Es entwickelt sich immer mehr zur Selbstverständlichkeit, dass der FC Wil das erste Tor im Spiel erzielt. Beim Gastauftritt gegen den FC Winterthur war das nun schon zum achten Mal in Folge so. In der Hälfte dieser Fälle genügte die Führung dann aber nicht zum Sieg. Auf dem Zürcher Utogrund, wo die Eulachstädter wegen der Rasensanierung in «ihrer» Schützenwiese derzeit die Heimspiele austragen, verspielten die Äbtestädter gar eine Zweitore-Führung.

Aber der Reihe nach: Vorerst mussten die Wiler froh sein, nicht in Rückstand zu geraten. Denn in der Startphase gab es Einbahnfussball Richtung Gäste-Tor. Die Äbtestädter schienen sich nach der bitteren 1:2-Heimniederlage gegen den FC Vaduz drei Tage zuvor zuerst einmal schütteln zu müssen. Nach rund einer Viertelstunde war dies erledigt und das Winterthurer Startfurioso schadlos überstanden. Es waren nun die Wiler, die sich dem Führungstreffer annäherten – und ihn nach einer halben Stunde fanden. Julian von Moos staubte ab und erzielte seinen vierten Saisontreffer. Mehr als die Hälfte dieses Tores ging aber auf das Konto von Kwadwo Duah, der auf Links einen langen Sprint hingelegt hatte, seinen Schuss von Goalie Raphael Spiegel aber noch geklärt sah – vor die Füsse von Moos’.

Wiler Zweitore-Führung hält nur kurz

Nur drei Minuten später traf Duah selbst, und zwar aus spitzem Winkel. Mit nunmehr acht Saisontreffern ist er zweitbester Wiler Torschütze dieser Saison. Dieses Mal ging mehr als die Hälfte des Treffers auf das Konto von Valon Fazliu, der die Winterthurer schon auf Höhe deren Strafraums erfolgreich störte, den Ball eroberte und schliesslich zu Duah weiterleitete.

Der Weg schien frei zum dritten Auswärtssieg hintereinander. Doch wiederum nur zwei Minuten später waren die Winterthurer wieder dran. Dieses Mal liess Wils Goalie Zivko Kostadinovic einen Ball abprallen. Roman Buess bedankte such und traf aus kurzer Distanz. Und schon war es um die zeitweilige Wiler Stilsicherheit wieder geschehen. Die Eulachstädter strebten mit Vehemenz noch vor der Pause den Ausgleich an – und erzielten ihn kurz danach. Einen Freistoss-Ball von Captain Davide Callà netzte Gezim Pepsi ein, weil er das Kopfballduell gegen Wils Lindrit Kamberi gewinnen konnte.

Uzwiler gibt Challenge-League-Debüt

Fortan fanden sich die Wiler wieder etwas besser zurecht und hatten ihre Möglichkeiten. Dies traf allerdings auch auf Winterthur zu. Buess traf in der Schlussphase aus kurzer Distanz den linken Pfosten. Alles in allem hatte die Punkteteilung seine Richtigkeit. Zwar waren die Winterthurer gesamthaft länger überlegen als die Wiler und kamen zu 12:3-Eckbällen. Mehr Ballbesitz hatten allerdings die Gäste. Somit blieben die Äbtestädter auswärts zum dritten Mal in Folge unbesiegt, gingen in dieser Saison aber erstmals gegen den FC Winterthur nicht als Sieger vom Feld. Trotzdem steht bereits fest, dass die Wiler gegen Winterthur so viele Punkte holten wie gegen kein anderes Team der Liga, nämlich zehn von zwölf möglichen. Vertan war aber die Chance, mit einem Sieg bis auf einen Punkt an die Winterthurer und somit Platz fünf heranzurücken.

Bei der Partie im Zürcher Quartierstadion – ein echtes Geisterspiel – kam Oliver Mayer in der Pause zu seinem Challenge-League-Debüt. Der gebürtige Uzwiler zeigte auf dem linken Flügel eine couragierte Leistung und hatte in der zweiten Halbzeit gar den Matchball auf dem Fuss.

