Der FC Wil lässt in dieser Saison einiges an Konstanz erkennen. Und das geht so: Auf zuerst zwei Siege beim Saisonstart liess er drei Niederlagen am Stück und nun drei Unentschieden hintereinander folgen. Äusserst konstant ist auch, dass die Äbtestadter partout die erste Halbzeit nicht nutzen, um ein Tor zu erzielen. So auch gegen die Munotstädter. Dieses Mal brachten die Wiler vor der Pause nicht einmal einen Schuss auf das gegnerische Tor zustande.

Das kam nicht allzu sehr überraschend, weil Trainer Alex Frei die Startformation im Vergleich mit dem mageren 1:1 am vergangenen Samstag in Chiasso ordentlich umgebaut hatte. Sechs neue Spieler standen in der Startelf – alle noch keine 20 Jahre alt. So der 18-jährige Stürmer Luan Abazi, der zu seinem Challenge-League-Debüt kam. Gleiches zählte für den 19-jährigen Mika Mettler. Für den 18-jährigen Leo Mätzler war es der erste Einsatz in der Startelf. Zum zweiten Einsatz von Beginn weg kamen der 19-jährige Ivan Sarcevic und der 18-jährige Noah Jones. Zudem durfte der 19-jährige Bledian Krasniqi wieder von Beginn weg ran, nachdem er in Chiasso aus der Startelf geflogen war.

Muntwiler unterbietet die eigene Bestmarke

Die junge Wiler Mannschaft brauchte einige Minuten, um sich zu finden – zumal eine Systemumstellung vorgenommen wurde. Statt dem gewohnten 4-2-3-1 wurde defensiv in einer 3er-Kette gespielt und so der gelb-gesperrte Malik Talabidi ersetzt. Als die Äbtestädter sich gefunden hatten, erarbeiteten sie sich Mitte erster Halbzeit ein Übergewicht, um dieses gegen Ende der ersten Hälfte wieder abzugeben.

Einmal mehr war die zweite Halbzeit die bessere. Nach Wiederbeginn auch mit dabei war Valon Fazliu, der nach zuletzt durchzogenen Auftritten zuvor auf der Bank hatte Platz nehmen müssen. Ausgerechnet Fazliu, der mit 24 Jahren eine Art Routinier unter den Wiler Grünschnäbeln ist, schlug schon zehn Minuten nach seiner Einwechslung einen Freistossball aus dem rechten Halbfeld in den Schaffhauser Strafraum. Philipp Muntwiler, der mit 33 Jahren «Team-Senior» ist, war mit dem Kopf zur Stelle und traf zum 1:0. Der Treffer in der 55. Minute war das früheste Wiler Tor in dieser Saison. Muntwiler unterbot die bisher stehende «Bestmarke» um zwei Minuten – aufgestellt von ihm selbst im Heimspiel gegen Thun in Runde 2. Es war den Wilern im neunten Pflichtspiel der Saison zum ersten Mal geglückt, den Führungstreffer zum 1:0 zu erzielen.

Wiler Abwehr fast nur per Penalty zu knacken

Zum Sieg, welcher die Wiler auf Platz drei in der Tabelle gehievt hätte, reichte dies aber nicht. Denn Schaffhausen war nicht um eine Reaktion verlegen, brauchte aber einen Penalty für den Ausgleich. Mirza Mujicic verwertete eine Viertelstunde vor Schluss hoch und sicher. Es war in den letzten vier Spielen der dritte Penalty, der gegen die Wiler gepfiffen wurde und ihnen jeweils ein Gegentor eintrug. Oder anders formuliert: Drei der vier Verlusttreffer in den letzten vier Spielen kassierten die Wiler vom Penaltypunkt aus.

Es war eine Punkteteilung, die in Ordnung ging. Keines der beiden Teams vermochte sich so stark vom anderen abzusetzen, dass man es als verdienten Sieger hätte bezeichnen können. Zum fünften Mal hintereinander mussten sich die Wiler von Schaffhausen nicht besiegen lassen. Allerdings trennten sich die beiden Teams in dieser Zeitspanne viermal unentschieden. Alles in allem war es aber doch das sechste Wiler Spiel hintereinander ohne Sieg – bei gerade einmal drei erzielten Toren. Auf den Tag genau 18 Jahre zuvor hatten die Äbtestädter in einem anderen Derby elf Tore in einer Partie erzielt. Der 3.11.2020 dürfte deutlich weniger lang in Erinnerung bleiben als der 3.11.2002.

