Er ist zwar im Pensionsalter, aber umtriebig wie eh und je. Kaum in Niederbüren ansässig, hat sich Jörg Caluori im Frühjahr um die Nachfolge des Gemeindepräsidenten am neuen Wohnort beworben. Dass ihm der Erfolg versagt blieb, hat den ehemaligen Geschäftsführer bei Musik Hug und bei der Buchhandlung Rösslitor in St. Gallen nicht vergrämt. Er nimmt es sportlich, was sich für den ehemaligen Geschäftsführer des FC St. Gallen gut ausnimmt.

Kürzlich vom Rekognoszieren aus Südafrika zurückgekommen, wo er demnächst eine Reisegruppe führen wird, kam Jörg Caluori mit einem grossen Paket im Rock- und Popmuseum an. Das Geschenk für das Museum wurde durch ihn und Roland "Tschibii" Grossenbacher, den Gründer und Leiter des Museums, sorgfältig ausgepackt. Und es entpuppte sich nicht als Buch von üblichem Format. Das bibliophile Werk im Sumo-Format wiegt viele Kilos und enthält auf über 500 Seiten historische Aufnahmen der Rolling Stones von berühmten Fotografen, Plattencovers, drei Essays preisgekrönter Autoren, einen Anhang mit einer Chronologie der Bandgeschichte, einer Diskografie und Kurzbiografien der Fotografen. Es dokumentiert die steile Karriere der Rockband und ihren eigenwilligen Lebensstil. Das Vorwort hat der amerikanische Ex-Präsident Bill Clinton verfasst.

Das Buch existiert in einer Auflage von nur 1600 Exemplaren und ist vergriffen. Jedes Buch ist nummeriert und von Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ronnie Wood signiert. Die ersten 450 Exemplare sind zurückbehalten worden. Die restlichen 1150 Bücher sind heute auf Besitzer in der ganzen Welt verteilt. Das Buch im Museum Niederbüren trägt die Nummer 1169. Der Gestehungspreis belief sich auf 5000 Euro oder 6000 US-Dollar.

Erfolgsgeschichte weiterschreiben

Jörg Caluori ist vom Rockmuseum Niederbüren und dem Engagement von Uschi und Tschibii begeistert. Mit dem Geschenk des Werks über die 1962 gegründete Rockband bringt er die Anerkennung für das Feu sacré der Museumsleiter zum Ausdruck. Er will nach eigenem Bekunden damit aber auch der Niederbürer Bevölkerung ein Geschenk machen.

Roland und Uschi Grossenbacher sehen im Geschenk eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges. Ihr vor sechs Jahren gegründetes Museum erfreue sich eines ungewöhnlich grossen Zuspruchs, stellt Tschibii fest. Es seien bereits über 1350 Führungen mit einer Dauer von je zweieinhalb bis drei Stunden durchgeführt worden. Neben mehreren Büchern mit handschriftlichen Eintragungen von Besuchern gebe es auch mehr als 320 Eintragungen auf der Homepage.