Zurzeit reist das Quartett mit den professionellen Sängern und der Sängerin durch die Gemeinden in der Ostschweiz, gibt Konzerte und umrahmt Gottesdienste musikalisch mit seinen speziellen Klängen in traditionellen Kleidern. Sie reisen ohne Auto und Reisebudget, damit möglichst wenig Geld verbraucht wird. Sie verlangen keinen Eintritt, bitten aber jeweils jemanden, sie zu ihrer Unterkunft zu fahren – und das hat scheinbar immer bestens geklappt. Russland ist für Westeuropäer auch heute noch ein Stück unbekannte Welt – viele ihrer Gesänge aber sind bekannt und sehr beliebt. In ihnen zeigen sie ihren tiefen Glauben, ihre Liebe zur Heimat, aber auch Ängste und unerfüllte Sehnsucht.

Raumfüllende Stimmen

Der Bassist Felix Zaretskiy, Sänger im Klosterchor Alexsandr Nevskij begrüsste die Gäste und stellte die Mitwirkenden vor. Rimma Egorutina (Mezzosopran) singt an der russischen Staatsoper St. Petersburg. Vladimir Matygulin (Tenor und Dirigent), und Alexey Buzakin (Bariton) sind ebenfalls professionelle Sänger im Klosterchor. In Russland singen die Chöre immer a capella, denn es kommen weder Orgel noch Musikinstrumente zum Einsatz. Dass sie darin sehr versiert sind, zeigte sich am Konzert klar. Jedes einzelne Mitglied erfüllte das Gotteshaus mit einem unglaublichen Volumen bis in den hintersten Winkel – und beim Quartett schien die Kirche ob der Stimmgewalt zu beben. 

Geistliche Musik

Der erste Konzertteil war der geistlichen Musik ihrer Heimat gewidmet. Mit Inbrunst und Kraft erklang zu Beginn der Psalm 33 «Jubelt ihr Gerechten». Ihm folgten weitere sakrale Lieder wie «Fröhlich soll mein Herz erklingen», "Christov" oder auch "Kosolapov" (Festige meinen Glauben). Dazu ein zu Herzen gehendes «Ave Maria» und das innige «Vater unser». Der zweite Teil gehörte den geliebten Volksliedern, welche die russische Seele ganz besonders erscheinen lassen, darunter auch bekannte Melodien in einer fremden Sprache. Mit «Die Schwalbe», das «Donkosakenlied» über Liebe und Sehnsucht, das «Pastorallied», «Begegnung» und weiteren sang sich das Ensemble, ob solistisch, im Duett, Trio oder im Quartett in die Herzen der Zuhörenden. Wunderschön boten sie als Zugabe «Stille Nacht, heilige Nacht» in deutscher Sprache. Nach jedem Lied und am Schluss ganz besonders zeigten die leider nicht sehr vielen Gäste mit tosendem Applaus ihre Begeisterung und legten einen grosszügigen Betrag ins Körbchen.