Es ist mittlerweile zur Tradition geworden, dass jedes Mitglied des Regierungsrates einmal beim Männerverein spricht. Regierungsrat Walter Schönholzer besuchte die Organisation vor wenigen Tagen. Eine überraschende Aussage von ihm: In der Politik habe man selber nicht Vieles in der Hand. Für die Wahl in den Regierungsrat seien Alter, Region, Partei, Geschlecht sowie aktuelle Themen entscheidend.

Sein Departement für Inneres und Volkswirtschaft deckt einen breiten und vielseitigen Bereich ab. Der Vorsteher dieses Departements mit 470 Mitarbeitenden ist auf gute Amtschefs angewiesen. Wichtig sei ihm ein offener und konstruktiver Dialog – wobei man sich selber nicht zu wichtig nehmen darf. Denn es gehe um die Funktion und nicht um die Person.

Regierungsrat fasst 1200 Beschlüsse

Die Öffentlichkeit nimmt vom Regierungsrat vor allem Notiz bei offiziellen Anlässen. Neben den vielseitigen Aufgaben als Departements Chef ist er aber auch Vertreter des Kantons bei nationalen Konferenzen (Bern) und Ansprechpartner für Parlament (Grosser Rat) und Öffentlichkeit. Dabei nehmen Regierungsaufgaben viel Zeit in Anspruch. Im Jahr fasst der Regierungsrat rund 1200 Beschlüsse. Es ist daher unerlässlich, dass jedes Mitglied gut vorbereitet in die wöchentliche Sitzung geht. Da die Arbeitstage stark mit Terminen gebucht sind, bleibt oft nur das Wochenende zum Aktenstudium.

Betreffend Agroscope Tänikon optimistisch

Bei seinen Ausführungen kam Schönholzer auch auf Agroscope Tänikon zu sprechen. Hier lobte er die Zusammenarbeit mit den Stände- und Nationalräten, welche für den Kanton Thurgau in Bern wichtige Arbeit leisteten. Das bisher Erreichte stimmt optimistisch – final gesichert ist der Standort aber noch nicht.

Der Referent nahm auch Stellung zu den Vorkommnissen auf dem Pferdehof in Hefenhofen. Dabei war er selber unter Druck geraten. Die Presse habe zwar nicht alles korrekt wiedergegeben, aber die mediale Berichterstattung ermöglichte ein resolutes Ein- und Durchgreifen der Behörde.

Sein Fazit nach drei Jahren Regierungsratstätigkeit fällt positiv aus und Schönholzer betonte, dass ihm die Aufgabe nach wie vor grosse Freude mache. Er erinnerte die Zuhörer daran, dass man auf die direkte Demokratie stolz sein solle. An Beispielen bezüglich Zusammenarbeit mit unserem nördlichen Nachbarn zeigte er die Stärken der Schweiz und des Kantons Thurgau auf. (pd)