Entgegen einer verbreiteten Meinung würde ein Nein bei der Abstimmung zur Schliessung des Spitals Wattwil keinen Weiterbestand des Krankenhauses in der jetzigen Form bewirken, sondern eine unklare Zukunft, betonte Bruno Damann. Der St. Galler Regierungspräsident hob hervor, dass einzig der Kantonsrat über die Spitalstandorte bestimmen könne. Und dieser habe sich klar geäussert, dass Wattwil in ein Gesundheits- und Notfallzentrum umgewandelt werden soll, wie im Übrigen auch die Spitäler Rorschach, Flawil und Altstätten. Das Spital Wil seinerseits soll bis im Jahr 2026 eine allfällige Zusammenarbeit mit den Spitälern Winterthur oder Frauenfeld prüfen, erläuterte der Gesundheitsminister.

Qualitätsoptimierung

In der vom Kantonsrat in seiner Mehrheit beschlossene Spitalstrategie mit der Reduktion der Spitäler von 9 auf 5 im Kanton sieht der Arzt Bruno Damann eine Optimierung der Qualität durch eine Konzentration von ärztlichem und pflegerischem Fachpersonal an wenigen Standorten. Und im Weiteren weniger unbelegte Betten, die hohe Kosten verursachen. Ähnlich äusserte sich auch der Verwaltungsratspräsident der St. Galler Spitalverbunde, Prof. Dr. Felix Sennhauser an der Medienorientierung.

Wie weiter von Damann und Sennhauser betont wurde, sei auch künftig eine gute Notfallversorgung im ganzen Kanton gewährleistet.

Hohe Kostenfolge

Regierungsrat Mächler seinerseits hielt fest, dass eine Annahme des Referendums zur Schliessung des Spitals Wattwil eine Auslage von 22 Mio. Franken an öffentliche Geldern nach ziehen würde. Dies sei eine nicht zielführende Fehlinvestition.

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Dank medizinischem Fortschritt können mittlerweile eine ganze Reihe von Untersuchungen und Behandlungen ohne stationären Aufenthalt durchgeführt werden. 


Breites ambulantes Angebot

Bruno Damann orientierte weiter über die Ausgestaltung des in Wattwil angestrebten Gesundheits- und Notfallzentrum, das von der Firma Solviva AG betrieben werden soll.

Das ambulanten Angebot soll folgende Fachgebiete abdecken: Kardiologie (Herzprobleme), Orthopädie (Bewegungsapparat), Onkologie (Krebserkrankungen), Urologie (Geschlechtsorgane und Nieren), Gastroenterologie (Verdauungsleiden) sowie Physio- und Ergotherapie.

Im Bereich Spezialpflege sollen künftig insbesondere Patientinnen und Patienten mit Langzeitbeatmung, Para- und Tetraplegie und Muskelerkrankungen betreut werden. Auch Pflegepatienten mit Persönlichkeitsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten sowie Suchterkrankungen werden aufgenommen. Auch eine Psychosomatische Abteilung (PSA) sowie die Weiterführung der bereits bestehenden Alkoholkurzzeittherapie und eventuell eine Integration von Ambulatorium und Tagesklinik Wattwil der Psychiatrie St.Gallen Nord (PSGN) sind in Abklärung.

Die Regierung sowie die Mehrheit des Kantonsrates empfehlen drei Mal ein Ja bei der Spitalabstimmung am 13.Juni 2021, hiess es zum Abschluss an der Medienkonferenz.