Zwar laufen die Planungen für die regionale Kläranlage in Niederuzwil schon seit circa drei Jahren, und trotzdem ist man noch eher am Anfang. In rund zwei Jahren soll Ende 2021 die Volksabstimmung erfolgen und im Jahr 2028 die Errichtung erfolgt sein.

Doch worum geht es eigentlich? Statt die Abwasserreinigungs-Anlagen (ARA) der Region Wil einzeln zu sanieren, wird eine gemeinsame Anlage geplant. Diese soll am topographisch niedrigsten Punkt errichtet werden – nämlich in Niederuzwil am Ort der heutigen Kläranlage. Die Lage dort ist gut, weil das Wasser mit wenig Pumpaufwand von den umliegenden Gemeinden zugeführt werden kann. Die Planungen wurden angeschoben, weil die Wiler ARA demnächst erneuert werden müsste und zudem eine neue Reinigungsstufe gegen Mikroverunreinigungen gefordert wird. Wird diese eingeführt, übernimmt der Bund satte 75 Prozent der Errichtungskosten.

Heisse Fragen noch offen

Darum haben sich die Gemeinden Wil, Uzwil, Zuzwil und Jonschwil zusammengetan, um diese gemeinsame ARA zu planen. Erstmals war im Sommer des vergangenen Jahres über dieses Vorhaben öffentlich informiert worden. In den letzten Monaten ist es ruhig geworden.

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ARA-Niederuzwil-Projektleiter Michael Wächter: «Eine moderne Kläranlage stinkt heute nicht mehr.»

Dies änderte sich am Montagabend, als an einem Anlass der FDP Uzwil Projektleiter Michael Wächter über den aktuellen Stand informierte. Doch im Grundsatz ist seit der ersten Informationswelle im Sommer 2018 nicht viel Neues dazugekommen. «Die Planer sind am Planen», sagte Wächter. Konkrete Infos zu heissen Fragen konnten mit Verweis auf das frühe Planungsstadium noch nicht gegeben werden. So ist zum Beispiel weiterhin nicht klar, was diese Anlage kosten wird. Es wurde auch nicht kommuniziert, welcher Betrag in die Planung investiert wird. Fakt ist, dass die Rohre nicht durch den Grundwasser-See in der Thurau führen dürfen. Und was passiert, wenn das Volk an der Urne in mindestens einer der vier Gemeinden Nein sagt zu diesem Projekt? Auch darauf gibt es noch keine Antwort. «Es ist das Ziel, dass alle vier zustimmen», sagte Wächter. Darum sei ein Kommunikationsexperte engagiert worden.

Gestank befürchtet

Gerade in Niederuzwil haben allerdings nicht alle Freude daran, dass sie das Dreckwasser der ganzen Region aufnehmen und reinigen sollen. Manch einer sähe es gerne, wenn die Stadt Wil als grösster Lieferant eine eigene Lösung suchen würde. Zudem wird Gestank befürchtet. «Moderne Kläranlagen stinken nicht mehr, wenn man nicht gerade die Nase in den Rechen steckt», sagte Wächter. Und weiter. «Bei den Kosten gilt das Verursacherprinzip. Wer am meisten liefert, muss auch am meisten zahlen.»

Die Räte der vier Gemeinden stehen hinter dem ARA-Projekt. Logischer Weise, hätten sie sich doch sonst nicht zur Planungsgruppe Wil-Uzwil zusammengeschlossen. Das Präsidium obliegt Luca Keel, dem Gemeindepräsidenten von Uzwil.