Im Video: Die Highlights des Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 

Resultate, Challenge League, 8. Runde:
Wil - Schaffhausen 1:1
Aarau - Kriens 2:2
Grasshoppers - Thun 1:1
Chiasso - Xamax verschoben
Winterthur - Stade Lausanne-Ouchy verschoben

FC Wil 1900 – FC Schaffhausen 1:1 (0:0)

Bergholz: 50 Zuschauer (ausverkauft). – Sr: Schnyder.

Tore: 55. Muntwiler 1:0. 76. Mujcic (Foulpenalty) 1:1.

FC Wil 1900: Köhn; Izmirlioglu, Mätzler, Kronig; Mettler, Muntwiler (71. Kamber), Sarcevic (46. Fazliu), Brahimi; B. Krasniqi; Abazi (46. Haile-Selassie), Jones (82. Camara).

FC Schaffhausen: Saipi; Padula, Bunjaku, Mujcic, J. Krasniqi (53. Müller); Mozzone, Hamdiu (91. Vukasinovic), Sarr, Del Toro (53. Kastrati); Djoulou (53. R. Rodriguez), Pollero.

Bemerkungen: Wil ohne Ballet, Talabidi (gesperrt), De Mol, Mayer, Ndau, Blasucci, Ismaili (verletzt), Klein, Schäppi und Zumberi (nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne Neitzke (gesperrt), Alvarez, Prtajin, Paulinho, Lika, Bislimi, F. Rodriguez (verletzt), Deronjic, Sessolo, Barri, Bajrami, Furrer und Tanzillo (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 60. Müller (Foul). 60. R. Rodriguez (Foul). 72. Bunjaku (Foul). 75. Kronig (Foul). 77. Frei (Reklamieren). 86. Brahimi (Foul). 93. Fazliu (Reklamieren).

Rangliste:
1. Grasshoppers 8/16. 2. Stade Lausanne-Ouchy 7/12. 3. Schaffhausen 8/11. 4. Thun 8/11. 5. Aarau 8/11. 6. Winterthur 5/10. 7. Kriens 8/10. 8. Wil 8/9 .9. Xamax 6/9. 10. Chiasso 6/1.

Nächste Spiele (9. Runde):
Freitag, 6. November: Xamax - Stade Lausanne-Ouchy (19.00 Uhr), Aarau - Grasshoppers (20.00 Uhr).
Samstag, 7. November: Wil - Winterthur (17.30 Uhr), Kriens - Chiasso (17.30 Uhr).
Sonntag, 8. November: Schaffhausen - Thun (14.45 Uhr).

Im Video: Alex Frei und Robin Kamber im Interview

 

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Der Liveticker:

Für heute soll es das gewesen sein mit diesem Liveticker. Haben Sie noch einen schönen Dienstagabend. Bis bald auf hallowil.ch.

Weiter geht es für den FC Wil bereits am kommenden Samstag hier im Bergholz mit einem weiteren Derby. Dann wird der FC Winterthur zu Gast sein. Anpfiff ist 17.30 Uhr. Bei diesem Spiel werden ebenfalls nur 50 Zuschauer zugelassen sein. hallowil.ch wird erneut mit einem Liveticker berichten.

Schlussfazit: Die Wiler zeigten nach der Pause eine deutliche Leistungssteigerung und verdienten sich so den Führungstreffer. Mitte der zweiten Halbzeit gerieten die Gastgeber aber wieder in das alte Fahrwasser und bauten deutlich ab. So konnten sich die Schaffhauser aus der Umklammerung lösen und kamen ihrerseits zu Chancen. Als dann in der 75. Minute Kronig die Hände nicht von Padula lassen konnte, kam ebendieser Padula im Strafraum der Wiler zu Fall und Schiedsrichter Schnyder zeigte folgerichtig auf dem Punkt. Wieder kassierten die Wiler ein Tor durch einen Penalty, wie schon am Samstag gegen Chiasso.

Schlusspfiff im Bergholz: Der FC Wil und der FC Schaffhausen trennen sich 1:1 unentschieden.

93. Minute: Gelbe Karte für Fazliu, nachdem er sich beim Schiedsrichter zu heftig beschwert hat.

92. Minute: Noch ein Versuch der Schaffhauser: Rodriguez mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze aus. Köhn hat den Ball aber sicher.

