Es riecht nach Holz, das frisch verarbeitet wurde. Das wird jedem bewusst, der das Gebäude betritt. Ein wandernder Blick hoch zur Decke zeigt vor allem etwas: viel Holz. Im Flur hängen von der Decke drei grosse weisse Lampen in Form von Kugeln runter. Obwohl es an diesem regnerischen Sommertag frisch ist, verleiht der Eingangsbereich genug Wärme. Im Herzstück des Hauses befindet sich ein Aufenthaltsraum mit einem schwarzen Specksteinofen. Die grossen Fensterfronten bieten einen Blick ins Grüne und in Richtung Wiler Weier. Auf der linken Seite befindet sich eine Küche, die ziemlich schlicht gehalten ist, aber wegen der schwarzen Farbe wie der Kaminofen sofort auffällt.

«Einerseits freuen wir uns, dass das neue Pfadiheim steht», sagt Silvia Ammann, Projektleiterin und bis vor Kurzem noch Elternratspräsidentin, «andererseits freuen wir uns, das Ergebnis nach dem grossen Umbau der Öffentlichkeit zeigen zu dürfen.» Denn der grosse Tag der offenen Tür hätte bereits im März stattfinden müssen. Doch die grosse Feierlichkeit fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. Die Wiler Pfadi freue sich nicht nur, sie sei auch auf das neue Pfadiheim zum roten Ziegel stolz. «Gerade weil wir in den letzten fünf Jahren hart dafür gearbeitet haben», führt Ammann weiter aus. Das Projektteam habe bisher nur positive Feedback von der Wiler Bevölkerung erhalten. «Das wahrscheinlich auch daran, dass wir mit dem Umbau ein klares Ziel verfolgt hatten», so Ammann. Man habe sich ein nachhaltiges, einfaches, heimeliges und doch modernes Haus gewünscht. Die Projektleiterin ist überzeugt, dass den Verantwortlichen genau dies gelungen ist. «Jetzt können wir unsere Räumlichkeiten wieder mit gutem Gewissen vermieten», meint Ammann. Schliesslich sei die Pfadi Wil auf diese Einnahmen angewiesen.

Jeder hat mitangepackt

Zurück zum Flur: Hier zeigt eine schlichte Holztreppe und eine Beleuchtung unterhalb des Geländers den Weg nach oben. Drei grosse Dachfenster lassen viel Tageslicht in den hohen Raum fliessen. An einem Ende des offenen Raumes steht ein Tischfussballkasten. Am anderen Ende stehen zwei grosse beige Sitzsäcke, ein rotes Sofa, ein Beamer und eine Leinwand. Gleich daneben befindet sich der Sitzungsraum für Pfadi-Leiter. Ebenfalls vom Flur im Eigangsbereich führt eine Treppe nach unten. Auch hier dominiert das Holz. An den weissen Türen wurde jeweils mit brauner und verschnörkelter Schrift ein Bild gemalen. Die einzelnen Bilder verraten, was sich hinter den Türen befindet: die Gemeinschaftsdusche, das WC und der Gemeinschaftsschlafraum. 

 
Impressionen am Tag der offenen Tür: Das neue Pfadiheim roter Ziegel präsentiert sich modern und schlicht. (Video: Magdalena Ceak)

Projektleiterin Ammann ist der Meinung, dass der Umbau eine Aufwertung für die Pfadi Wil bedeutet. «Das neue Pfadiheim ist die beste Werbung für uns», so Ammann. Schliesslich hätten auch die jungen Pfadi-Mitglieder beim Umbau mitangepackt – das wiederum sei ein Grundgedanke der Pfadi: Gemeinsam etwas anpacken und schaffen. «Die Pfadi-Kinder und -Jungendliche haben beim Abriss mitangepackt, Wände gestrichen und geputzt», weiss Ammann. Die Pfadi Wil sei aber auch stolz, weil unter anderem auch die Eltern, Handwerker, regionale Stiftungen, unzählige Sponsporen und die Stadt Wil bei der Realisierung mitgeholfen haben, dieses 980 000 Franken teure Projekt ermöglichen zu können.