Am Mittwochvormittag besuchte eine Delegation der St. Galler Regierung mit Regierungsrat Martin Klöti und Mitglieder der Denkmalpflege unter Michael Niedermann das geschichtsträchtige Flawiler Gasthaus „Hirschen“ in Oberglatt. In seiner Vorstellung des Hauses hatte der Besitzer, Architekt Kurt Huber, interessante Neuigkeiten bereit, dass es bald zu einem Verkaufsverhandlung kommen könne und damit die Restaurierung folgen werde. Nachfolgend ging es in den Weiler Burgau, um über die Ortsgestaltung Näheres zu erfahren. (Siehe Link zweiter Bericht am Ende).Auf ihrer Exkursion machten Regierungsrat Martin Klöti, die Denkmalpflege und Archäologie beim „Hirschen Oberglatt“ Halt, um sich ein Bild über den denkmalpflegerischen Wert und die Aussichten auf eine Erneuerung ein Bild zu machen. Der aktuelle Besitzer, der Frauenfelder Architekt Kurt Huber, informierte die drei Delegationen ausführlich über die historischen Spezialitäten im Haus und die Aussichten für eine Sanierung. Michael Niedermann, Leiter der Denkmalpflege informierte über bisherige Studien, seine Mitarbeiterin Irène Hochreutener leitet die Arbeit der Denkmalpflege für dieses Objekt. Gemeindepräsident Elmar Metzger verfolgte die Führung mit Interesse, wie es mit dem „Hirschen“ weiter gehen könnte.

Belebung des „Hirschen“ offen
Regierungsrat Martin Klöti, Leiter Departement des Innern, gab der Exkursion an verschiedenen geschichtsträchtigen Orten das Thema: „Was ist ein Ort“. Zum Objekt „Hirschen Oberglatt“ stellte Klöti provokativ fest, dass hier eine Repräsentation am falschen Ort stattfinde. Das Haus wirke neben der Kirche zwar ortsprägend, aber an stark befahrener Durchgangsstrasse. Für Kurt Huber ist es ein Anliegen, dass bei einer Neunutzung auch eine Bushaltestelle eingerichtet wird.

In der Vorstellung seines Hauses stellte Architekt Kurt Huber fest, dass er sich noch immer mit der Prüfung für eine Belebung befasse, bisher aber ohne Erfolg. Er werde aber noch an diesem Mittwoch eine interessante Besprechung mit einem Käufer aufnehmen, der dieses „Schatztruckli“ wie er es nannte, geschichtlich erhaltend erneuern will. Dass für dessen Erhalt in seiner geschichtsträchtigen Struktur auch öffentliches Interesse bestehe, habe der Tag der offenen Türe gezeigt, wo sie total überrannt worden seien.

Das Haus öffentlich halten
Die früheren Nutzer des Hauses waren nach Huber ganz verschiedener Herkunft. So hätten eine ganze Anzahl Bierbrauer in diesem Haus ihre Produkte hergestellt. Dass es auch öffentlich genutzt wurde, bestätige die Aufschrift Gasthaus Hirschen. Über 50 Jahre hätten zwei Schwestern als letzte Bewohner das Haus belebt. In diesem Haus zeigt sich eine 200-jährige Geschichte, betonte Huber.

Kurt Huber will das Haus bei einer neuen Nutzung möglichst öffentlich halten. Um die Erneuerung auf der Basis der heutigen Baustruktur auszuführen, dürfe es nicht verschiedene Nutzer geben. Aus seiner Beurteilung wäre eine Hotellerie oder Wohnen im Alter passend. Das Problem bei einer Erneuerung sei der notwendig sanfte Umgang bei allen Arbeiten. Für Huber ist klar, dass er auch nach der Veräusserung des Hauses an der Planung der Sanierung dabei bleiben will.

Räumlich gute Voraussetzungen
Mit dem aktuellen Kaufinteressenten könne er diese schwierigen Anforderungen besprechen. Huber legt Wert darauf, dass Spuren der früheren Nutzung wie dem Steinboden oder auch der Steintreppe erhalten bleiben. Der Eingang zum Haus empfängt den Besucher mit einem attraktiven Deckengewölbe. Im 1. Obergeschoss bildet der Vorraum eine eigentliche Halle an, welche gerade für Hotel oder auch Wohnen im Alter ein optimaler Kontaktraum sein könne.

Im Haus wurden in den oberen Geschossen bereits räumliche Unterteilungen rückgebaut, weil diese erst bei späteren Nutzungen eingebaut wurden und nicht tragender Natur waren. Gerade im zweiten Stockwerk dürfte nach Huber einstmals ein eigentlicher Saal bestanden haben.

Die Führung durch das Haus führte auch noch in die obersten Stockwerke bis zum Turm. Dort ist noch der einstige Aufzug installiert, der die Transporte über den Hohlraum des Treppenhauses ermöglichte. Der Freiraum im Treppenhaus biete genügen Platz, um einst eine Liftanlage zu installieren.

Die zweite Besichtigung der St. Galler Delegation galt dem Weiler Burgau: .Link zum Beitrag Burgau.