Der aktuelle Zonenplan von Aadorf stammt aus dem Jahr 2004. Seither wurden daran keine Änderungen mehr vorgenommen. Nicht so bei anderen Dokumenten oder Gesetzen. Das Planungs- und Baugesetz (PBG) beispielsweise wurde im Jahr 2013 erneuert und seit 2014 existiert ein neues Raumplanungsgesetz (RPG). Zudem haben sich neue Begriffe im Baureglement etabliert, welche in dieser Form im bestehenden Zonenplan nicht vorhanden sind. Seit bald drei Jahren sind die Behörden im Gespräch mit Grundeigentümern, dem Kanton und weiteren Stellen. Zwar konnten bei diesen Gesprächen nicht alle Wünsche berücksichtigt werden, doch das Ergebnis könne sich sehen lassen, so Küng. Und zudem sei es nach 17 Jahren so oder so an der Zeit, die Richt-, Zonen- und Sondernutzungspläne zu überarbeiten.

Abendfüllende Informationen im Schnelldurchlauf

Bei der Revision Ortsplanung Aadorf geht es einerseits um die Anpassung der Richtpläne. Diese beinhalten unter anderem Themen wie Siedlung, Verkehr, Landschaft und Verkehr. Im Weiteren gehören der Energierichtplan, der Schutzplan Natur und Landschaft sowie der Schutzplan Kulturgüter dazu. Letzterer soll zu einem späteren Zeitpunkt überarbeitet werden. Andererseits gehören zur Revision Ortsplanung auch die Zonenpläne. In diesen ist jeweils festgehalten, welcher Raum wie bebaut werden darf. Zu unterscheiden gibt es einen urbanen Raum, ein kompaktes Siedlungsgebiet oder Kulturlandschaft. Entwicklungspotenzial sieht der Gemeinderat insbesondere im regionalen Zentrum mit Aadorf, Ettenhausen und Guntershausen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil diese Orte gut an den ÖV angebunden sind. Ebenfalls zur Revision Ortsplanung gehört die Anpassung des Baureglements. Bei diesem eher technischen Reglement geht es beispielsweise um die Änderung von der Ausnützungsziffer (m2) zur Baumassenziffer (m3). Auch kommen in Zukunft neue Masstabellen zum Einsatz. Und nicht zuletzt muss das Baureglement an die regionalen Baureglemente im Thurgau angepasst werden.

«Weg von Einfamilienhäusern, hin zu Wohnblöcken»

Aadorf spürt den Siedlungsdruck aus der Region Winterthur und generell aus dem Kanton Zürich. Das Wachstum von Aadorf lässt sich daher nicht aufhalten, so Küng. Eine Konsequenz werde sein, dass in Zukunft weniger Einfamilienhäuser, dafür mehr Wohnblöcke gebaut werden. Diese Aussage von Matthias Küng liess aufhorchen. Er relativierte allerdings sofort, in dem er präzisierte, dass beispielsweise im Bohl keine Wohnblöcke zu stehen kommen. Allerdings gilt es, mit dem vorhandenen Grund haushälterisch umzugehen. Und dies macht sich in den einzelnen Zonenplänen sichtbar. So soll beispielsweise angrenzend an das Gebiet Fridau eine neue Zone geben, auf dieser vier- oder sogar fünfstöckige Gebäude erstellt werden können.

Platz in den Schulen schon heute rar

Astrid Keller, Schulpräsidentin, gab einen ersten Einblick, in die Konsequenzen, welche ein Wachstum in Aadorf für die Schule bedeuten würde. Bereits heute ist bekannt, dass in den kommenden Jahren 130 Kinder neu eingeschult werden. Kommt es zum prognostizierten Wachstum, sei es durchaus möglich, dass nochmals 200 weitere Kinder auf die Schulen verteilt werden müssten. Fakt ist, dass bereits heute der Platz in den Schulen rar ist. Ein erstes Provisorium ist bereits im Bau. Mit so vielen zusätzlichen Kindern wäre ein neues Schulhaus unumgänglich. Fragt sich nur, wo dieses gebaut werden könnte. Denn die vorhandenen Baulandreserven sind nur noch begrenzt vorhanden. Erste Workshops in der Schulgemeinde haben zwar bereits stattgefunden, doch der Schulraumentwicklungs-Prozess kann erst gestartet werden, wenn klar ist, wie es mit den Zonenplänen weitergeht.

Öffentliche Auflage ab November

Voraussichtlich im November folgt die öffentliche Auflage sämtlicher Pläne. Danach werden allfällige Einsprachen behandelt. Anschliessend gehen die Akten zur Genehmigung an das Departement für Bau und Umwelt, des Kantons Thurgau. Der Zeitpunkt der Urnenabstimmung ist abhängig von den Einsprachen. Vor Sommer 2022 wird die Abstimmung jedoch kaum stattfinden.
Andreas Marti