91. Minute: Vierter Wechsel bei den Schaffhausern: Anstelle von Hamdiu spielt neu Vukasinovic.

90. Minute: Es werden mindestens drei Minuten nachgespielt.

88. Minute: Nach einer Flanke von der rechten Seite fällt der Ball Mozzone direkt auf den Fuss. Der Schaffhauser ist aber zu überrascht und kann alleinstehend fünf Meter vor dem Tor nichts aus dieser Situation machen.

87. Minute: Brahimi versucht es aus gut 20 Metern. Der Ball geht aber deutlich über das Tor.

85. Minute: Brahimi sieht für ein Foul an Mujcic die gelbe Karte.

81. Minute: Vierter Wechsel bei den Wilern: Für Jones spielt neu Camara.

80. Minute: Rodriguez mit einem Distanzschuss, der von Mettler noch abgelenkt wird. Der Ball geht nur ganz knapp über die Latte. Durchatmen.

77. Minute: Erste Verwarnung für einen Wiler Betreuer: Trainer Alex Frei sieht die gelbe Karte, nachdem er sich beim Schiedsrichter zu energisch beschwert hat.

76. Minute: TOOOOR für den FC Schaffhausen durch Mujcic zum 1:1-Ausgleich. Er trifft souverän in die hohe linke Ecke. Unhaltbar.

75. Minute: Penalty für Schaffhausen. Nach einem Freistoss für Schaffhausen, bringt Kronig im Strafraum Padula zu Fall. Schiedsrichter Schnyder zeigt sofort auf den Punkt. Auch die heftigen Proteste der Wiler können den Unparteiischen nicht umstimmen. Kronig sieht noch Gelb.

72. Minute: Die nächste Verwarnung für einen Schaffhauser: Bunjaku foult Haile-Selassie in der Vorwärtsbewegung und sieht die gelbe Karte.

70. Minute: Dritter Wechsel bei den Wilern: Torschütze Muntwiler geht vom Feld und macht Platz für Kamber.

69. Minute: Was für eine Chance für die Schaffhauser: Nach einem Eckball kommt Müller vollkommen alleine am hinteren Pfosten zum Kopfball. Izmirlioglu kann aber noch auf der Linie klären.

68. Minute: Brahimi versucht es mit einem satten Schuss aus 25 Metern. Der Ball geht nur knapp an linken Pfosten des Schaffhauser Tors vorbei.

65. Minute: Die Wiler sind nun deutlich spielbestimmend. Sie schnüren die Schaffhauser mehr und mehr ein, sind aber beim letzten Pass zu wenig konzentriert. Das kennen wir doch.

60. Minute: Gleich noch eine Verwarnung für einen Schaffhauser: Roberto Rodriguez sieht diese nach einem harten Einsteigen gegen Mettler.

60. Minute: Die erste Verwarnung des Spiels: Müller sieht nach einem Foul an Jones die gelbe Karte.

58. Minute: Schauen wir noch kurz auf die Blitztabelle: Da es zwischen dem FC Aarau und Kriens 2:2 unentschieden steht, macht der FC Wil einen Sprung von Platz 9 auf Platz 3.

55. Minute: TOOOOOOOOOR für den FC Wil durch Muntwiler zum 1:0. Der Captain trifft per Kopf. Nach einem Freistoss von Fazliu nickt "Munti" aus fünf Metern im Luftduell gegen die Schaffhauser Verteidigung zum Führungstreffer ein. Es ist dies der früheste Treffer der Wiler in dieser Saison und Muntwiler unterbietet seinen eigenen Rekord für das früheste Tor eines Wilers, das er gegen den FC Thun in der 57. Minute erzielt hat.

53. Minute: Dreifachwechsel bei den Schaffhausern: Für Djoulou spielt neu Roberto Rodriguez, für Del Toro kommt Kastrati und Jetmir Krasniqi macht Platz für Müller.

50. Minute: Die Wiler mit einer Druckphase. Diesmal versucht es Haile-Selassie mit einem wuchtigen Schuss aus der Distanz, der von Torhüter Saipi noch abgewehrt werden kann.

49. Minute: Brahimi mit einem feinen Pass in die Tiefe auf Jones. Dieser kann alleinstehend vor dem Schaffhauser Tor den Ball aber nicht kontrollieren. Das hätte durchaus auch gefährlicher zu Ende gespielt werden können.