Die Höhepunkte des Spiels: (Quelle: www.sfl.ch)

 

Resultate, Challenge League, 33. Runde:
Winterthur - Wil 2:2
Aarau - Chiasso 2:2
Grasshoppers - Schaffhausen 5:3
Stade Lausanne-Ouchy - Kriens 2:0
Vaduz - Lausanne-Sport 2:1

FC Winterthur – FC Wil 1900 2:2 (1:2)

Utogrund, Zürich: 300 Zuschauer. – Sr: Wolfensberger.

Tore: 31. von Moos 0:1. 34. Duah 0:2. 36. Buess 1:2. 50. Pepsi 2:2.

FC Winterthur: Spiegel; Tranquilli, Bühler, Lekaj, Schättin (76. Hamdiu); Pepsi, Doumbia; Callà (84. Mahamid), Sliskovic (84. Da Silva), Alves (76. Ltaief); Buess.

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rohner (46. Schäppi), Schmied, Kamberi, Padula; Ndau, Abedini; von Moos (68. Paunescu), Fazliu, Krasniqi (46. Mayer); Duah.

Bemerkungen: Winterthur ohne Roth, Arnold, Costinha, Volkart (verletzt), Gantenbein, Rama und Kriz (nicht im Aufgebot). Wil ohne Silvio (gesperrt), Klein, Brahimi (verletzt), Muntwiler und Traber (nicht im Aufgebot). – 86. Pfostenschuss Buess. – Verwarnungen: 30. Rohner (Foul, im nächsten Spiel gesperrt). 40. Pepsi (Foul). 49. von Moos (Foul). 65. Tranquilli (Foul). 66. Lekaj (Foul). 80. Buess (Reklamieren).

Rangliste:
1. Lausanne-Sport 33/67. 2. Grasshoppers 32/59. 3. Vaduz 33/58. 4. Kriens 33/50. 5. Winterthur 33/46. 6. Wil 32/42. 7. Stade Lausanne-Ouchy 33/41. 8. Aarau 33/37. 9. Schaffhausen 33/31. 10. Chiasso 33/19.

Nächste Spiele (30. + 34. Runde):
Freitag, 24. Juli: Kriens - Grassh0ppers (18.15 Uhr), Schaffhausen - Stade Lausanne-Ouchy (18.15 Uhr), Wil - Aarau (20.30 Uhr), Lausanne-Sport - Winterthur (20.30 Uhr).
Samstzag, 25. Juli: Chiasso - Vaduz (18.15 Uhr).
Montag, 27. Juli: Wil - Grasshoppers (20.30 Uhr).

Stimmen zum Spiel:

 
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Der Liveticker:

Das war es von meiner Seite. Ich bedanke mich für Ihr Interesse und wünsche eine schöne Rest-Woche. Bis zum nächsten Mal auf hallowil.ch.

Weiter geht es für den FC Wil mit drei Heimspielen binnen sechs Tagen, angefangen am Freitagabend (24. Juli) ab 20.30 Uhr gegen den FC Aarau. Auch von dieser Partie berichtet hallowil.ch mit einem Liveticker.

Schlussfazit: Im Endeffekt ein gerechte Punkteteilung auf dem Zürcher Utogrund. Die Winterthurer wie auch die Wiler hatten ihre Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden. Am Ende war es wohl Unvermögen auf beiden Seiten, weshalb das 2:2-Unentschieden in Ordnung geht.

Schlusspfiff auf dem Utogrund: Die beiden FCW trennen sich 2:2 unentschieden.

91. Minute: Frecher Versuch von Duah aus spitzem Winkel. Spiegel im Tor der Winterthurer muss aber nicht eingreifen, da der Ball über das Tor zischt.

90. Minute: Die Nachspielzeit beträgt mindestens vier Minuten.

88. Minute: Gibt es hier noch einen Derbysieger? Wenn es nach den Chancen ginge, dann wäre Winterthur knapp vorne.

85. Minute: Der FC Winterthur ist wieder mal gefährlich im Wiler Strafraum. Der Abschluss von Buess knallt an den Aussenpfosten und kann dann von der Wiler Hintermannschaft geklärt werden. Das hat gescheppert.

