoholverbots auf Autobahnraststätten. Die Motion im nationalen Parlament sei gesetzt, sodass es nun um das Erreichen einer Mehrheit gehe. Nach Scherrer müsse die Wettbewerbsverzerrung gegenüber Tankstellenshops aufgehoben werden.

Unter Varia kam die Frage auf, wie der Verwaltungsrat an der Strategiesitzung die Zukunft eingeschätzt habe. Scherrer wies auf die gesetzten Schwerpunkte „Auf die Marktentwicklungen reagieren, Monopolstellung auf Autobahnen halten und Optimieren beim Einkauf“ hin. Der Zuzwiler Gemeindepräsident Roland Hardegger, als Gast geladen, sah es in seinen Grussworten angemessen, wenn im Verwaltungsrat der Raststätte Thurau AG mit Sitz in Zuzwil auch wieder einmal ein Zuzwiler Einsitz nehmen könnte.

Viergang-Menu mit Alkoholausschank
Im Anschluss wurde den Aktionären ein schmackhaftes Menu aus der Thurauküche serviert. Die Generalversammlung ist aktuell noch einziger Anlass im Jahr, an dem die Gäste von einem guten Tropfen Gebrauch machen können. Dem Personal schien der Wechsel keine Mühe zu machen, sodass sie bei einer Aufhebung des Alkoholverbots wohl keine zusätzliche Ausbildung bräuchten.