Obwohl das Jahr jeweils schon rund zweieinhalb Monate alt ist, stimmen die Rickenbcher erst Mitte März über das Budget ab. Etwas spät. Was passieren würde, wenn der Souverän das Budget ablehnt, kann man sich ausmalen. Rickenbach ist neben Nachbar Wilen und Wuppenau die einzige Thurgauer Gemeinde, welche nach diesem Modell verfährt. Die meisten anderen der 80 Kommunen führen zwei Versammlungen durch: Im Spätherbst wird das Budget des nächsten Jahres besprochen, im Frühjahr der Abschluss des Vorjahres.

Es gibt aber auch einige Gemeinden, welche den Stimmbürgern den Rechnungsabschluss mit einer Urnenabstimmung unterbreiten – im Bezirk Münchwilen sind es Wängi und Aadorf. Auch Rickenbach wird künftig so verfahren, erstmals ab dem Jahr 2021. Heisst konkret: Kommendes Jahr gibt es zwei Gemeindeversammlungen. Eine erste im alten Modell am 24. März 2020, bei welcher der Jahresabschluss 2019 und das Budget 2020 besprochen werden. Eine zweite Versammlung ist auf den 9. Dezember 2020 terminiert worden. Dort wird «nur» das Budget 2021 besprochen. Im Frühling 2021 gibt es dann eine Urnenabstimmung, an welcher der Jahresabschluss 2020 abgesegnet werden soll.

Noch ist dies allerdings nicht definitiv. Diese Änderung ist Teil der neuen Rickenbacher Gemeindeordnung, welche sich momentan zur Vorprüfung beim Kanton befindet. Im Januar soll sie öffentlich aufgelegt und dann an der Gemeindeversammlung im März zur Genehmigung vorgelegt werden.