83. Minute: Nächster Doppelwechsel bei den Eulachstädtern: Captain Callà räumt seinen Platz für Mahamid und an Stelle von Sliskovic ist Da Silva neu im Spiel.

81. Minute: Guter Schuss von Fazliu. Der Ball geht aber ungefähr ein Meter über das Tor. 

80. Minute: Freistoss aus gute Position für Wil. Fazliu macht sich für einen Kunstschuss aus rund 20 Metern Distanz bereit.

78. Minute: Während Winterthur ein Eckball nach dem anderen treten kann, ist dieser erst der dritte für Wil. Der Ball wird aber geklärt und im Gegenzug wird ein Winterthurer in der Nähe vom Strafraum zu Fall gebracht. Die Pfeiffe des Schiedsrichter bleibt aber stumm. Glück gehabt, FC Wil.

76. Minute: Doppelwechsel beim FC Winterthur: Anstelle von Alves ist Ltaief neu auf dem Feld. Und Schättin wird durch Hamdiu ersetzt.

74. Minute: Das Spiel findet zur Zeit mehrheitlich im Mittelfeld statt. Kein Team kann sich grosse Vorteile erspielen.

70. Minute: Bereits der elfte Eckball für Winterthur. Dieser wird schnell ausgeführt aber bringt nicht den Torerfolg.

68. Minute: Weiterer Wechsel beim FC Wil: Torschütze von Moos verlässt das Feld und überlässt seinen Platz dem 17-jährigen Paunescu.

66. Minute: Nächste Gelbe Karte gegen Winterthur: Nun wird Lekaj wegen eines Fouls verwarnt.

66. Minute: Gelbe für Tranquilli vom FC Winterthur nach einem Foul.

63. Minute: Eckball für die Äbtestädter: Die Lufthoheit an diesem Abend gehört aber weiterhin den Winterthurern. So lassen die Wiler auch diese Chance liegen. 

61. Minute: Nach einem weiteren Eckball der Gastgeber kommen die Wiler zu einem Konter. Der Steilpass lässt aber zu lange auf sich warten und so wird aus dieser guten Möglichkeit nichts. 

60. Minute: Der FC Wil konnte das Spiel wieder beruhigen und schafft es wieder vermehrt in die gegnerische Hälfte. 

56. Minute: Seit der Pause ist wieder die Heimmannschaft spielbestimmend. Wil kommt nur ab und zu durch Konter in die Nähe des gegnerischen Strafraums. Zu nennenswerten Chancen reicht es aber noch nicht.

54. Minute: Die Ecke wird kurz ausgeführt und bringt keine Gefahr. Wil bekundet aber Mühe, den Ball aus der Gefahrenzone zu bringen. 

53. Minute: Schon wieder ein Standard für die Eulachstädter aus der gleichen Position, wie vorhin der Ausgleich fiel. Der Ball wird von der Mauer abgeblockt und fliegt ins Aus. Eckball.

50. Minute: Da ist die Zwei-Tore-Führung also weg. Es war nur eine Frage der Zeit, denn Winterthur ist besser aus der Pause gekommen und hat Wil seit dem Wiederanpfiff unter Druck gesetzt.

49. Minute: TOOOOR für den FC Winterthur durch Pepsi zum 2:2-Ausgleich. Nach einem Freistoss kommt Pepsi im Wiler Strafraum zum Kopfball und lässt Kostadinovic keine Chance.

49. Minute: Gelbe Karte für von Moos nach einem Foul

46. Minute: Zwei Wechsel beim FC Wil: Anstelle von Krasniqi kommt Mayer zu seinem Challenge-League-Debut. Und für Fabian Rohner verteidigt neu Silvano Schäppi auf der linken Aussenbahn. Andrea Padula wechselt auf die rechte Seite.

46. Minute: Die zweite Halbzeit ist angepfiffen. 

Die Mannschaften kommen zurück. Gleich geht es weiter mit Halbzeit zwei.

