Nach einem resultatmässig eher enttäuschenden Auftakt in die Rückrunde, reisen die Ostschweizer am Sonntag ins Tessin. Mit dem FC Chiasso wartet dort eine Wundertüte auf den FC Wil. Trotz eines eher schwierigen Umfelds spielen die Grenzstädter eine solide Saison und stehen verdient auf dem 6. Platz.Viel Lob gab es für das Team von Trainer Fünfstück für die starke Vorbereitung. Dementsprechend war auch die Erwartungshaltung der Fans vor dem Auftakt gegen Wohlen. Eine starke erste Halbzeit bestätigte, was man im Vorfeld erhoffte. Die zweite Halbzeit bestätigte aber auch, was man in der ersten Saisonhälfte bereits zur Genüge erlebte.

Die Äbtestädter waren nicht in der Lage zwei gleich gute Leistungen abzurufen. Es waren nicht die Gäster die Stärker wurden, sondern eine Wiler Mannschaft die nachlässig wurde. Man gestand dem Gegner plötzlich viele Freiheiten zu. Das Team hatte sichtlich Mühe, sich zurück in die Partie zu kämpfen. Erschwerend kam hinzu, dass man selber beste Torchancen ausliess.

Das Positive mitnehmen

Natürlich gab es aber gegen Wohlen auch viel Positives. Es gilt, diese Erfahrungen mitzunehmen und darauf aufzubauen. Fussballerisch führt der FC Wil eine sehr feine Klinge und kann sich durchaus mit den Schwergewichten der Liga messen, es fehlt aber die Konstanz und oft auch die letzte Konsequenz. Die statistischen Vorzeichen für einen Punktgewinn im Tessin stehen eigentlich schlecht.

Jenseits der Sprachgrenzen holten die Wiler in dieser Saison keinen einzigen Punkt und schossen nur ein Tor. Eine düstere Bilanz, die sich dann auch in der Tabelle wiederspiegelt. Serien sind aber da um gebrochen zu werden. Wer sich ein wenig genauer mit den Tessinern befasst stellt fest, dass diese Reise in den Süden tatsächlich ein Wendepunkt sein könnte.

Tessiner sorgen für Schlagzeilen

In der jüngsten Vergangenheit war es oft unruhig im Umfeld der Rossoblù. Verspätete Lohnzahlungen sind ein leidiges Thema, dass die Tessiner wiederholt beschäftige, aber scheinbar immer ein lösbares Problem war. Viel mehr nachzudenken geben aber die jüngsten Schlagzeilen. So wurden offenbar mehrere Akteure von der Wettmafia kontaktiert. Der FC Chiasso hat eine entsprechende Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht.

Man darf davon ausgehen, dass keiner der Tessiner Akteure die unseriösen Angebote angenommen hat. Trotzdem bleibt bei solchen Schlagzeilen immer ein fader Beigeschmack. Es sportlicher und auch aus moralischer Sicht bleibt zu hoffen, dass solche Vorkommnisse keinen Einfluss auf die sportlichen Leistungen hat.

Beim Kampf um den ersten Auswärtssieg der Saison muss der FC Wil auf den gesperrten Zé Eduardo verzichten, nach wie vor fraglich ist der Einsatz von Roberto Alves. Bei den Gastgebern fehlen Martignoni (Sperre) und Nilovic (verletzt). Der Wiler Neuzugang Nick von Niederhäusern ist dafür ab sofort spielberechtigt und dürfte wohl auch zum Einsatz kommen.

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Der FC Wil reist in die Grenzstadt nach Chiasso und hofft auf drei Punkte.