„Vor zwei Jahren beschlossen die Delegierten des Sicherheitsverbunds Region Wil den Kauf einer neuen Autodrehleiter. Bei der Evaluation erfüllte das Einsatzfahrzeug mit dem Chassis „Mercedes“ und dem Aufbau „Échelles-Riffaud“ unsere Bewertungs- und Qualitätskriterien“, sagt Tom Widmer, Leiter der Einsatzorganisationen und Kommandant der Feuerwehr. Für die Beschaffung bewilligten die Delegierten der Vertragsgemeinden Wil, Rickenbach, Wilen und Braunau einen Kredit von rund 920‘000 Franken. Die beauftragte Firma Feumotech, Recherswil im Kanton Solothurn lieferte die Autodrehleiter im Mai 2019 aus. Das bisherige Fahrzeug konnte an eine Yachtfirma am Bodensee verkauft werden.

Zur Vorbereitung für die Grundausbildung der Angehörigen der Feuerwehr (AdF) absolvierten alle Kadermitglieder einen halbtägigen Einführungskurs in der Stadt Wil, aufgeteilt in acht Gruppen. Die Feuerwehr Wil mit ihren 150 AdF rücke jährlich etwa 100 Mal für Übungen und an circa 200 Mal für Einsätze aus. Bei jeder der rund 80 Brandmeldungen sei auch die ADL 23-12 mit dabei, sagte Widmer. Für die gesamte Ausbildung an der ADL ist der Maschinisten-Offizier Urs Rütsche verantwortlich. Die offizielle Übergabe und Einweihung der Autodrehleiter erfolgt im Herbst 2019.


Grundausbildung mit neuem Fahrzeug

Die neue Autodrehleiter besteht im Wesentlichen aus einem Fahrzeug, auf dem eine Teleskopleiter mit einer maximalen Rettungshöhe von 33 Metern angebracht ist. Am Ende der Leiter befindet sich ein Korb, über den Rettungen aus hoch gelegenen Stockwerken ausgeführt, Arbeiten auf Dächern ermöglicht und von dem aus mittels eines Wasserwerfers die Brandbekämpfung von oben aufgenommen werden kann. Bei Bedarf kann eine Krankentrage horizontal auf dem Korb montiert werden. Neben Rettungs- und Löschaufgaben könnte die Autodrehleiter auch zur Erkundung oder für die Beleuchtung eines Schadenplatzes genutzt werden.

Bei den Übungen auf dem ehemaligen Agrar-Areal und in den schmalen Gassen der Wiler Altstadt konnten die Kader bei der Ausbildung die Bedienung des computergesteuerten Geräts kennenlernen. Ein Maschinist musste das Fahrzeug punktgenau auf die vom Einsatzleiter bezeichnete Stelle platzieren. Er war in seiner Kontrollfunktion auch für den Hauptbedienstand beim Drehgestell verantwortlich. Zur präzisen Steuerung der Leiter befindet sich ein zweiter Steuerstand im Korb, der von zwei AdF besetzt war. Besonders bei der praktischen Übung in der engen Altstadt zeigten sich die Vorteile der ADL 23-12. Der kompakte Aufbau ermöglicht eine nahe Platzierung am Objekt und der kürzere Radstand eine bessere Wendigkeit.

Weil sich der Sicherheitsverbund Region Wil stets um Nachwuchs bemüht, findet am 10. September um 19.30 Uhr beim Feuerwehrdepot an der Bronschhoferstrasse 71 ein Informationsanlass für Interessierte statt.