Zwischenfazit: Der FC Winterthur ist wie die Feuerwehr in dieses Spiel gestartet und hat Wil kaum Zeit zum Atmen gegeben. Bereits in den ersten Minuten mussten die Wiler alles in die Waagschale werfen, um nicht in Rückstand zu geraten. Nach gut einer Viertelstunde war dann auch der FC Wil im Spiel angekommen. Er übernahm das Spieldiktat und ging durch die beiden Tore von von Moos und Duah mit 2:0 in Führung. Diese Verdikt war zu jenem Zeitpunkt verdient. Die letzten 10 Minuten der ersten Halbzeit gehören dann aber wieder Winterthur. Postwendend kamen sie zum Anschlusstreffer und zu weiteren guten Möglichkeiten. Glück für Wil, dass der Ausgleich nicht noch vor der Pause gefallen ist. Welche Mannschaft kommt besser aus der Kabine?

45. Minute: Schiedsrichter Wolfensberger pfeifft pünktlich zur Pause. Der FC Wil führt zur Halbzeit auswärts gegen den FC Winterthur mit 2:1. 

43. Minute: Der FC Winterthur lässt mir keine Zeit zum Durchatmen. Bereits die nächste Chance, nach dem ein Winterthurer alleine in den Strafraum kommt. Hier zeigt Kostaniovic seine Stärke und hält den Ball mit einem Wahnsinnsreflex fest.

42. Minute: Die Schwäche vom Wiler Torhüter wird in diesem Spiel deutlich. Winterthur kommt immer wieder über hohe Bälle in den Strafraum zu Chancen, weil Kostadinovic in der Luft nicht sicher agiert. 

38. Minute: Was ist den hier im Zürcher Utogrund los? Das Spiel wandelt sich von einem müden Kick in wenigen Minuten zu einem richtigen Schlagabtausch. Bereits die nächste Chance für die Gastgeber, welche von einem Wiler Feldspieler auf der Torlinie vereitelt wird

36. Minute: TOOOOR für den FC Winterthur durch Buess zum 1:2-Anschlusstreffer. Kostadinovic lässt den Ball nach einem Schuss nach vorne abprallen und Buess muss nur noch einschieben.

34. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch Duah zum 0:2. Ein Fehler im Aufbauspiel der Winterthurer ermöglicht Duah die Chance, in den Strafraum einzudringen und den Ball in der langen Ecke zu versenken. Keine Abwehrchance für Winterthurs Goalie Spiegel.

31. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch von Moos zum 0:1. Er staubt ab und trifft bereits zum vierten Mal in dieser Saison. Die sehenswerte Vorarbeit hatte Duah geleistet.

30. Minute: Die erste gelbe Karte im Spiel gegen Wils Aussenverteidiger Rohner. Er stoppt Callà im Vorwärtsgang -  und ist somit im nächsten Spiel gegen Aarau gesperrt. Denn es ist Rohners achte Verwarnung in dieser Saison.

29. Minute: Ein Freistoss aus knapp 30 Metern. Duah drückt einfach mal ab und zwingt Spiegel zu einer Aktion.

28. Minute: Der FC Wil ist nun besser im Spiel. Winterthur kommt nicht mehr so einfach zu Chancen, wie dies in den ersten 15 Minuten der Fall war.

24. Minute: Ein weiterer Standard für Wil. Vielleicht kommen Sie damit heute zum Erfolg. Duah steigt hoch, köpft den Ball aber weit über das Tor.

21. Minute: Eckball für den FC Wil. Fazliu bringt den Ball in die Mitte zu Rohner. Dieser legt das Spielgerät auf den linken Fuss und drückt ab. Der Ball geht aber knapp am Pfosten vorbei. Spiegel im Tor der Winterthurer wäre geschlagen gewesen.

17. Minute: Dieses Spiel könnte man bisher mit dem Wort Einbahnfussball umschreiben. Wie lange wird diese Druckphase der Heimmannschaft noch andauern?

16. Minute: Jetzt kommt von Moos einmal gut in den Strafraum der Winterthurer. Sein Querpass auf Duah ist aber zu ungenau. 

14. Minute: Ganz schwache Startphase der Wiler. Sie lassen sich ein ums andere Mal von den Winterthurer einschnüren und kommen nur selten aus der eigenen Hälfte raus. 

12. Minute: Wil hat es noch nicht in die Nähe des Winterthurer Strafraums geschafft. Die Gastgeber sind nach wie vor spielbestimmend.

