165 Stimmberechtigte besuchten die Bürgerversammlung der Politischen Gemeinde in der Aula der Oberstufenschule Sproochbrugg. Damit lag die Beteiligung bei 7,43 Prozent. Die Musikgesellschaft Niederhelfenschwil unter der Leitung von Marcel Eggler übernahm die musikalische Einstimmung. Im Hinblick auf die Festivitäten im Jahr 2020 mit Uniformweihe konnte sie sich musikalisch werbewirksam präsentieren. Einleitend blickte Gemeindepräsident Simon Thalmann auf einige Höhepunkte und Anlässe zurück, welche 2018 das kulturelle Geschehen in den drei Dörfern prägten. Die Genehmigung der Jahresrechnung 2018 und des Budgets 2019 sowie die beiden Gutachten und Anträge zur Strassensanierung und dem 1. Nachtrag zur Gemeindeordnung bildeten die Schwerpunkte der Versammlung, an der auch das Gemeindepersonal und mehrere Lehrkräfte als Gäste teilnahmen.


Ein neues Angebot

Die Gemeinderätin und Schulratspräsidentin Gabriela Arn informierte kurz über die neu eingeführte Tagesstruktur. Gemäss einer Umfrage im vergangenen Jahr zeichnete sich ein Bedürfnis für ein solches Angebot ab. Anfangs Februar 2019 startete dieses von der Gemeinde unterstützte Projekt mit 15 Kindern erfolgreich. „Aus Sicht aller Beteiligten darf ich sagen, dass dieses Angebot ein Gewinn für unsere Gemeinde ist. So schaffen wir eine gute Grundlage für eine Berufstätigkeit beider Elternteile. Ausserdem stellen wir auch für Alleinerziehende sicher, dass ihre Kinder gut beaufsichtigt werden und sich wohlfühlen“, sagte Gabriela Arn. Versuchsweise werde ein Probemonat mit Mittagessen gestartet, um das Angebot eventuell zu ergänzen. Neben einer angemessenen Kostenbeteiligung der Eltern übernehme die Gemeinde eine Defizitgarantie. Bezüglich Sanierung des Lernschwimmbeckens Sproochbrugg konnte sie noch keine näheren Angaben machen.


Rechnungsabschluss besser als budgetiert

Die Rechnung 2018 schliesst mit einem Verlust von 504‘015 Franken ab. Das Budget sah ein Minus von 1‘204‘400 Franken vor. Dieses Ergebnis entspricht einer Besserstellung gegenüber dem Voranschlag von 700‘385 Franken. Thalmann wies auf einige Positionen hin, welche zu diesem Ergebnis führten. Neben höheren Einnahmen bei den Steuern und Gebühren fielen auch tiefere Ausgaben beim Strassen- und Friedhofunterhalt sowie bei den Sozialhilfekosten ins Gewicht. Der Aufwandüberschuss der Rechnung 2018 wird vollumfänglich aus dem Eigenkapital gedeckt. Dieses beträgt per 31. Dezember 2018 rund 5,58 Millionen Franken. Bei der Steuerkraft von 2159 Franken pro Person konnte sich die Gemeinde Niederhelfenschwil leicht verbessern - und zwar auf Rang 35 der St.Galler Gemeinden.

Die Rechnung des Elektrizitätswerks schliesst mit einem Gewinn von 68‘650 Franken ebenfalls wesentlich besser als budgetiert ab. Die Bürgerschaft genehmigte die Rechnung 2018 einstimmig.


Budget mit Aufwandüberschuss

Das Budget 2019 der Politischen Gemeinde rechnet mit einem Verlust von 1,18 Millionen Franken. Es basiert auf einem Steuerfuss von 114 Prozent und einem Grundsteuersatz von 0,4 Promille (wie bisher). Es ist mit tieferen Steuererträgen und Kostensteigerungen beim Friedhof- und Strassenunterhalt sowie im Sozialbereich zu rechnen. Zur Budgetvorlage blieb eine Diskussion ebenfalls aus. Auch das Budget 2019 wurde einstimmig genehmigt.

2019 sind Investitionen von total 2,9675 Millionen Franken in den Ausbau der Infrastrukturanlagen geplant. Die grössten Projekte sind die Sanierungen der Strasse Zuckenriet bis Kantonsgrenze Entetswil (1,82 Millionen Franken) und im Schlossberg-Quartier Zuckenriet (495‘000 Franken). Ins Gewicht fällt auch der Beitrag von 300‘000 Franken für die neue Pellet-Heizung im Primarschulhaus Niederhelfenschwil. Beim Gemeindehaus müssen vorschriftsgemäss die Parkplätze und zugleich die Bushaltestelle versetzt werden (total 122‘500 Franken). Im Elektrizitätswerk sind Investitionen von insgesamt 790‘000 Franken für Netzerneuerungen vorgesehen. In der Allgemeinen Umfrage sprach ein Mitbürger den trockenen Sommer 2018 an und forderte vom Gemeinderat, dass er ein Konzept für allfällige Massnahmen erarbeite.