Mit einem grossen Fest, einem Junioren- und Senioren-Plauschturnier, Guggenmusikauftritt und einem Gastauftritt von den Affeltranger-Showgirls wird Ruth Schmid kräftig gefeiert und für den Weltrekord gebührend geehrt.
Klein-Ruth wollte immer Fussball spielen – eine steile Karriere begann
Damals in den 60-er Jahren durften Mädchen noch nicht bei den Junioren mitspielen, so blieb Ruth nichts Anderes übrig, als jahrelang ihren Brüdern beim FC Stein am Rhein zuzuschauen. Auch ihre Eltern waren dagegen, dass ihr Mädchen einen "Buben-Sport" ausüben wollte. Erst als sie in der Lehre war und mit Lehrabbruch drohte, durfte sie in der Damenmannschaft von Rotweiss Emmishofen mitspielen. Als Torhüterin wirkte sie von 1974 – 1978 in der Nationalmannschaft und spielte in dieser Zeit beim SC Veltheim in der Nationalliga A.
Nach der Ausbildung zum Schiedsrichter hat sie 1975 ihr erstes Spiel gepfiffen.


„Buebe sind ruhig“
Auf dem Fussballplatz stehen und 22 Spielern den Tarif durch zu geben – keine leichte Aufgabe und schon gar nicht, wenn man eine Frau ist. Doch die Thurgauerin Ruth Schmid aus Affeltrangen, hat gelernt sich auf dem Platz durchzusetzen und hält nun den Rekord, als die Frau mit der längsten Schiedsrichterkarriere. Hansjörg Schmid, Präsident vom FC Münchwilen, kennt Ruth Schmid seit 1990 von der Schiri-Trainingsgruppe Wil. Er hat grosse Hochachtung vor Ruth und sagt, dass er es schon bei einem harten Zweikampf erlebt habe, dass Ruth Schmid als Schiedsrichter einfach dazwischentrat und ganz cool gesagt hat „Buebe sind ruhig“.

Rücktritt vom Rücktritt
Eigentlich wollte Ruth Schmid nach 40 Jahren zurücktreten, aber als Folge von einer Wette ist sie nochmals durchgestartet und hat so auch den Weltrekord geschafft.
41 Jahre lang hat sie 4.-Liga Fussballspiele gepfiffen. Jetzt hat Ruth Schmid dafür einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde erhalten. Auch wenn die 63-jährige jetzt definitiv die Pfeife an den Nagel hängt, bleibt Fussball weiterhin ihre Leidenschaft. Und nebst der Fussballkarriere ist sie auch verheiratet, Geschäftsfrau und Wirtin und hat vier Söhne Gross gezogen die, man glaubt es kaum, alle Fussball spielen.
Ganz ohne Fussball geht es auch in Zukuft bei Ruth Schmid aber nicht. “Selbstverständlich stehe ich am Platz, wenn meine Söhne spielen.”, meinte sie augenzwinkernd unter der legendären Dächlikappe. Und noch auf eines ist sie stolz, sie hätte nie in den letzten 41 Jahren ein Spiel gehabt mit Protest, sagt es, und wendet sich dem nächsten Gratulanten zu.

Gianni Infantino lässt sich für den heutigen Anlass entschuldigen
Die offizielle Laudatio hält Markus Kaltenrieder, ein guter Freund von Ruth. Peter Läubli aus Wängi, (langjähriger Beauftragter für die Schiri-Aufgebote) gratuliert Ruth Schmid ebenfalls. Er überbringt Grüsse von höchster Fussballebene und teilt mit, dass er seine Rede in Hochdeutsch halten werde, obwohl Gianni Infantino heute Abend nicht dabei sein wird. Peter Läubli hat auch die Ehre, Ruth Schmid das offizielle Zertifikat zu übergeben.

Kunterbuntes Fest mit Guggenmusik und Showgirls
Das grosse Fussballfest in der Waldegg Münchwilen fand bei schönstem Wetter statt. Der Auftritt der Guggenmusik „Rivels“ trugen ebenso zur guten Stimmung bei, wie die Musik von DJ Chäser. Höhepunkt des Abends war jedoch der Auftritt der sechs Showgirls vom „Blauen Aff“. Tosender Applaus brandete (vor allem bei den männlichen Zuschauern) auf, als die Girls auf der eigens gebauten Tanzfläche mitten im Fussballfeld erschienen. Es dauerte auch nicht lange und sie holten Ruth Schmid mit auf die Bühne. Und immer noch in ihrem Schiedsrichter-Tenü samt Pfeife und roter und gelber Karte tanzte sie selber ausgelassen mit. Bei Pizza, Grillwürsten, Wein und Bier dauerte das Fest noch bis weit in die Nacht hinein.