47. Minute: Erste Chance der zweiten Halbzeit: Jones mit einer Drehung um den Verteidiger. Sein Schuss wird aber noch abgelenkt und es gibt Eckball. Dieser bringt nichts ein.

46. Minute: Die Wiler mit einem Doppelwechsel für Halbzeit zwei: Anstelle von Sarcevic spielt neu Fazliu und für Abazi ist Haile-Selassie gekommen.

46. Minute: Anstoss zur zweiten Halbzeit. Hoffen wir auf eine Leistungssteigerung der Wiler.

Die Spieler kehren zurück. Gleich geht es weiter. Wem gelingt der erste Treffer?

Pausenfazit: Was man in der ersten Halbzeit gesehen hat, vermag nur bedingt zu gefallen. Die Wiler hatten zwar Mitte der ersten Hälfte ein Phase, in welche sie spielbestimmend waren und in den Zweikämpfen die Oberhand hatten. Sie gaben aber die Kontrolle über das Spiel dann wieder an die Gäste ab. Weil die Gastgeber zu wenig konsequent waren, resultierte in der ersten Hälfte kein einziger Schuss auf das Schaffhauser Tor. Legen wir uns jetzt schon fest: Elf Tore werden wir heute von den Wilern kaum mehr zu sehen bekommen. Der Gegner heisst ja auch nicht FC St. Gallen.

Pausenpfiff im Bergholz: Auch im neunten Pflichtspiel in dieser Saison schaffen es die Wiler nicht, in der ersten Halbzeit ein Tor zu erzielen. 0:0.

45. Minute: Es wird mindestens eine Minute nachgespielt.

43. Minute: Die Schaffhauser mit einem Versuch. Der Abschluss von Jetmir Krasniqi ist aber mehr Gefahr für die Velos hinter dem Stadion denn für das Wiler Tor.

40. Minute: Eckball für die Wiler: Brahimi bringt den Ball zur Mitte. Dort kann er aber ohne Probleme von der Schaffhauser Verteidigung geklärt werden.

38. Minute: Nach einer guten Phase der Wiler sind es nun wieder die Schaffhauser, die das Heft in die Hand nehmen.

34. Minute: Mozzone mit einem Freistoss an der Aus-Linie. Köhn hat aber seinen Strafraum im Griff und kann den Ball wegfausten.

32. Minute: Jetmir Krasniqi versucht es mit einem wuchtigen Schuss aus der Distanz. Der Ball kommt aber direkt auf Köhn. Dieser hat keine Probleme, das Geschoss zu entschärfen.

29. Minute: Sarr versucht es mit einem steilen Pass auf Del Toro. Köhn kommt aber wieder gut aus dem Tor und kann den Ball abfangen.

26. Minute: Und nun kommen die Schaffhauser: Mozzone mit einem Freistoss in den Strafraum. Da versucht es Pollero mit einem Fallrückzieher, der geblockt wird. Anschliessend versucht es Bunjaku aus spitzem Winkel, aber Köhn kann diesen Ball abwehren. Der dritte Versuch gehört Mozzone, dessen Schuss aus dem Rückraum von der Wiler Verteidigung geblockt werden kann.

25. Minute: Eines lässt sich aber schon mal sagen: Die Wiler legen ein deutlich besseres Zweikampfverhalten an den Tag als noch am Samstag im Tessin.

24. Minute: Brahimi versucht einen hohen Ball direkt zu Jones weiterzuleiten. Der rutscht ihm aber über den Spann und geht ins Aus.

21. Minute: Und gleich nochmals die Wiler: Krasniqi schickt mit einem Steilpass erneut Jones in die Tiefe. Ein Schaffhauser Verteidiger bringt aber im letzten Moment noch das Bein dazwischen und kann klären. Die Wiler nehmen langsam Fahrt auf.

20. Minute: Nach einem Fehlpass von Sarr kommt Jones an den Ball und kann aufs Schaffhauser Tor ziehen. Er wartet aber so lange mit dem Abschluss, bis ein Verteidiger der Gäste die Situation klären kann. Da hätte er mehr draus machen müssen.

15. Minute: Viel ist gerade nicht los hier. Übrigens wie vor 18 Jahren spielt auch heute der Gegner in gelben Trikots und auch das Wetter ist wie damals erfrischend bescheiden.