10. Minute: Können die Äbtestädter dem Druck der Heimmannschaft standhalten? Der FC Winterthur drückt und drückt - und kommt schon wieder zu einem Eckball, welcher aber kein Problem für den Wiler Schlussmann darstellt.

7. Minute: Die Eulachstädter sind besser in dieses Spiel gestartet als die Wiler. Die Parti findet fast nur in der Hälfte der Gäste statt.

5. Minute: Bereits der dritte Eckball für Winterthur: Aber auch diesen überstehen die Wiler unbeschadet.

2. Minute: Bereits die erste gute Möglichkeit für den FC Winterthur: Nach einem Eckball fasst Kostadinovic daneben und der Ball muss auf der Linie von einem Wiler geklärt werden. Der Nachschuss geht knapp am Tor vorbei.

1. Minute: Das Spiel läuft. 

Die Mannschaften sind da - und bereit. In wenigen Augenblicken geht es los mit FCW gegen FCW.

Die Partie wird geleitet von Schiedsrichter Sven Wolfensberger aus Bern.

Wil-Trainer Ciriaco Sforza vertraut heute im gewohnten 4-2-3-1-System auf folgende Startelf: Das Tor hütet einmal mehr Kostadinovic. Die Verteidigung bilden von rechts nach links Rohner, Schmied, Kamberi und Padula. Im defensiven Mittelfeld agieren Ndau (rechts) und Abedini. Das offensive Mittelfeld bestücken von rechts nach links von Moos, der heutige Captain Fazliu und Krasniqi. Einziger Stürmer ist Duah. Auffällig: Captain Muntwiler ist zwar im Stadion, wird aber geschont und figuriert nicht auf dem Matchblatt. Silvio ist zudem gesperrt. Mit Goalie Dario Salzer und Flügelspieler Oliver Mayer stehen zwei Talente erstmals im Challenge-League-Kader des FC Wil. Sie sind (vorerst) auf der Ersatzbank.

Kommen wir gleich zur Sache - und zu den Mannschaftsaufstellungen. FC-Winterthur-Trainer Ralf Loose spielt heute in einem 4-2-3-1-System wie immer mit Spiegel im Tor. Die Abwehr bilden von rechts her gesehen Tranquilli, Bühler, Lekaj und Schättin. Im defensiven Mittelfeld spielen Pepsi (rechts) und Doumbia. Davor agierten Captain Callà, Sliskovic und Alves von rechts her gesehen. Einzige Sturmspitze ist Buess. 

Hallo und herzlich Willkommen aus dem Stadion Utogrund in Zürich. Das Challenge-League-Derby zwischen dem FC Winterthur und dem FC Wil findet heute vor fast leeren Rängen statt. Lukas Tannò wird für Sie durch diesen Fussball-Vorabend tickern. hallowil.ch wünscht gute Unterhaltung.

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Die Vorschau:

Schon über ein Jahr lang dauert die laufende Challenge-League-Saison. Für den FC Wil hat sie am 20. Juli 2019 mit einem 1:0-Auswärtssieg beim FC Chiasso begonnen. Ein Jahr später sind die Äbtestädter damit beschäftigt, ein unliebsames Erlebnis zu verarbeiten. Die 1:2-Heimpleite von Samstagabend gegen den FC Vaduz war ein kleiner Schock, weil lange gar nichts auf leere Hände hingedeutet hatte und die Wende erst in den Schlussminuten erfolgte.

Gleich mehrere Spieler und selbst Trainer Ciriaco Sforza waren nach der Partie sprachlos – zumindest gegenüber den Medien. Jene, die sprachen, gaben auch zu Protokoll, man müsse dieses Spiel aufarbeiten. Dafür ist allerdings kaum Zeit, da aktuell und bis zum Saisonende am 2. August im Dreitages-Rhythmus gespielt wird. Vier Runden plus das Nachtragsspiel gegen die Grasshoppers sind ausstehend, 15 Punkte noch zu holen. Mit ansehnlich grosser Wahrscheinlichkeit schliessen die Wiler die Saison auf dem fünften oder sechsten Platz ab. Ob die obere Tabellenhälfte noch ein Thema wird, zeigt sich am Dienstagabend, wenn es gegen den aktuell fünftplatzierten FC Winterthur geht. Die Eulachstädter haben vier Punkte mehr auf dem Konto, aber auch ein Spiel mehr gespielt als die Wiler.

