Ausser Niederhelfenschwil gehören auch Lenggenwil und Zuckenriet zur Gemeinde. Da ist es nicht immer einfach, den Wünschen und Ansprüchen der drei Dörfer gerecht zu werden. Simon Thalmann hat sich während neun Amtsjahren darum bemüht. Er verlässt Ende Jahr ein intaktes Gemeinwesen mit solider Finanzlage. Wenn keine ausserordentlichen Ereignisse eintreten, zeichnet sich bereits jetzt ab, dass der für das laufende Jahr budgetierte Fehlbetrag weit unter einer Million Franken bleiben dürfte.

Eigenkapital deckt Defizit

Budgetiert war in der Wil-Land-Gemeinde ein Verlust von 1,1 Millionen Franken. Vor allem fünf Positionen haben zur Besserstellung der Rechnung 2019 von über 900'000 Franken gegenüber dem Voranschlag beigetragen. Am meisten ins Gewicht gefallen sind die um 380'000 Franken tieferen Kosten für die Schulen. Beim Verkehr inklusive Strassenunterhalt sind 255'000 Franken weniger aufgewendet worden. 130'000 Franken sind bei der Sozialhilfe und 30'000 Franken bei der Verwaltung eingespart worden. Um 200’000 Franken höhere Einnahmen gab es bei den Einkommens-, Vermögens- und Grundstückgewinnsteuern. Der Verlust von 200'000 Franken kann aus dem Eigenkapital gedeckt werden, welches gut 11 Millionen Franken ausmacht.

Das Elektrizitätswerk – vom Gemeindepräsidenten als «Tafelsilber» bezeichnet – ist vollumfänglich im Besitz der Gemeinde. Es präsentiert eine ausgeglichene Rechnung und weist ein Eigenkapital von rund 1 Million Franken auf.


Unveränderter Steuerfuss

Der in der Finanzplanung für 2020 prognostizierte Fehlbetrag von 1,1 Millionen Franken ist praktisch deckungsgleich mit dem tatsächlich budgetierten Defizit. Der Aufwand ist mit gut 16 Millionen Franken voranschlagt, der Ertrag mit knapp 15 Millionen Franken. 2020 muss die Heizung im Schulhaus Lenggenwil erneuert werden. Um mehr als 100'000 Franken dürften sich die Pflegefinanzierungskosten erhöhen. Ins Gewicht fällt alljährlich der Unterhalt der mehr als 100 Kilometer Gemeindestrassen. An grösseren Investitionen sind die Sanierung der Schlossstrasse in Zuckenriet (270'000 Franken) und die Belagserneuerungen der Leo-Jung- und der Töbelistrasse in Zuckenriet (225'000 und 140'000 Franken) vorgesehen. Über die Spezialfinanzierung Abwasserbeseitigung wird der Meteorkanal Unterdorfstrasse in Lenggenwil (470'000 Franken) abgerechnet. Das Elektrizitätswerk rechnet für 2020 mit einem Aufwandüberschuss von 115'000 Franken.

Trotz des budgetierten Fehlbetrages von gut einer Million Franken schlägt der Gemeinderat der Bürgerversammlung vom 25. März vor, den Steuerfuss auf 114 Prozent zu belassen. Der Grundsteuersatz bleibt bei 0,4 Promille.

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Nach der Demission von Simon Thalmann wird das Gemeindehaus Niederhelfenschwil im nächsten Jahr Arbeitsort eines neuen Gemeindepräsidenten sein. Neu zu besetzen sind die Verwaltungsstelle im Frontoffice und jene des Bauverwalters.


Aderlass im Gemeinderat

Im Hinblick auf die Gesamterneuerungswahlen der kommunalen Behörden im Herbst liegen sieben Demissionen vor. Simon Thalmann stellt sein Amt als Gemeindepräsident ebenso zur Verfügung wie weitere drei Mitglieder des Gemeinderates: Patricia Juen, Peter Schuler und Gabriela Arn (gleichzeitig Präsidentin des Primarschulrates). Damit verbleibt aus dem fünfköpfigen Gemeinderat ein einziges Mitglied. Simon Thalmann betont aber, dass der Exodus nicht auf Unstimmigkeiten innerhalb der Behörde zurückzuführen sei. Alle Demissionen seien verständlich begründet und das Zusammenfallen ein unglücklicher Zufall.

Im Primarschulrat sind Gabriela Arn (Präsidentin) und Oliver Schwingenschrot, in der GPK Isabel Hollenstein-Zogg (Präsidentin) und Eugen Nietlispach zu ersetzen.

Lehrschwimmbecken: Es geht vorwärts

Am 17. November 2019 ist dem Projekt Sanierung des Lehrschwimmbeckens in der Sproochbrugg mit grossem Mehr zugestimmt worden. Der Gemeinderat hat in der Folge die Projekt- und Baukommission gewählt. Ihr gehören an: Gemeinderat Ruedi Geschwend (Präsident), Primarschulratspräsidentin Gabriela Arn, Primarschulrat Roland Zwick, Ratsschreiber Marvin Flückiger, Bauverwalter Emmanuel Marti, Oberstufenschulrat Adi Luzio sowie ein externer Berater. Der Gemeinderat hofft, den Kredit von rund 1,7 Millionen Franken für das ausgearbeitete Detailprojekt noch in diesem Jahr an der Urne vorlegen zu können.