10. Minute: Padula mit einem Lupfer in den Strafraum. Da kommt Pollero mit dem Kopf an den Ball, setzt diesen aber neben den rechten Pfosten des Wiler Gehäuses.

9. Minzute: Sarcevic mit einem Energieanfall. Er tankt sich durch das gesamte Schaffhauser Mittelfeld. Vorne findet er aber keine Anspielstation und muss wieder zurückspielen. So ist der ganze gewonnene Raum wieder verloren.

5. Minute: Kronig setzt ein erstes Zeichen: Er langt gegen Mozzone zu, kommt aber mit einer Ermahnung davon.

2. Minute: Erste Chance für die Schaffhauser: Padula lanciert mit einem langen Ball Djoulou. Der entwischt der gesamten Wiler Abwehr, aber Köhn kommt rechtzeitig aus dem Tor und kann den Ball abfangen.

1. Minute: Der Anpfiff ist ertönt. Das Spiel läuft.

Die Spieler sind da. Gleich geht es los mit FC Wil gegen FC Schaffhausen. Viel Vergnügen.

Geleitet wird das Spiel von Schiedsrichter Urs Schnyder aus Escholzmatt im Kanton Luzern.

Schaffhausens Trainer Murat Yakin lässt in einem 4-4-2-System spielen. Im Tor ist heute Saipi. Die 4er-Abwehr bilden von rechts her gesehen Padula, Captain Bunjaku, Mujcic und Jetmir Krasniqi. Die 4er-Reihe davor besteht von rechts nach links aus Mozzone, Hamdiu, Sarr und Del Toro. Die beiden Stürmer sind Djoulou (rechts) und Top-Torschütze Pollero. Helios Sessolo, einst unverzichtbar in Schaffhausen, gehört nicht dem Aufgebot an.

Genug in Erinnerungen geschwelgt. Kommen wir nun heutigen Spiel. Die Aufstellungen sind nun auch draussen: Trainer Alex Frei muss auf die gesperrten Ballet (gelb-rot in Chiasso) und Talabidi (vierte gelbe Karte) verzichten. Aus diesem Grund nimmt der Übungsleiter der Wiler einen Systemwechsel vor. Die Äbtestädter spielen heute in einem 3-4-1-2-System. Im Tor steht Köhn. In der Dreier-Abwehr spielen von rechts nach links Izmirioglu, Mätzler und Kronig. Im Mittelfeld laufen von rechts her gesehen Mettler, Muntwiler, Sarcevic und Brahimi auf. Hinter der Spitzen soll Bledian Krasniqi das kreative Element sein. Die beiden Stürmer heissen Abazi (rechts) und Jones. Im Vergleich zum Chiasso-Spiel bringt Frei gleich sechs neue Spieler.

Übrigens ist heute nicht nur das Datum, an welchem der FC Wil den FC St. Gallen denkwürdig schlug. Am selben Tag, also auch am 3.11.2002, wurde Kult-Trainer Hanspeter Latour in der ganzen Schweiz berühmt, als er im Spiel mit dem FC Thun gegen Servette den damaligen Schiedsrichter Urs Meier mit den Worten "Das isch doch e Gränni" drauf hinwies, dass sich der Spieler der Gäste doch etwas gar leicht habe fallen lassen.

Der FC Wil hat sich heute etwas ganz Spezielles einfallen lassen, um die 50 Zuschauer, die ein Ticket zugelost bekommen haben, zu empfangen. Auf jedem Platz hat es eine Wolldecke, einen Glückskäfer und ein Getränk. Zudem hat es bei jedem zu besetzenden Klappsitz eine Aufstellung. Zusätzlich werden die Zuschauer mit Champagner empfangen. Es herrscht also Champagner-Stimmung wie anno dazumal im Jahr 2002, als der FC Wil den FC St. Gallen empfing und an ebendiesem 3. November dem grossen Bruder aus der Kantonshauptstadt mit 11:3 bezwang. 11:3. In Worten: Elf zu drei.

Guten Fussball-Abend, geschätzte Freunde des runden Leders. Herzlich willkommen aus dem Wiler Südquartier zur 8. Runde der Challenge League. Der FC Wil empfängt heute Abend den FC Schaffhausen. Hoffen wir auf einen unterhaltsamen Anlass hier im Bergholz. Pascal Ibig führt Sie durch die Partie.

