«Mit einer humorvollen Präsentation und einer ausführlichen Dokumentation durch unseren Geschäftsbericht konnten wir am Samstag die Jury von unserem jungen Start-up überzeugen», sagt Tobias Lippuner, einer der fünf Jungunternehmer. Nun dürfen frucht-X und zwei andere Projekte zum interregionalen Finale am 20. November in Dornbirn. 

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frucht-X beim kantonalen Jugendwettbewerb.


frucht-X am Jugendliteraturfestival 

Das Unternehmen war dieses Wochenende auch noch am St. Galler Jugendliteraturfest «Naturpiraten» vertreten. Die Jungunternehmer haben Kindern erklärt, was Nachhaltigkeit bedeutet. Die Kinder konnten am Stand von frucht-X eine Art Parcours durchlaufen mit verschiedenen Stationen zum Thema. Nach einem erfolgreichen Durchlauf belohnten die Junggründer die Kinder mit einem frucht-X-Säckli. «Man kann dabei fast sagen, das fruch-X eine Begeisterung für eine gesunde, regionale Ernährung entzünden konnte», sagt Tobias Lippuner. 

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Das hat hallowil.ch über das Start-up frucht-X geschrieben (07.06.2021)

Das Start-up frucht-X hat den Nachhaltigkeitsaward 2021 von Coop gewonnen. Der Flawiler Kantischüler Tobias Lippuner freut sich sehr über den Award und sieht darin eine Bestätigung der Arbeit des Teams. Tobias Lippuner ist einer der fünf Jungunternehmer und kümmert sich als CTO etwa um die Webpräsenz des Miniunternehmens.

Tobias Lippuner, was bedeutet der Award für das Team von frucht-X?
Sehr viel! Für uns bedeutet diese Auszeichnung, dass unser Projekt ein voller Erfolg war, und zwar von der Idee bis zur Umsetzung. Die Regionalität, das Handverpacken, der Versand mit dem Velo und der ökologische Aspekt unseres Start-ups haben sich ausgezahlt. Wir alle haben wertvolle Erfahrungen gemacht und viel gelernt während diesem Jahr. Wir können stolz darauf zurückschauen, was wir alles gemeinsam erreicht haben.

Und was bedeutet es, den Final des «company programmes» nicht gewonnen zu haben?
Es ist natürlich schade, dass wir es nicht aufs Podest geschafft haben. Umso schöner ist es, dass wir trotzdem den Award für das nachhaltigste Miniunternehmen holen konnten!

Womit ist der Award dotiert?
Der Preis ist ein Wochenende auf einer Alp, das wir als Team gemeinsam verbringen können. An diesem Wochenende werden uns kulinarische Spezialitäten präsentiert.

Wie hat sich die frohe Botschaft angefühlt?
Bei der Gewinnnachricht freuten wir uns riesig darüber! Die Preisverleihung fand virtuell statt, die Gewinner wurden in einem Livestream verkündet. Die Spannung davor war gross. Zudem durften wir Gratulationen von verschiedenen Seiten entgegennehmen. Auch an unserer Schule wurde in der Wochenmail darüber berichtet.

Wie hat das frucht-X-Team gefeiert?
Gefeiert haben wir zwischen unseren Trockenfrüchten mit einem alkoholfreien Champagner und Musik – allzu ausgelassen wurde es aber nicht.

Massgebliche Kriterien für den Coop-Nachhaltigkeitsaward:

  • Nachhaltigkeit als Geschäftsansatz und Treiber des Unternehmenserfolges
  • Nachhaltigkeit bei den verwendeten Rohstoffen
  • Soziale und ökologische Aspekte bei der Verarbeitung und der Produktion
  • Sinnhaftigkeit des Produktes und Nachvollziehbarkeit der Idee
  • Innovation und Erfolg des Produktes

Ein Video zeigt auf, weshalb frucht-X nachhaltig ist.

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Eigene Firma: Kantischüler bieten mit frucht-X regionales Studentenfutter an (7.5.21)

Kantischüler Tobias Lippuner aus Flawil hat gemeinsam mit vier Mitschülern das Start-up «frucht-X» gegründet. Das Miniunternehmen vertreibt eine Trockenfrucht- und Nussmischung, in der ausschliesslich Produkte aus regionalem Anbau verwendet werden. Das Miniunternehmen ist für den Nachhaltigkeitsaward von Coop nominiert.

Nachhaltigkeit und Transparenz sind zwei Begriffe, die dem 17-jährigen Kantischüler Tobias Lippuner aus Flawil wichtig sind. So wichtig, dass er gemeinsam mit vier weiteren Lerndenden der Kanti am Burggraben in St. Gallen ein Unternehmen gegründet hat: frucht-X, sprich «fruchtigs». «Ich sah die Möglichkeit, etwas verändern zu können», sagt Tobias Lippuner, der die dritte Klasse besucht. Neben Schule und Jungunternehmertum trainiert der junge Mann drei Mal in der Woche Unihockey. Das sei manchmal zwar anstrengend und herausfordernd, «aber eigentlich ist es nur eine Frage der Organisation».

