Bereits im Dezember ist es publiziert worden: Niklaus Jung hat seine im Jahr 2000 gegründete Internet-Plattform www.infowilplus.ch verkauft. Die neue Besitzerin, die Firma Kanawai, hat die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Jahresauftakt über ihre Pläne informiert, wie das künftige Medium www.hallowil.ch gestaltet werden soll. Erhalten bleiben sollen die klare Ausrichtung auf die Region und die Unabhängigkeit des Mediums. Die optische Gestaltung soll attraktiver werden und vor allem möchte man mit einem Handy-gerechten Auftritt vermehrt auch die junge Generation ansprechen.Es war an Niklaus Jung, letztmals zum traditionellen Korrespondenten-Treffen am Jahresanfang willkommen zu heissen. Auch wenn er nicht mehr Besitzer der Plattform ist, so war es ihm ein Bedürfnis danke zu sagen.

Rückblick auf arbeitsintensive Jahre
An der Jahrtausendwende hat Niklaus Jung seinen Plan umgesetzt und als neues Medium die Internet-Plattform www.infowilplus.ch verwirklicht. Ein riskantes und anfänglich oft belächeltes Projekt, wie er rückblickend ausführte. Seine beiden Kinder Nicole und Simon, beide Fachpersonen im elektronischen Bereich, unterstützten ihn und leisteten den technischen Support. In Vroni Krucker und Ernst Inauen fand er die Korrespondenten der ersten Stunde. Sie halten ihm bis heute die Treue. Nach und nach kamen weitere Korrespondenten aus der ganzen Region dazu. Niklaus Jung leitete die Redaktion, verfasste zahllose Berichte selber und war auch Werbeverkäufer für die Plattform.

Beachtlichen Status erreicht
Nach seinem Dank an die Mitarbeitenden wurde Niklaus Jung die Anerkennung durch die Verantwortlichen der Firma Kanawai zuteil. Dass täglich 4000 User Infowilplus besuchten, sei ein Beweis für das gute Angebot der Internet-Plattform, hielt Dieter Schenk fest. Ein Qualitätsbeweis dürfe auch in der Tatsache gesehen werden, dass sich Infowilplus in einer Zeit mit rasantem Wandel und Verlusten in der Medienlandschaft während bald zwei Jahrzehnten nicht bloss behauptet habe, sondern gewachsen sei.

Schwerpunkte im Regionalen setzen
Dieter Schenk ist mit der Medienlandschaft seit seiner Tätigkeit beim Ringier-Verlag vertraut. Trotz vieler Veränderungen empfindet er sie als unglaublich spannend. Mit der als Hallowil bezeichneten Plattform glaubt er, Infowilplus in eine gute Zukunft führen zu können. Dabei soll die Plattform unabhängig und gratis bleiben. Aus dem Tätigkeitfeld der Firma Kanawai verspricht er sich Synergien. Kanawai gehe bezüglich der Werbung auf die gleichen Kunden zu und verfüge über eine eigene Verkaufsabteilung.

In der regionalen Berichterstattung sieht Schenk ein grosses Potenzial. Zeitungen engagierten sich in diesem Bereich immer weniger, was der Internet-Plattform Chancen eröffne.

Durch Bilder ansprechen
Thomas Feller, im Auftrag des VR verantwortlich für die Organisation der Redaktionsleitung, stellte die Neuerungen vor, welche nach und nach erfolgen werden: «Es wird nicht alles verändert. Wichtig ist es, die Plattform auf den neuesten technischen Stand zu bringen.» Muss sich die Zeitung oft auf ein Bild pro Artikel beschränken, ist deren Zahl im Internet nicht beschränkt. Diese Chance gelte es durch ansprechende und qualitativ hochwertige Bilder zu nutzen. Neu komme auch das bewegte Bild dazu. Wo es sinnvoll sei, könnten Video-Beiträge publiziert werden.

Anregender Austausch
Im Anschluss an die Information durch die neuen Verantwortlichen kamen auch die Korrespondentinnen und Korrespondenten zu Wort. Abgesehen davon, dass sie sich für einige liebgewordene Einzelheiten einsetzten, zeigten sie sich offen und erfreut über die Neuerungen und die Neugestaltung. Hallowil kann auf ihre weitere Mitarbeit zählen – braucht aber zweifellose weitere.