Wie geplant kann der markante Neubau der Clientis-Bank im Zentrum von Oberuzwil Ende November bezogen werden. Am Montag, 3. Dezember werden erstmals Kunden in die neue Kundenhalle strömen, und am 11. Mai 2019 wird die Bank die Türen für die interessierte Öffentlichkeit öffnen. Weil der Rohbau nun vollendet ist, hat die Bank auf den ersten Freitagabend im Mai zum Aufrichtfest eingeladen. 140 am Bau beteiligte Unternehmer und Handwerker feierten mit dem Verwaltungsrat und den Verantwortlichen der Clientis-Bank und durften deren Dank entgegennehmen.Noch arbeiten die 18 Personen, die zum Team der Clientis-Bank Oberuzwil gehören, im 90 Jahre alten Bankgebäude an der Wiesentalstrasse, das sozusagen im Schatten des Neubaus steht. Sie freuen sich jedoch auf den Umzug ins benachbarte neue Gebäude. Der Rohbau ist vollendet, jetzt wird mit dem Innenausbau begonnen.

Solides Handwerk
Verwaltungsratspräsident Heinz Jost hiess die Versammelten willkommen. Er zeigte sich erfreut über den Baufortschritt und die mit der «Halbzeit» erreichte absehbare Vollendung des Bauwerks. Alle am Bau Beteiligten dürften stolz auf das Geleistete und Erreichte sein. Solides und nachhaltiges Handwerk habe ein in seiner Struktur und Dimension markantes Gebäude entstehen lassen. Im gleichen Stil müsse nun der Innenausbau in Angriff genommen werden.

Sparsamkeit als örtliche Tugend
Heinz Jost warf einen Blick zurück auf den langen Weg, der zum Bankneubau geführt hat. Die Planungsphase sei von grosser Vorsicht geprägt gewesen. Der Entschluss, auf dem bankeigenen Grundstück einen Neubau zu erstellen, und dessen Realisierung hätten viel Zeit und persönliche Energie verlangt. In allen Erwägungen und Diskussionen sei Sparsamkeit ein Gebot gewesen.

Diesen Grundsatz hat Heinz Jost schon in den Annalen der Bank gefunden. Die Clientis-Bank ist vor 143 Jahren durch Oberuzwiler Unternehmer – Mitglieder der Donnerstags-Gesellschaft – als Ersparnisanstalt gegründet worden. «Förderung der Sparsamkeit in der Gemeinde. Anlage kleiner Ersparnisse als Notpfennig für spätere Jahre», seien der Bevölkerung als Ziele vorgegeben worden. Auf die Eröffnung der Ersparnisanstalt sei damals in allen drei Pfarrkirchen der Gemeinde und in allen Zeitungen zwischen St. Gallen und Wil hingewiesen worden.

Die Zukunft bauen
Für seinen Ausblick zitierte der Verwaltungsratspräsident den französischen Schriftsteller und Autor des «Kleinen Prinzen» Antoine de St-Exupéry: «Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grundstein für etwas Zukünftiges legen. Zukunft kann man bauen.» Auf dem Gerbeareal, auf dem bankeigenen Grundstück, baue die Clientis-Bank nun ihre eigene Zukunft. Allerdings werde noch ein halbes Jahr bis zur Fertigstellung des Neubaus beansprucht.

Gemüseladen ist verschwunden
Bauleiter Karlpeter Trunz vom Baumanagementbüro Trunz & Wirth erinnerte sich, dass in seiner Jugendzeit auf dem Areal des Neubaus ein Kiosk gestanden habe und dass im Laden nebenan Gemüse verkauft worden sei. Das Leben im Dorf und das Dorf selber habe sich stark verändert. Das finde nun auch in der neuen Überbauung des Gerbeareals und im Neubau der Clientis-Bank seinen Ausdruck. Der Neubau sei nicht nur für die Bank etwas Besonderes, er präge auch das Oberuzwiler Zentrum.

Dankesworte richtete der Bauleiter an alle, die am Bau mitgearbeitet haben, und an die Nachbarn für das Ertragen der Bauimmissionen. Die Aufrichte werde als Mitte der Bauphase bezeichnet. Zeitlich stimme das nicht ganz. Im letzten Drittel gehe es nun um den Innenausbau. Dieser stelle insofern spezielle Ansprüche, als bei einem Bankneubau grosse Sicherheitsvorkehrungen einbezogen werden müssten.

Brot und Salz zur Hausräuke
Karlpeter Trunz erinnerte an die alte Tradtion, wonach zur Fertigstellung oder zum Bezug eines Bauwerks Brot und Salz geschenkt worden sind. Brot und Salz sind weniger ein praktisches Geschenk, als ein Segens- und Glückwunsch. In Anlehnung an diese Tradition laden das Baumanagement- und das Architekturbüro die ganze Belegschaft der Clientis-Bank zu einem Znüni mit Brot und Salz (salzhaltigem Imbiss) ein.

Vertrauen in den Standort Uzwil
Gemeindepräsident Cornel Egger überbrachte die Glückwünsche des Gemeinderates. Auf einem guten Boden könne man einem guten Bau erstellen. Oberuzwil sei ein guter Boden. Und mit dem Geld der Bank lasse sich ein gutes Resultat erzielen. Heute könne man das gute Ergebnis bereits in den Umrissen erkennen. Es sei etwas ganz Besonderes, was in Oberuzwil entstehe. Das Bankgebäude mit einer modernen Architektur setze einen markanten Akzent in der positiven Entwicklung des Dorfzentrums. Der Dank des Gemeindepräsidenten galt dem Entscheid der Bank, am Standort Oberuzwil zukunftsträchtig zu investieren und zu wachsen.

Ein Weihnachtsbaum auf dem Dach
Zu einem Aufrichtfest gehörten heute drei Dinge, sagte Adrian Müller, Vorsitzender der Bankleitung, in seinem Schlusswort. Der Brauch gehe ins 14. Jahrhundert zurück und verlange als erstes den Dank an die Handwerker. Als zweites werde den Beteiligten ein kleines Geschenk überreicht. Und als drittes werde ein Aufrichtebäumchen aufs Dach gesetzt. Das Aufrichtebäumchen beim Clientis-Neubau war speziell. Es wurde bereits in der Vorweihnachtszeit auf dem Dach befestigt – und als Weihnachtsbaum mit Kerzengirlanden beleuchtet. Als Präsent wurden zwei Pflastersteine aus Schokolade geschenkt und alle erhielten ein sogenanntes Handwerker-Böxli.

Banktrakt und Wohnungen
Im Schalterbereich gibt es fünf Arbeitsplätze. Auf dem gleichen Stock befinden sich vier Besprechungszimmer und der Kundentresor. Im 1. Obergeschoss sind Arbeitsplätze für 16 Mitarbeitende. Einen Stock höher ist das Sitzungszimmer und im Kellergeschoss der Archivraum. Der Neubau enthält auch vier Wohnungen von unterschiedlicher Grösse. Die Tiefgarage wird auch weiteren Gebäuden dienen.