Am 5. Dezember 2017 lud der EHC Uzwil vorgängig zum Spiel gegen den HC Prättigau-Herrschaft zu einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung in die Habichtstube ein. Dabei wurde Romano Ruch, Uzwil, einstimmig zum Nachfolger des zurücktretenden Ugur Uzdemir zum Präsidenten des EHC Uzwil gewählt. Diesem wurden seine Verdienste während seiner 4 ½ jährigen Präsidialzeit verdankt. Seinen Rücktritt aus dem Vorstand erklärte auch Patrick Hofmanninger.Nach zwei eher unglücklich verlorenen Partien kam es am gleichen Abend zur Begegnung gegen den HC Prättigau-Herrschaft. Würde dem neuen EHC-Präsidenten auf dem Tablett ein Sieg als Aufmunterung für seinen neuen Job serviert? Oder als Dank für den abtretenden Chef?

Romano Ruch will den Nachwuchs fördern
Um 18.11 Uhr begrüsste Patrick Hofmanninger anstelle von Ugur Uzdemir die 38 Stimmberechtigten und kündigte seinen Austritt aus dem Vorstand an. Dann war das Wort bei Romano Ruch, der auf seine zahlreichen Bezüge zum Uzwiler Sport hinwies. Dabei verriet er auch, dass ihm Schulkollege Rolf Sulger mit einem Telefon den Anstoss gegeben hatte, diese Charge ins Auge zu fassen.

Ruch versprach, weiterhin Gewicht auf die Förderung des Nachwuchses zu legen. Für die Saison 2017/18 sei die Teilnahme an den Playoffs erklärtes Ziel. „Ich bin für den EHC bereit“, schloss er seine interessanten Ausführungen.

Ein Dank an Goalie Bauer, stellvertretend für seine Mitstreiter
Als nächstes blendete Ugur Uzdemir etwas zurück auf seine Tätigkeit als Präsident. Er erinnerte sich an ein Treffen mit Massimo Diem im „Tres Amigos“ in Roggwil, wo ihn dieser im März 2013 bat, das unbesetzte Amt des Präsidenten zu übernehmen.

Uzdemir bedankte sich bei allen, die mit ihm den Wagen auch in schwierigen Zeiten gezogen hatten, namentlich bei Goalie „Vale“ Bauer, der 2013 dem Verein die Treue gehalten hatte und jetzt noch mit Erfolg das Tor hütet.

Markus Mahler: Eine erfolgreiche Zeit mit Ugur Uzdemir
Vorstandsmitglied Markus Mahler blendete darauf zurück auf die mühsamen Vorgänge vor der Wahl von Uzdemir. Dieser setzte auf Nachwuchsförderung, fand Sponsoren und brachte eine Entschuldung zustande. In seiner Zeit gelang es, von der 2. Liga wieder in die 1. Liga aufzusteigen. Es war auch die Zeit von Sekretär Adam Mechergui, der frischen Wind in den Klub brachte.

Die Wahl von Romano Ruch zum neuen Präsidenten war unbestritten, so dass die MV nach rund ¾ Stunden geschlossen werden konnte.

Und das Spiel gegen Prättigau? Da gab’s keine Geschenke zur Präsidentenwahl. 1: 2 verloren, trotz vorzüglicher Goalie-Leistung…

Romano Ruch, ein Ur-Uzwiler Hawks-Präsident
Romano Ruch sen. ist wohl ein Glücksfall für die Nachfolge von Ugur Uzdemir als EHC-Präsident. Er kennt sich als erfolgreicher ehemaliger Curler – dabei elf Jahre als Präsident des Curlingclubs - in der Sportwelt bestens aus. In der im Jahre 2010 herausgegebenen Jubiläumsschrift „50 Jahre Curling-Club Uzwil“ ist er nicht weniger als 14mal als Klubmeister aufgeführt! Oder 2014 belegte er mit einem Familienteam an einem Turnier in Estland von 48 Mannschaften den 5. Platz!

Und als es vor fast 50 Jahren in Basel um den Aufstieg des EHC Uzwil in die Nationalliga B ging, fieberte er als Jugendlicher unter den Zuschauern mit. Ein Uzwiler zudem, der sich als Bankfachmann von seinem Werdegang her auch bestens mit Finanzen auskennt. Oberdrein ist er als GPK-Mitglied der Gemeinde Uzwil mit den Geschäften der Gemeinde auf dem Laufenden.

Zu hoffen ist, dass es Romano Ruch gelingt, zukünftig weniger Wechsel in der sportlichen Leitung des EHC aufkommen zu lassen. In der 4 ½ jährigen Ära von Ugur Uzdemir wies die Trainerliste nicht weniger als sechs Namen auf, nämlich Daniel Herlea, Roger Keller, Mischa Wasserfallen, Petr Rosol, Kevin Schüepp und seit November 2017 Raphael Zahner.

Im EHC-Jubiläumsbuch geblättert:
Vor 5 Jahren…

Im Januar 2013 spitzte sich die Situation beim EHC Uzwil nach dem Abgang von Roger Hadorn immer mehr zu. Ja, es schaute danach aus, als ob es den Klub mit seiner wechselvollen Geschichte bald nicht mehr geben würde. Markus Mahler, Bauunternehmer und Gewerbevereinspräsident, war es dann, der in dieser verzwickten Situation handelte. Es gelang ihm, Gemeindepräsident Lucas Keel als „Gesprächscoach“ für die Sitzung vom Samstag, 19. Januar 2013, zu gewinnen. Seitens des Habichtclubs war Elmar Gehrig vertreten, und für den Club 1941 erschien Rolf Sulger, Geschäftsleiter der regionalen Axa-Winterthur.

Die Sponsorenseite war durch Markus Mahler und Rolf Eggenberger, Malermeister, präsent. Neben dem Finanzexperten Adrian Müller von der Clientis Oberuzwil waren vom Vorstand des EHC Massimo Diem, Adi Tschenett und Rosmarie Steiner dabei. In dieser Sitzung wurde eine Auslegeordnung vorgenommen und nach Lösungen gesucht. Aus dieser konstruktiven Zusammenkunft bildete sich eine Taskforce, also eine Art Nothilfe-Gruppe, die dem ohnehin dezimierten Vorstand unter die Arme griff. Den Abstieg konnte die Gruppe zwar trotz Trainerwechsel nicht verhindern.

Sportchef Massimo Diem brachte es fertig, auf die von ihm geleitete HV 2013 mit Ugur Uzdemir einen neuen Präsidenten zu portieren. Zudem schaffte er es, mit der Unterstützung von Theo Seger und Uzwiler Spielern, die zum Stammverein zurückkehrten, auf den Saisonbeginn 2013/14 eine komplett neue Mannschaf für die 2. Liga-Meisterschaft wie aus dem Hut zu zaubern sowie den neuen Trainer Daniel Herlea zu engagieren, mit dem die Uzwiler gar die Playoffs erreichten…