«Diese Schlagzeilen wollen wir im Jahr 2019 auf keinen Fall lesen.» So titelte hallowil.ch am 1. Januar 2019 – und listete fünf fiktive Titel auf. Und siehe da: Gleich mehrere der fünf Schlagzeilen mussten dann im Verlauf des Jahres gebracht werden – leider.

Titel: «Schon zum dritten Mal: Krebsbach flutet Autobahn A1 erneut». Genau das ist eingetreten. In der Nacht auf den 2. Juli passierte es. Die Auswirkungen waren weniger gravierend als beim ersten Hochwasser im Jahr 2015, da sich die Überflutung dieses Mal mitten in der Nacht abspielte. Bis Hochwasserschutz-Massnahmen umgesetzt sind, wird es noch mehrere Jahre dauern.

Titel: «Weitere Verzögerung: Auch im Jahr 2019 keine Beiz am Wiler Stadtweier». Dass diese Schlagzeile eintreten wird, musste aufgrund der Vorgeschichte schon fast befürchtet werden. Und tatsächlich. Im Jahr 2019 ging es in Sachen Weier-Beiz einen Schritt zurück statt einen vorwärts. Der Kanton pfiff das Projekt zurück, da es nicht zonenkonform ist. Wie es nun weiter geht, ob und wann es eine Weier-Beiz gibt, ist unklar.

Titel: «Es trifft auch die Region Wil: Weitere sieben Poststellen machen dicht». Tatsächlich sind es nun nicht mehr gleich viele Poststellen wie noch zu Jahresbeginn. So ist zum Beispiel die Post Bronschhofen geschlossen und im November durch eine Agentur im «Panetarium» ersetzt worden. Es lässt sich absehen, dass das Poststellen-Netz künftig weiter gestrafft wird.

Titel: «Jahrelange Planung war für die Katz: Wil West wird nicht realisiert»: Dieser Titel ist nicht eingetreten. In dieser Thematik war es gegen aussen ein eher ruhiges Jahr. Die Vorbereitungen wurden weiter vorangetrieben und die neue Organisation «Wirtschaftsportal Ost» (WPO) ist gegründet worden, welche sich zu einem wichtigen Teil um Wil West kümmert. Im Jahr 2020 ist geplant, dass Wil West auf politischer Ebene diskutiert wird – im Kantonsrat St. Gallen und im Grossrat Thurgau.

Titel: «Steuerfuss der Stadt Wil: Auch über die Erhöhung entscheidet das Volk». Dieser Titel wurde zum Glück nicht publiziert. Zwar ist der Steuerfuss im Frühjahr vom Volk an der Urne von 120 auf 118 Prozent gesenkt worden. Doch damit scheint die Stadt auszukommen. Eine sofortige Steuerfuss-Erhöhung per 2020 war bei der Budget-Debatte im Stadtparlament genau so wenig ein Thema wie eine weitere Senkung.

Diese Schlagzeilen wollten wir unbedingt lesen

Zu Jahresbeginn brachte hallowil.ch auch fünf Schlagzeilen von Artikeln, die hoffentlich Tatsache werden sollten. Auch hier ein Fazit:

Titel: «Festhütte Wil: Gemeinden der Region spannen für grossen Sommerevent zusammen». Nicht eingetreten. Zwar gab es Ende August auf der Oberen Bahnhofstrasse eine erste Gewerbemesse des Jahrtausends und die üblichen Anlässe wie Rock am Weier, Stadtfest, Strassenfest und Hofchilbi gingen über die Bühne. Ein neues Fest wurde aber nicht initiiert. Immerhin: Für 2020 ist ein grosser Anlass geplant. Im Juni findet auf der Hochwacht bei Sirnach während mehr als zwei Wochen ein Köhlerfest statt. Dabei wird einem alten Handwerk gedacht – und ausgiebig gefeiert. Mehre tausend Gäste werden erwartet.

Titel: «GC in der Barrage besiegt: Der FC Wil kehrt in die Super League zurück»: GC und Wil treffen in der aktuellen Saison tatsächlich viermal aufeinander. Allerdings nicht in der Super League, sondern in der Challenge League. GC stieg sang- und klanglos ab – und der FC Wil konnte sein überraschendes Herbst-Hoch nicht ins Frühjahr hinüberretten.

Titel: «Grosses Aufatmen in Flawil und Wattwil: Spitäler bleiben bestehen». Nein, dazu kam es nicht. Gaz im Gegenteil. Im Oktober kommunizierte die St. Galler Regierung, dass die Spitäler Wattwil und Flawil zu Notfallzentren redimensioniert werden sollen. Der Widerstand ist gross. Als Folge daraus wird in Flawil und dem Toggenburg nun auch das Spital Wil in Frage gestellt.

Titel: «Endlich mal gute Kunde: Alle Intercitys halten künftig auch in Wil». Es ging in die andere Richtung. Intercitys, welche eigentlich in Wil halten sollten, hielten wegen Verspätungen teilweise nicht. Die Stadt Wil wehrte sich und per Fahrplanwechsel im Dezember gelobte die SBB Besserung. Was aber noch längst nicht heisst, dass alle Intercitys wieder in Wil halten. Die Sprinter fahren weiterhin – oftmals halbleer – an Wil vorbei.

Titel: «Geldsegen: Stadt Wil kann den Steuerfuss auf 112 Prozent senken». Gleich zwei Wiler werden einen Lotto-6er machen, prognostizierte hallowil.ch. Das scheint nicht eingetreten zu sein. Der Steuerfuss bleibt bei 118 Prozent.