Wil und seine nicht vorhandene Weier-Beiz. Es wird immer mehr zu einer Neverending-Story. Junge Gastronomen wollen seit geraumer Zeit während der Sommermonate ein Restaurant eröffnen. Jedoch wehren sich Anwohner auf juristischem Weg dagegen, weil das Projekt überdimensioniert sei. Bereits jetzt lässt sich absehen, dass der Altstadtgarten auch 2019 nicht realisiert werden kann. Eine Beiz wird es aber trotzdem geben, wenn auch nur während vier Stunden. Am Samstagnachmittag, 25. Mai, zwischen 13 Uhr und 17 Uhr, eröffnen die Jung-Freisinnigen Wil und Umgebung zusammen mit Wiler FDP auf der Weierwise hinter dem Stadtweier eine Outdoor-Bar, bestehend aus Bar-Modulen und Tischen. Ausgeschenkt wird das Wiler Bier Thurbobräu. Aber auch nicht-alkoholische Getränke und Snacks sind zu haben. An jenem Nachmittag wird der Bierbeiz-Notstand ausgerufen. Dies in Anlehnung an den Klimanotstand, welchen die Stadtparlamentarier am Donnerstagabend erfolgreich verkündet hatten.

Doch darf diese Halbtags-Bar überhaupt eröffnet werden? Ja. Den Veranstaltern liegt von der Stadt Wil die Bewilligung für das temporäre Führen eines Restaurants sowie den Alkoholausschank vor. Die Jungfreisinnigen sehen sich nicht als Konkurrenz zum Altstadtgarten und haben derzeit nicht geplant, definitiv eine Beiz zu errichten. Es ist ein einmaliges Projekt – und clever getarnter Wahlkampf.

Altstadtgarten: Einjähriger Testbetrieb?

Auch der Altstadtgarten sorgt dieser Tage für Gesprächsstoff. Die SVP hat am Donnerstagabend eine Interpellation zu diesem Thema eingereicht. Fraktionspräsident Benjamin Büsser stellt dabei Fragen an den Stadtrat. Zum Beispiel, ob die direkten Anwohner im Vorfeld der öffentlichen Ausschreibung über die Pläne orientiert und in die Projektgruppe miteinbezogen worden seien. Zudem wird die Frage gestellt, ob der Stadtrat einen einjährigen Testbetrieb hätte bewilligen können ohne die Möglichkeit einer Einsprache. Ist der Stadtrat bereit, mit den Anwohnern über einen einjährigen Testbetrieb zu verhandeln und somit eine einvernehmliche Lösung anzustreben, wird in der Interpellation weiter gefragt. Und weiter, ob der geteerte Platz der ehemaligen Skater-Anlage als Standort für den Altstadtgarten in Betracht gezogen worden sei. Die Antworten sind noch ausstehend.

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Die Pläne für den Altstadtgarten gibt es schon lange. Ob und wann er Realtiät wird, ist offen.