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Die Vorschau:

Sollte dem FC Wil im Heimspiel gegen den FC Schaffhausen vor der Pause der 1:0-Führungstreffer gelingen, so beendete er gleich zwei Negativ-Serien. Im neunten Pflichtspiel würden die Wiler erstmals mit 1:0 in Führung gehen. Und sie würden erstmals im laufenden Championat einen Treffer vor der 57. Minute erzielen. Dass dies bis anhin nicht geglückt ist, wird von Spiel zu Spiel erstaunlicher – und bedenklicher. Es einer der Gründe, warum die Wiler auf den vorletzten Platz der Tabelle abgerutscht sind.

Vielleicht zeigt ja Trainer Alex Frei seinen Spielern in der Matchvorbereitung das bis dato letzte Spiel gegen die Schaffhauser. Knapp vier Monate ist es her, seit sich diese beiden Teams im Lipo Park am 7. Juli begegnet sind. Zwar dürfte Valon Fazliu der einzige Spieler sein, der damals wie diesmal in der Wiler Startaufstellung stand und steht. Bemerkenswert ist aber, dass die Wiler damals in Schaffhausen bereits nach gut zwei Minuten in Führung gingen und nach dem ersten Viertel des Spiels mit 3:2 führten. Dabei blieb es dann. Schon ganz grundsätzlich wären drei Tore eine schöne Sache. So oft trafen die Äbtestädter in den vergangenen fünf Spielen nicht – zusammengezählt.

Wer gibt den rechten Aussenverteidiger?

In dieser Saison scheint es so zu sein, dass die Wiler jeweils einen Schuss vor den Bug in Form eines Gegentreffers brauchen, um so richtig auf Betriebstemperatur zu kommen. Das Problem dabei: Es bleibt dann jeweils deutlich weniger Zeit, als wenn auch mal die erste Halbzeit für Produktives genutzt würde. Gerade in der aktuellen Phase wäre ein 1:0-Führungstreffer doppelt gut. Denn nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg brauchen die Äbtestädter ein Erfolgserlebnis, um den Glauben an sich zu stärken. Je früher diese Führung im Spiel kommt, desto schneller ist das Selbstbewusstsein da. Dass die Mannschaft viel Qualität besitzt, hat sie in sechs der ersten sieben Meisterschaftsspiele – mit wenigen Abstrichen – unter Beweis gestellt. Zu oft fehlte jedoch die Durchsetzungskraft vor dem gegnerischen Tor. Und auch der Wille, mal einen «dreckigen» Treffer zu erzielen.

Alex Frei muss neben mehreren verletzten Spielern auch auf zwei gesperrte Akteure verzichten. Stürmer Samuel Ballet dürfte durch Sékou Camara ersetzt werden. Gespannt sein darf man, wer Malik Talabidi als rechten Aussenverteidiger vertritt.

Pollero blüht richtig auf

Mit dem FC Schaffhausen gastiert eine Mannschaft im Bergholz, die stärker zu sein scheint als in der vergangenen Saison. Damals liessen die Munotstädter einzig den FC Chiasso hinter sich. Die Ziele sind in dieser Spielzeit höher gesteckt und man will oben mitspielen. Ähnlich wie der FC Wil gewannen die Schaffhauser die ersten beiden Spiele, ehe eine Baisse mit nur einem Punkt aus vier Partien folgte. Dieser Sinkflug fand allerdings am Samstag mit einem 3:1-Heimsieg gegen Kriens ein Ende. Die offensive Schaffhauser Lebensversicherung ist der Uruguayer Rodrigo Pollero, der hinsichtlich dieser Saison aus Chiasso gekommen ist und voll eingeschlagen hat. In den ersten sieben Spielen erzielte er schon mehr Tore als in der gesamten vergangenen Saison. Sechs Treffer und zwei Assists stehen zu buche. Damit führt er die Torschützenliste der Challenge League an.

Nur gerade 50 Zuschauer dürfen dem Spiel gegen Schaffhausen wegen der Corona-Restriktionen beiwohnen. Der FC Wil verlost die Tickets an die Saisonkarten-Inhaber. Ab dieser Runde bieten die Swiss Football League und der TV-Sender Blue (ehemals Teleclub) von allen Challenge-League-Spielen Livestreams und -übertragungen an. Dies vorerst mal so lange, bis wieder mehr Zuschauer in die Stadien dürfen.