Heute wird die allerletzte Zigarette geraucht, ab morgen sind Süssigkeiten tabu, nun ist Sport angesagt - gute Vorsätze sind um einiges leichter zu fassen, als zu verwirklichen.

Schon nach drei Tagen lässt sich das Verlangen nach Schokolade nicht mehr bezwingen, der Gedanke an die Zigarette wird immer quälender und die Joggingschuhe stehen schon wieder unbenutzt in der Ecke. 

Eine bitterböse Redensart spottet, der Weg zur Hölle sei mit guten Vorsätzen gepflastert. Doch Stopp, auch wenn es mit der Umsetzung von guten Absichten bei den letzten zwei Versuchen nicht geklappt hat, sollte man die Flinte nicht resigniert ins Korn werfen.

Selbstmotivation pflegen

Psychologen warnen vor zu extremen Zielvorgaben. Im Klartext: Wer 90 Kilogramm wiegt und auf die Idee kommt, eine 1500 Kalorien-Diät durchzuführen, mutet seinem Körper etwas ganz Gewaltiges zu. 

Eine derartige Hauruck-Diät lässt sich allerhöchstens über einen kurzen Zeitraum durchhalten. So ein Vorhaben ist zudem nicht harmlos, denn 90 Kilogramm wollen auch mit Flüssigkeit und mit Vitalstoffen versorgt werden, andernfalls kann es zu Schwindel, Schwächeanfällen und weiteren Gesundheitsproblemen kommen.

Post inside
Die Vorsätze sollten angemessen sein, Radikaldiäten sind kaum von dauerhaftem Erfolg gekrönt. (Foto: pixabay Tumisu) 


Keine radikalen Vorhaben

Gute Vorsätze scheitern oft ganz einfach daran, dass sie unrealistisch sind und/oder in zu kurzer Zeit verwirklicht werden sollen. Wer 3000 Franken Einkommen hat und jeden Monat 1000 Franken zur Seite legen will, muss sich derart einschränken, dass die Lust am Sparen bald auf der Steckt bleibt.

Wer mit einem extrem kleinen Budget über die Runden kommen muss, sieht ständig worauf er alles verzichten muss. Ein allfälliges Erfolgserlebnis liegt in weiter Ferne. Radikal-Vorsätze bringen über lange Zeit vor allem  viele Frustrationen mit sich.

Realistische Teilziele

Wer seine guten Vorsätze verwirklichen will, muss sein Vorhaben mit so genannten Verstärkern unterstützen, dann bleibt die Motivation erhalten, weil die Ziele leichter erreichbar scheinen.

Konkret: Wer beispielsweise konsequent Geld sparen will, darf sich den Gürtel nicht zu eng schnallen und sollte sich dennoch ab und zu eine Kleinigkeit quasi als Belohnung gönnen.

Um ein Vorhaben umzusetzen, muss die Strategie immer aus einer Kombination aus den Komponenten, ich kann mir etwas gönnen und ich ziehe ein Vorhaben konsequent durch, bestehen.

Post inside
Um den Durchhaltewille zu erhalten, muss man sich  immer wieder kleine Belohnungen gönnen. (Foto: pixabay Marionlh) 


Rückschläge sind keine Katastrophe

Trotz umsichtiger Planung und einer Erfolg versprechenden Strategie ertappt man sich doch gelegentlich dabei, wie man gegen den eigenen Vorsatz verstossen hat. Dies ist kein Grund, um gleich aufzugeben und sich als Versager zu fühlen.

Besser richtet man sich nach dem Prinzip der Anonymen Alkoholiker, diese setzen sich kurzfristige Ziele und nehmen sich vor, die nächsten 24 Stunden nicht zu trinken. 

Wenn man es mal an einem Tag nicht schafft, ist dieser Misserfolg nicht tragisch, denn morgen ist wieder ein neuer Tag und damit eine Chance, um dem Ziel einen weiteren Schritt näher zu kommen.

Mit den Tipps von hallowil.ch lassen sich gute Vorsätze leichter in die Tat umzusetzen:

  • Das Thema soll klar benannt werden, konkret: <Ich habe zehn Kilogramm zu viel, es macht mir Mühe, dass ich deswegen viele Kleider nicht mehr tragen kann> ist präziser formuliert, als die Feststellung <ich habe Übergewicht und will abnehmen>
  • Realistische Ziele mit angemessenen Fristen setzen, andernfalls man sich selber unter unnötigen Druck. Aus einem Bewegungsmuffel wird in 14 Tagen kein Marathon-Läufer
  • Das Ziel lässt sich leichter erreichen, wenn es positiv formuliert ist. <Ich freue mich darauf, in sechs Monaten meine Lieblingskleider wieder anziehen zu können>, klingt motivierender als <die grässlichen Fettpolster müssen endlich weg>
Post inside
Mehr Bewegung  - wer sich seine Ziele mental in schönen Bildern ausmalt, verstärkt die Motivation. (Foto: pixabay zapCulture) 


  • Ziele prägen sich besser in die Psyche ein, wenn sie schriftlich formuliert werden
  • Fotos und positive Zitate stärken die Motivation, sie erinnern immer wieder ans angestrebte Ziel. Entsprechende Bilder kann man an in den Wohnräumen aufhängen und Zitate kann man an den Spiegel im Badezimmer heften
  • Eine passende Strategie ist entscheidend, wer abnehmen will, sollte nicht einfach weniger essen, sondern das richtige essen
  • Belohnungen für erreichte Teilziele sind wichtig. Wer einen Berggipfel erklimmen will, kommt nach einer Rast auf halber Höhe anschliessend wieder leichter voran
  • Verbündete sind für den Erhalt der Motivation wichtig, gemeinsam kann man sich leichter für Freizeitsport aufraffen oder den Alkoholkonsum reduzieren      
  • Am besten unterhält man sich mit Menschen, die bereits Vorsätze verwirklicht haben, von ihren Erfahrungen kann man profitieren.                                                                                                                                                                                      

  • Wenn das Ziel erreicht ist, sollte man sich eine Belohnung gönnen