«In den ersten zwanzig Minuten merkte ich nichts, ausser einer angespannten Aufregung», berichtet ein Jugendlicher von seinem Drogentrip an einer Party in einem Internetforum. 

Bald darauf registrierte er einen Stimmungsanstieg bis hin zu einer Euphorie sowie einen Drang, sich zu bewegen.

In seiner Wahrnehmung veränderten sich die Lichteffekte im Tanzlokal, sie wurden immer intensiver. Ihm war, wie wenn ein «Energieregen» auf die Tanzfläche niederprasselte. «Die Musik fing an mich zu tragen und ich merkte, dass ich mich leichter fühlte.»

Glücksgefühle

Er wähnte sich in einem Trancezustand. «Energiestrahlen in gelblichen Tönen spannten sich von der Decke auf die Tanzfläche und der ganze Raum fing an zu flimmern. Aus dem Flimmern entstanden eine Art Seifenblasen, die aus Energie bestanden.»

Im erschien es, wie wenn er auf eine andere Existenzebene getragen worden wäre. Dabei habe er ein ganz besonderes Gefühl empfunden. «Ich kann es nicht beschreiben, am ehesten trifft es wohl das Wort Liebe. Ich war glücklich über jeden Sinnesreiz, jeden Klang, ja sogar jeden Gedanken den ich hatte.»

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Das Drogenangebot wird immer vielfältiger, über die Gefährlichkeit von neuen Substanzen gibt es noch kaum Erfahrungswerte. (Bild: pixabay bobgudbran) 


Risiko von Überdosierungen

Welche Substanz er genau konsumiert hatte, weiss der junge Mann nicht. Es könnte Ecstasy oder etwas ähnliches gewesen sein, vermutet er.

Konsumenten wissen oft nicht, welchen Drogenmix mit welchen Wirkstoffmengen sie ihrem Körper zuführen. Damit können sie auch nicht abschätzen, welche Effekte auf sie zukommen.

Beispielweise ist seit einiger Zeit ist gentechnisch verändertes Marihuana im Umlauf. Seine Konzentration mit berauschendem THC ist ungefähr fünf Mal so intensiv wie bei herkömmlichem Marihuana.

Einerseits wird die Angebotspalette immer vielfältiger, andererseits werden die Drogen mit unterschiedlichsten Substanzen gestreckt. Immer wieder sind sie mit Koffein, mit Kopfschmerztabletten und mit durchblutungsfördernden Arzneistoffen versetzt. 

Auch Strychnin sowie Auszüge aus Giftpflanzen haben die Chemiker der Behörden schon nachgewiesen.

Heimtückischer Mix

Wenn die Wirkung in der erhofften Intensität nicht eintritt, nehmen manche Konsumenten eine zweite Dosis oder eine weitere Substanz ein. Die Kombination von verschiedenen Drogen und Medikamenten ist nicht selten und besonders gefährlich. 

«Don't mix Drugs!» (Vermische keine Drogen) warnen deshalb verschiedene Fachorganisationen seit längerem. Beispielsweise führen Alkohol und Ecstasy in Kombination zu einer starken Austrocknung des Körpers.

Immer wieder landen Konsumentinnen und Konsumenten auf den Notfallstationen von Spitälern, weil sie unter den Folgen von Überdosierungen oder von Mischkonsum leiden. 

Die Symptome sind etwa Wahrvorstellungen, schwere Panikattacken, Herzrhythmusstörungen, Atemprobleme oder Krampfanfälle. Gelegentlich besteht sogar Lebensgefahr. In Europa sterben jährlich rund 8000 Menschen an akutem oder chronischem Drogenkonsum.

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Rund vier Prozent der Schweizer Bevölkerung hat schon einmal Kokain konsumiert. (Foto: pixabay Colin Davis) 


Breites Spektrum

In einer nicht repräsentativen Umfrage in der Stadt Zürich gaben 50 Prozent der Partybesucher an, ab und zu Drogen zu konsumieren; 45 Prozent sagten, an solchen Veranstaltungen würden sie regelmässig berauschende Substanzen einnehmen.