Nur noch Höhepunkte für Winterthur

Gespielt wird im Zürcher Utogrund. Das Winterthurer Heimstadion, die Schützenwiese, steht bis Ende August wegen einer Rasensanierung nicht zur Verfügung. So tragen die Eulachstädter alle ihre Partien seit dem Re-Start im Zürcher Quartierstadion aus – auch den Cup-Viertelfinal am 5. oder 6. August gegen den FC Bavois. Unterstützung von den eigenen Fans haben die Winterthurer seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs somit überhaupt keine. Auswärts dürfen grundsätzlich keine Gast-Fans dabei sein. Der FC Winterthur hat zudem entschieden, auch im Utogrund echte Geisterspiele durchzuführen. «Das Kleinstadion konnten wir von der Stadt Zürich mieten, weil wir Geisterspiele eingegeben haben. Bis zu 300 Personen können wir aufnehmen, mehr ist unter den Corona-Schutzbestimmungen vom Platz her schwierig. Einen öffentlichen Ticketverkauf gibt es nicht», sagt FC-Winterthur-Geschäftsführer Andreas Mösli zu hallowil.ch.

Für die Winterthurer geht es nun in die heisse Phase der Saison. Nach dem Derby gegen Wil stehen zum Saisonabschluss noch lauter Vergleiche mit Teams aus den Top-4 an: Lausanne-Sport, GC und Kriens heissen die Gegner, wobei das Spiel gegen die «Hoppers» in der letzten Runde stattfindet. Vermiesen am Ende ausgerechnet die Winterthurer dem Kantonsrivalen die Barrage-Teilnahme? Und wird für Winterthur gar noch Platz vier zum Thema? Aktuell beträgt die Differenz zum SC Kriens fünf Punkte und das Torverhältnis ist markant schlechter als jenes der Innerschweizer.

Silvio gegen den Ex-Verein gesperrt

Wobei bei jener abschliessenden Partie im Letzigrund der eine oder andere Winterthurer schon das eine halbe Woche später stattfindenden Cup-Spiel gegen Bavois im Hinterkopf haben dürfte. Gibt es den erwarteten Sieg gegen den nicht sich im Spielrhythmus befindenden Vertreter der Promotion League, geht es in der Cup-Vorschluss-Runde zum markant grösseren FCB aus Basel. In der Meisterschaft haben die Winterthurer zuletzt Fahrt aufgenommen und dreimal in Folge gewonnen. Sie scheinen die Lehren gezogen zu haben aus dem lange blutleeren Auftritt im Wiler Bergholz am 26. Juni, als sie in der ersten Halbzeit nicht einen Abschluss zustande gebracht und schliesslich mit 1:3 verloren hatten.

Aus Wiler Sicht geht es im zweitletzten Auswärtsspiel der Saison darum, die weisse Weste dieser Saison gegen «Lieblingsgegner» Winterthur zu behalten und die Lücke zum ihm zu schliessen. Bis anhin gab es in drei direkten Duellen dieser Saison drei Siege mit einem Torverhältnis von 10:1. Nicht mit dabei ist bei den Äbtestädtern der gelb-gesperrte Stürmer Silvio, der lange in Winterthur gespielt hat – und in dieser Saison zwei seiner drei Saisontreffer gegen die Eulachstädter erzielte.

Leipzig-Talent zum FC Wil? Das sagt der Verein

Vor dem Spiel gegen Winterthur kursiert zudem das Gerücht, der deutsche U19-Nationalspieler Malik Talabidi könnte von Leipzig auf Leihbasis zum FC Wil wechseln. Obwohl auch Klubs aus der 2. Deutschen Bundesliga und zwei Erstligisten aus Belgien interessiert seien, befinde sich der 19-Jährige in der Schweiz, um sich die Gegebenheiten anzuschauen. Dies berichtet das Portal transfermarkt.ch. Beim FC Wil nimmt man zu diesem Gericht keine Stellung.