Freifach: «sustainable start-up»

Das Miniunternehmen frucht-X bietet nachhaltig und ausschliesslich regional produziertes Studentenfutter an. Die Trockenfrucht- und Nussmischung ist einzeln und im Abo erhältlich und kann im wiederverwendbaren Bügelglas oder in einem Papiersäckli gekauft werden. Die fünf Lernenden haben das Miniunternehmen an der Kanti am Burggraben im Rahmen des Freifachs «sustainable start-up» – etwa: «nachhaltiges, zukunftsfähiges Start-up» – gegründet, und zwar im September 2020. Begleitet werden die Gründer von Mentoren des «company programmes» der Non-Profit-Organsiation «YES». Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz durch unternehmerische Bildung in Partnerschaft mit Wirtschaft, Schule und Staat zu fördern. So wird das company programme an verschiedenen Mittelschulen schweizweit angeboten. Die Jungunternehmer profitieren von der Unterstützung und dem Coaching der Mentoren und hätten eigentlich auch das Design für einen eigenen Messestand entwickeln und testen können. «Coronabedingt konnten allerdings weder Messen noch Märkte durchgeführt werden», bedauert Tobias Lippuner.

Nachhaltig und transparent

Im 14-seitigen Geschäftsbericht beschreiben die Gründer ihre Motivation so: «Der zu hohe ökologische Fussabdruck von 3.3 Erden in der Schweiz ist zu 28 Prozent der Ernährung geschuldet.» Mit der Unternehmensgründung wollen sie Gegensteuer leisten. Die Vision des Unternehmens sei es, die Lebensmittelbranche nachhaltiger und transparenter zu gestalten. Gerade wenn es um Dörrfrüchte, Nüsse oder Mischungen wie eben das «Studentenfutter» geht, sei es für die Konsumenten oft überhaupt nicht nachvollziehbar, wo die einzelnen Zutaten bezogen würden.

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Die fünf Gründer (von links): Tobias Lippuner, Nicolai Hutter, Leonhard Kick, Miriam Keller, Hoxha Anduel (zVg)

Eine Gründerin und vier Gründer bilden das Team des Miniunternehmens. Tobias Lippuner hat die Funktion des CTO inne und zeichnet sich etwa für die Website der Firma verantwortlich. Zudem behält er die Ressourcen im Auge und amtet auch als stellvertretender CEO. «Wir haben die Aufgaben im Team so verteilt, dass wir die Stärken von allen nutzen können», erklärt Tobias Lippuner. Und man helfe sich gegenseitig, etwa wenn es um das Verpacken der Zutaten geht. Da packen alle Hände mit an.

Ausschliesslich regional

Frucht-X bezieht seine Zutaten ausschliesslich von regionalen Betrieben aus einem Umkreis von höchstens 25 Kilometern. Die Betriebe sind mit Namen und Ort auf der Website aufgeführt. So kommen etwa die sonnengetrockneten Zwetschgen «frisch vom Hofladen des Eigenmannhofs» in Berg (SG) wie es auf der Homepage heisst. Oder die Baumnüsse, die von Hansruedi Häberli aus Egnach (TG) kommen. Das Trocknen an der Sonne sei ein schonender Vorgang, bei dem nicht nur der Geschmack, sondern auch die Vitamine erhalten blieben. Der Fokus auf das Regionale, Nachhaltige und Umweltverträgliche hat seinen Preis: Die Produkte von frucht-X sind bedeutend teurer als eine Mischung im Supermarkt. Tobias Lippuner: «Wir sind teurer, ja. Der Anbau in Monokulturen ist natürlich viel billiger, aber auch schädlicher.» Tobias Lippuner wünscht sich denn auch, dass potentielle Verkaufsstellen etwa den Wert hinter dem Produkt erkennen würden und nicht nur den Preis sähen. Dennoch: Das Miniunternehmen schreibt schwarze Zahlen und liefert die frucht-X-Mischung inzwischen schweizweit aus.

Derzeit kann die Mischung im Online-Shop von frucht-X bestellt werden. Die Bestellung wird entweder per Post verschickt, kann an der Kantonsschule am Burggraben persönlich abgeholt werden – und in Flawil, Uzwil, Untereggen und St. Gallen liefern die Gründer ihr Sortiment mit dem Velo aus. Zudem können die Mischungen auch in verschiedenen Läden gekauft werden.

Ende April haben die Jungunternehmer erfahren, dass ihr Unternehmen zu den Finalisten in der «company of the year competition» von YES gehört. Damit ist es als eines von 25 Schülerunternehmen ausgewählt worden, am Final teilzunehmen. Ursprünglich hätten schweizweit mehr als 150 mitgemacht. Ende Mai wird entschieden, wer den Wettbewerb gewinnt und wer ins internationale Finale einzieht. Ausserdem ist frucht-X für den Nachhaltigkeitsaward von Coop nominiert, der am 28. Mai verliehen werden wird. «Im Moment konzentrieren wir uns denn auch ganz auf den Final. Danach müssen wir schauen, wie es weitergeht.»

Ob er sich vorstellen könne, auch nach der offiziellen Projektdauer weiter zu machen? «Unbedingt!»