Ausser Ecstasy und Cannabis sind auch noch weitere illegale Stoffe in Umlauf. Besonders im Schwange ist weiterhin Kokain. Lange stand es im Ruf, ein Rauschmittel für Stars sowie für überehrgeizige Manager und genusssüchtige Nachtschwärmer zu sein.

Doch immer grössere Mengen des weissen Pulvers, das wie Doping für die Stimmung und das Selbstwertgefühl wirkt, gelangen auf den Markt. In einer Studie gaben vier Prozent der Schweizer Bevölkerung über 15 Jahren an, mindestens einmal im Leben Kokain konsumiert zu haben.

Billigangebote

Durch das gestiegene Angebot sind die Preise massiv gesunken. Während ein Gramm vor 20 Jahren noch 600 Franken kostete, ist es mittlerweile zum Teil für unter 100 Franken erhältlich. Kügelchen zu 0,3 Gramm Kokain kosten rund 10 Franken. Somit passen sie auch in das Budget von Lehrlingen. Nach den Erfahrungen von Suchtfachleuten wird mittlerweile in allen Gesellschaftsschichten Kokain konsumiert.

Vereinzelt mussten schon 15-Jährige zur Behandlung ihrer Sucht stationär aufgenommen werden.

Vergiftungsrisiko

Es sind auch immer wieder so genannte Naturdrogen im Umlauf. 

Manche Jugendliche brauen sich beispielsweise aus Blüten und Samen der Zierpflanze Engelstrompete einen Tee. Er wirkt stimmungshebend und macht kommunikativer. Sehr leicht kann es durch ihn aber auch zu schweren Vergiftungserscheinungen kommen.

Auch eine Pilzart, die den Wirkstoff Psilocybin enthält und Halluzinationen auslöst wird öfters konsumiert, ebenso auch meskalinhaltige Kakteen. Es seien lauter Gesichter in den Bäumen und im auch Himmel gewesen, beschreibt ein Konsument seine beängstigenden Erlebnisse. Stimmen in seinem Kopf hätten gesagt, er solle Leute verprügeln und sich selber etwas antun.

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Die Einnahme von verschiedenen Substanzen in Kombination kann unter anderem zu Kreislaufzusammenbrüchen, Herzrasen und geistiger Verwirrung führen. (Foto: pixabay PublicDomainPictures) 


K.O. Tropfen

Zu besonders intensiven Wahnvorstellungen führt LSD, das eine Art Renaissance erlebt. Immer wieder macht auch GHB von sich reden. Diese Substanz hat in niedriger Dosierung eine euphorisierende Wirkung und baut Hemmungen ab. 

In grösseren Mengen wirkt sie betäubend und soll auch schon für Vergewaltigungen missbraucht worden sein. Sie ist auch als K.O.-Tropfen bekannt und berüchtigt.

Verharmlosende Tarnnamen

Neben dem Trend zu pflanzlichen Rauschmitteln aller Art, setzt ein weiterer auf rein chemische Substanzen, sogenannte «Research Chemicals». In dem die Moleküle minimal verändert werden entstehen neue Drogentypen. Die Ermittler der Polizei und die Kontrolleure an den Grenzen sind ständig mit neuen Substanzen konfrontiert. 

Viele der Drogen sind so neu, dass sie noch nicht verboten werden konnten. Hochgefährlich sind sie trotzdem, auch wenn sie als «Legal High» angepriesen werden. Der Inhalt der Beutelchen, die oft verharmlosend als «Badesalz», «Pflanzennahrung» oder «Lufterfrischer» angeschrieben sind, können zu verschiedenen Gesundheitsproblemen und Verhaltensstörungen führen.

Zudem: Über die eventuellen negativen Langzweitwirkungen weiss man noch kaum etwas.     

Das Drogenproblem war schon mal Thema bei hallowil.ch. Hier finden Sie den Artikel dazu.