Zur Generalversammlung der Genossenschaft «Alterssiedlung Rotachhof» trafen sich 35 stimmberechtigte Mitglieder der Genossenschaft, darunter fast vollzählig die Bewohner der Alterssiedlung, im «Landgasthof Adler» in Zuckenriet. Das Präsidium der Genossenschaft führt seit zehn Jahren Marcel Zwick aus Zuckenriet, der einleitend Gedanken über die Zeit äusserte. Als Vertreter der Gemeindebehörde nahmen Gemeinderätin Patricia Juen sowie Kassier und Aktuar Markus Schlegel teil. Die Jahresrechnung 2018 schloss mit einem Einnahmenüberschuss von 38 883.80 Franken ab. Das Eigenkapital beträgt neu 1 140 262 Franken. Der erfolgreich abgeschlossenen Jahresrechnung 2018 und dem Budget 2019 stimmten die Genossenschafter zu. Die Versammlung gedachte der verstorbenen Hausbewohner Heinz Hiltebrand, Regina Scherrer, Emanuel W. Eichin und Thea Hohl. Hausmutter Susanne Poletti und Genossenschaftspräsident Pius Jung erwähnten die zahlreichen Aktivitäten des Rotachhofs und die gute Zusammenarbeit mit der Spitex. Im Anschluss an den geschäftlichen Teil unterhielt das Trio «3B» die Gesellschaft mit volkstümlichen Klängen und Liedern. Beim Apéro mit feinen Häppchen konnten auch die kulinarischen Gelüste gestillt werden.


Dörfer übergreifende Aktionen

Bereits in den frühen Neunzigerjahren befasste sich im Auftrag des Gemeinderates Niederhelfenschwil eine Arbeitsgruppe mit dem Thema «Wohnen im Alter». Im Bewusstsein, dass glückliches Wohnen und soziale Integration unverzichtbare Elemente der Lebensqualität im Alter sind, wurde nach einer gemeinschaftlichen Wohnform gesucht. Ende Juni 1996 erfolgte mit einer breiten Trägerschaft die Gründung der Wohnbaugenossenschaft Alterssiedlung Rotachhof. Den erforderlichen Baukredit von 3,85 Millionen Franken genehmigten Genossenschafter dann im Oktober 1997. In den drei Dörfern Niederhelfenschwil, Lenggenwil und Zuckenriet wurden mehrere Anlässe organisiert, deren Erlöse dem solidarischen Projekt zuflossen. So konnte Mitte März 1998 bereits der Spatenstich für die Wohnbauten vollzogen werden, für die ein gemeindeeigenes Grundstück in Zuckenriet zur Verfügung stand. Dabei nahmen auch die Kinder der Primarschule Zuckenriet mit gesanglichen Darbietungen teil. «Die Kinder sollen ein Bindeglied zwischen Jung und Alt sein», betonte bei der Feier der damalige Genossenschaftspräsident und Gemeindeammannn Hugo Fritsche.


Bedürfnis nachgewiesen

Bereits im Sommer 1999 konnten die ersten Wohnungen bezogen werden, für die bald einmal Wartelisten geführt wurden. Im dreistöckigen, hufeisenförmig angeordneten Wohntrakt am südöstlichen Dorfrand von Zuckenriet stehen eine Dreizimmerwohnung, drei 3 ½- und dreizehn 2 ½-Zimmerwohnungen zur Verfügung. Ein Gemeinschaftsraum und ein grosszügiges Foyer ermöglichen Begegnungen, auch mit Besuchern. Bald waren alle Wohnungen besetzt. Die beinahe lückenlose Belegung in den vergangenen 20 Jahren unterstreicht das anhaltende Bedürfnis nach preisgünstigen, gemeinschaftlichen Alterswohnsitzen. Das gute Klima im Rotachhof drücke sich auch beim täglichen, gemeinsamen Morgenkaffee im gemütlichen Gemeinschaftsraum und bei anderen Treffen und Ausflügen aus, bemerkte Susanne Poletti im Gespräch mit dem Berichterstatter. Besonders freue sie sich über die Einladung einer Kochschulklasse der Oberstufenschule Sproochbrugg zu einem Mittagessen, das fördere das gegenseitige Verständnis. Sie stelle auch einen Trend fest, dass in die Gemeinde Zugezogene ihre Eltern in der Nähe haben wollen und daher an einem altersgerechten Wohnsitz interessiert seien.